Der Schöpfer
- 55 - dem Verstand, sondern mit dem Herzen. In eurem Erdenleben hat der Verstand die Stimme des Herzen bereits verdrängt. Ihr habt euch dicke Gesetzbücher geschaffen, um die Schuldigen zu bestrafen und die Gerechten zu schützen. Die irdischen Richter walten ihres Amtes und ihr fürchtet mehr oder weniger das irdische Gesetz. Ich habe nur einige Paragraphen und keine dicke Gesetzesbücher, doch ihr fürchtet diese Paragraphen und auch die Richter nicht, weil ihr leider glaubt, daß ihr euch hinter dem Tod verste- cken könnt. Ich finde euch alle, ohne eine einzige Ausnahme hinter dem Tod und erinnere euch dann durch meine Richter an die Paragraphen, die euch alle bekannt sind. Ich weiß, daß euch meine Worte nicht genügen. Eure Phantasie erwartet von mir einen Gelehrten- schwall. Ich rede zu einfach - und das gefällt euch nicht. Ich rede nicht wie ein Professor oder wie ein Dichter. Ich rede nicht wie ein Staatsmann oder wie ein Priester. Ich rede nur wie ein einfacher Mensch, der nur wenig Bildung besitzt, aber ich rede wahr -, und ihr glaubt meinen Worten nicht. Ich rede nicht persönlich durch meine Zunge von Fleisch und Blut. Um zu euch zu reden, habe ich kein anderes Fleisch und Blut, als das meiner Kinder. Ich rede aus meinem Geist, aus meiner Erfah- rung und aus meiner übermenschlichen Sicht. Ich rede durch die Macht meiner Engel und meiner, zu mir gekommenen Seelen. Ich rede durch meine Helfer in Fleisch und Blut, die durch meine ermächtig- ten Boten unterrichtet werden -, doch ihr glaubt ihnen nicht. Ich bin allen zu einfach, weil meine Rede, meine Worte für euch zu einfach sind. Doch meine einfa- chen Worte sind für euch scheinbar unmöglich in die Tat umzusetzen. Euer Fehler besteht in eurem verkomplizierten Denken und in eurer unwirklichen Phantasie über meine Existenz. Ich verlange nicht, daß man mir willenlos gehorcht. Ich verlange nur, daß ihr euren eigenen guten Gedanken gehorchen sollt. Lernt Disziplin gegen euch selbst! Lernt fortschrittlich, das heißt, positiv zu denken! Ich will keine Untertanen, keine Duckmäuser, keine Heuchler, keine Bettler, keine Volksredner in meinem Namen. Ich wünsche mir nur ehrliche Freunde und wahrheitsliebende Mitarbeiter im weiteren Aufbau des Universums. Ich will gleichberechtigte Seelen, die mir in Liebe, in Rat und Tat zur Seite stehen. Ich will ihnen nach und nach alle meine Macht übertragen. Denkt einmal darüber nach! * * * Das 11. Gebot, das ich euch verkünde, lautet: Du darfst deine Mitmenschen, die meine Kinder, deine Schwestern und Brüder sind, nicht versklaven. Denn versklavt werden nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Völker. Sie versklaven sich gegenseitig oder ziehen ihre besten Söhne zum Wehrdienst ein, um sie zu versklaven. Die Politik, die Gesetze, die Gerichte, die Behörden, die Unternehmer, das Familienoberhaupt, die Frau, die Geliebte, der Stärkere in jedem Fall, alle versklaven denjenigen Mitmenschen, der es sich aus seiner Not, aus Gutmütigkeit, aus Unterlegenheit gefallen lassen muß, ob er will oder nicht, weil er finanziell, geistig oder körperlich der Schwächere ist oder sich der Mehrheit beugen muß. Konzentrationslager, Gefängnisse, Verbannungen, Zwangsarbeit sind die sichtbaren Versklavungen. Es gibt viele tausend Arten der Versklavung. Es genügt schon eine Kränkung oder ein böses Wort. Versklavt nicht die Kinder! Kinder können sich gegen die Gewalt der Erwachsenen nicht wehren. Versklavte Kinder und Erwachsene versklaven ihre Mitmenschen in dem Augenblick, wo sie nur die geringste Möglichkeit dazu haben. Der Mensch, der sich von seinen Leidenschaften versklaven läßt -
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