Die Bibel
- 104 - Die Dogmen (Durchgabe aus dem Jahre 1964) Wenn der Mensch forscht, um in die Geheimnisse der Natur einzudringen, dann stößt er zunächst auf Teilwahrheiten , die ihm einen Blick ins Unermeßliche gestatten. Doch immer bleiben große Lücken, die aufgrund der Entwicklung nicht ausgefüllt werden können. Der Mensch gibt sich aber damit nicht zufrieden, er möchte ein geschlossenes Ganzes, auch wenn er in seinem Forschen nicht weiterkommt. In diesen Fällen werden die vorhandenen Lücken durch Mutmaßungen ausgefüllt, ganz gleich, ob es die Wahrheit oder ein großer Irrtum ist, Hauptsache, daß sich der Irrtum in die vorhandenen Lücken einfügt. Diese eingefügten Mutmaßungen sind die sogenannten "Dogmen". Dogmen können die Wahrheit sein - wenn man Glück hat. Aber ebenso können sie Irrtümer darstellen, die das ganze Denken einer Menschheit in völlig falsche Bahnen lenkt. • Das Geistige Reich ist der Ansicht, daß eine Wahrheit mit Lücken besser ist , als eine Wahrheit mit vielen Irrtümern vermischt. Wenn zum Beispiel die großen Kirchen der Welt auf die vielen Dogmen ganz verzichten würden, so wäre das ein Fortschritt ohnegleichen . • Viele Dogmen gehören zum ärgsten Aberglauben , sie stehen der Wahrheit so fern, daß sie direkt zur negativen Macht gehören. Es gibt Götzendienste , die im Namen des wahrhaftigen Gottes ohne Skrupel durchgeführt werden. Ihr wißt ganz genau, wie leicht man einem Menschen in der Öffentlichkeit das Wort verdrehen kann. Diese Verdreherei gibt es auch in der Wissenschaft und ganz besonders in allen Belangen, die sich nicht leicht überprüfen lassen. Die Religionen sind allerdings überprüfbar , aber sie wollen sich nicht testen lassen, weil die Verantwortlichen ganz genau wissen, daß ihre Dogmen nicht in Ordnung sind. • Auch die Politik und die Staatswissenschaften haben ihre Dogmen, die nicht der Wahrheit entsprechen. Das " Heldentum " und die " Nationalehre " sind gefährliche Dogmen , die dem Menschen das Leben kosten! Das Geistige Reich tritt immer als Vermittler auf. Auch die Menschen dieser Erde sollten sich auf gegenseitige Vermittlungen einstellen. Es gibt viele Streitigkeiten, die aus Dogmen entstehen. Um diesen Streit zu schlichten, kann man nicht einer Partei recht geben und die andere Partei beschuldi- gen. Das ist keine Vermittlung in Zweifelsfällen. In allen Zweifelsfällen, wo der Mensch nicht ganz sicher ist , ob es sich um die Wahrheit oder um Lüge, um Recht oder Unrecht handelt, muß das Dogma beseitigt werden, das hindernd im Wege steht. Die großen Mächte dieser Erde existieren unter den Dogmen der Gewalt und der Kriegführung . Jeder Mensch von Vernunft weiß, daß das nicht richtig ist, aber man findet keinen Ausweg. Niemals wird man einen Ausweg finden, weil hier Dogmen und Weltanschauungen im Wege stehen. Wenn die Erdenmenschheit vorwärtskommen will, so muß sie unbedingt dazu entschlossen sein, mit den vielen Dogmen auf allen Gebieten aufzuräumen. • Jedes Dogma ist eine Vermutung und damit keine Garantie für die Wahrheit. Diese Unsicherheit lenkt die Menschheit in verkehrte Bahnen, denn nur ein zuverlässiges Wissen kann die Menschheit vorwärts bringen. Wenn ein Teil der Menschheit den Dogmen bedingungslos Glauben schenkt und ein anderer Teil der Menschheit die Dogmen leugnet , so führt das zu einer Spaltung . Jede Spaltung bedeutet Uneinigkeit und somit Feindschaft. Auch die Kriege haben ihre Ursachen in Dogmen jeder Art, die zu Meinungsverschiedenheiten führen, die durch die Macht der Dogmen zu fanatischen Auseinandersetzungen führen, die für Millionen von Menschen den sicheren Tod bedeu- ten.
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