Die Bibel
- 115 - Tempel oder Mördergrube (Durchgabe aus dem Jahre 1961) Christus ging in den Tempel und trieb die Käufer und Verkäufer sowie die Wechsler hinaus, indem er Stühle und Tische umwarf. Er sprach dabei zu ihnen: "Mein Haus soll ein Bethaus heißen, ihr habt eine Mördergrube daraus gemacht." (Matthäus 21. 12-13) Wo befindet sich sonst noch ein "Tempel"? Es muß nicht ein eigens dazu erbautes Haus oder Gebäude sein. Jesus lehrte ja auch unter freiem Himmel. Die ersten Christen folgten seinem Beispiel, ja, sie lehrten sogar in nassen Höhlen und tiefen Katakomben. Heute, in der sogenannten "modernen Zeit", gibt es viele Menschen, die den Gottglauben lehren und verbreiten. Zu diesen göttlichen Lehren gehört auch die sogenannte " Ufologie ", jene Offenbarungen, die euch aus anderen Bereichen des Universums übermittelt werden. Doch wenn ich es richtig betrachte, wieviel Mördergruben dieser Art gibt es auf dieser Welt gerade im Hinblick auf die Ufologie ? • Wer sich damit befaßt, solche Botschaften und Lehren zu verbreiten , sei es auch nur durch den Vertrieb entsprechender Drucksachen, der macht daraus einen Tempel Gottes oder eine Mör- dergrube des Teufels , je nachdem, ob er es ehrlich meint oder ein gerissener Wechsler und Verkäufer ist. Ich sage euch eindringlich: Was Christus im Tempel von Jerusalem tat, das würde er auch heute noch tun, wenn er materiell unter euch weilen würde. Er würde in manches Gebäude und in manches Geschäft hineingehen, die Inhaber oder Verleger und sonstige Handlanger beim Kragen nehmen und auf die Straße hinausbefördern. Er würde die Regale und Ladentische umwerfen, weil in einer schmut- zigen und unehrenhaften Weise mit dem Wort Gottes ärgster Mißbrauch getrieben wird. • Jeder Zirkel der Spiritualisten soll ein " Tempel Gottes " sein, jeder spiritualistische oder geisteswissenschaftliche Verlag sollte ebenfalls ein Haus Gottes sein! In Wirklichkeit ist es aber himmelschreiend, was der Menschheit neben der göttlichen Wahrheit angeboten wird: • Neben den Lehren höchster Geistlehrer stehen die Bücher der schwärzesten Magie , der Teu- felsbeschwörungen oder das Wort Gottes wird für infame Lügen der Gewinnsucht mißbraucht. Ich kann Christus verstehen, daß ihn in Jerusalem der Zorn packte. Mich persönlich übermannt er auch. Zuerst ist der Mensch tatsächlich bereit, das Gute zu lehren und zu verbreiten. Aber dann kommt plötzlich das gefährliche Geltungsbedürfnis auf. Dann ist es aus mit der Bescheidenheit und Demut. Wenn das offenbarte Wort Gottes nicht mehr ausreicht, dann wird erfunden und gelogen und erdichtet , soweit die Phantasie noch ausreicht. Das alles bekommt die Überschrift: "Kontakt mit dem Vater" - oder "Vaterworte" - oder "Mein Freund, der Marsmensch" und so weiter. Noch schlimmer ist es, wenn eine Kirche die andere bekämpft. Ebenso verwerflich ist es, wenn ein Autor den anderen bekämpft oder ein Verleger aus Konkurrenzneid den anderen zur Strecke bringen will. Ein "Tempel" bekämpft den anderen, und fast in allen wird gewuchert, gefeilscht, geheuchelt, gelogen. • Doch alle werden einmal Rechenschaft über die erstellten und verkauften Worte im Namen Gottes geben müssen, denn Christus sagte schon: "Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlst." (Matthäus 5. 26 und Lukas 12. 59)
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