Der Tod setzt keine Grenze
- 38 - Antwort: Ich will mich ganz vorsichtig ausdrücken, weil ich nicht wünsche, daß ihr glaubt, ich würde mit Selbstmördern sympathisieren, oder ich möchte jenen nur die kleinste Ermuti- gung dazu geben, die einen solchen Schritt beabsichtigen. Meine Antwort befaßt sich nur mit Deiner Frage, daß ein Nervenzusammenbruch oft zur Ablehnung der Verantwortung führt. Sollte auf einer der vorangegangenen Stufen das Individuum geäußert haben: "Ich habe Unrecht getan und will dafür einstehen. Ich will jede Bestrafung auf mich nehmen, die einen Menschen treffen kann und keinen Versuch unternehmen, vor dieser zurückzu- weichen. Ich will meine Verpflichtungen erfüllen." Würde es dies so sagen, dann würden die Sorgen im Keime erstickt werden. … Das Individuum glaubt aber, Zeit zu gewinnen und das ist vielleicht gerade etwas, was noch mehr Schwierigkeiten heraufbeschwört. Anstatt die Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, beginnen die Nerven nachzulas- sen, und der Geist verliert seine Spannkraft. Letzten Endes ist der Mensch dann so nervös, daß er kaum mehr weiß, was er tut. Dasselbe trifft nicht nur für ein Einzelindivi- duum zu, sondern auch für die Superlative, d. h. für die Verhaltensweise ganzer Völker . Man soll die Flinte nicht sogleich ins Korn werfen. Frage: Welche Motive kommen für einen Freitod am häufigsten vor? Antwort: Die Motive werden von euch meistens verkannt. Am häufigsten spielt der Haß oder die Rache eine bedeutende Rolle. Daraus erklärt sich auch die Art des Todes. Nehmen wir folgendes Beispiel: Ein junger Mann fühlt sich von seiner Heißgeliebten hintergangen und betrogen. Es kommt zu keiner Versöhnung. Jetzt gewinnt das Negative die Oberhand. Der Betrogene sinnt auf Rache und glaubt in seiner unobjektiven Negativität, daß er seine lieblose Freundin schwer damit treffen kann, wenn er sich selbst auf grausame Art und Weise tötet. Sie soll ihr ganzes Leben lang an diesen Tod denken, den sie seiner Meinung nach verschuldet hat. Die Schuld am Selbstmord wird von ihm abgelehnt und auf den anderen abgeladen. Hier kommt das Motiv deutlich zum Vorschein. Aber wir haben noch nicht gehört, daß man auf Erden so geurteilt hat. Natürlich gibt es auch andere Fälle. Aber in allen Fällen spielt die Unwissenheit und Glaubenslosigkeit eine große Rolle. Die Selbstmörder glauben nämlich - wie fast alle Menschen - daß mit dem Tode das Bewußtsein ausgelöscht wird. Und gerade das Gegen- teil ist der Fall! Das persönliche Bewußtsein eines jeden Menschen bekommt mit der Entkörperung einen ziemlichen Auftrieb . Täglich kommen viele Menschen durch Selbstmord in das Geistige Reich. Alle sind bedauernswert. Sie sind meistens das Opfer einer Unwissenheit . Selbst die Kirchen sind nicht fähig , diesen Menschen richtig zu erklären , was sie eigentlich erwartet. Und wenn jemand solche Warnungen erteilt, so ist er nicht imstande, seinen Ausführungen die notwendige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Ein Selbstmörder verbessert keineswegs seine Lage . Im Geistigen Reich gibt es eine absolut zuverlässige Gerechtigkeit. Ihr kann niemand ausweichen! Einwand: Trotzdem gibt es Menschen, die der Meinung sind, daß sie einer unangenehmen Situation ausweichen können, indem sie sich das Leben nehmen. ELIAS: Es ist ein großer Irrtum , wenn man glaubt, dem irdischen Leid entfliehen zu können, indem man sich selbst entkörpert, also tötet. Die Folge ist ein unvorstellbares Leid in einer anderen Dimension, also im Jenseits. Wenn ich von Leid spreche, so meine ich nicht die vielen Krankheiten, die meistens aus der negativen Region kommen oder selbst verschuldet sind, sondern das Leid, das die Seele bewegt, z. B. wenn man das Liebste verliert. Da die Menschen aber den Besitz, die Macht und den Ruhm am meisten lieben , diese Dinge aber hinter sich lassen müssen, so ist ihr seelisches Leid entsprechend groß. Dieses Leid läßt sich aber durchaus vermeiden!
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