Die Bibel
- 12 - Andere bekannte Glaubensrichtungen Mennoniten Von allen Kirchen, die die Autonomie und Souveränität der lokalen Kirchen betonen, sind die Menno- nitengemeinden die ältesten. Diese nach 1535 in Zürich entstandene Bewegung entwickelte sich insbesondere dank Menno Simons (1496-1561) in den Niederlanden. Die pazifistischen Mennoniten, die nach den Geboten der Bergpredigt leben wollen, praktizieren die Erwachsenentaufe und betrach- ten sich als Nachfahren der Wiedertäufer. Etwa 500.000 Mitglieder , davon etwa 350.000 in den Vereinigten Staaten. Baptisten Die erste Baptistenkirche wurde 1611 von Thomas Helwys (um 1550 bis um 1616) in London gegrün- det. Die Baptisten erklären die Bibel zur alleinigen Richtschnur. Sie sind eine "bekennende" Kirche, d. h., der Gläubige wird erst, nachdem er seinen Glauben an Jesus Christus bekannt hat, durch Untertauchen getauft. Die Baptisten gehören zum Weltbund der Baptisten, der etwa 34 Millionen Mitglieder , davon etwa 26 Millionen in den Vereinigten Staaten, hat. Methodisten Die methodistischen Kirchen sind aus der "Revival"-Bewegung, einer Erweckungsbewegung im England des 18. Jh., hervorgegangen. Die von John Wesly (1703-1791) ab 1740 organisierte Kirche hebt insbesondere die Notwendigkeit der Heiligung hervor. Die Kindstaufe wird in der Regel durch eine Art "Vorstellung" ersetzt, erst der Erwachsene wird getauft. Den Baptisten nahestehend, zählen sie etwa 25 Millionen Gläubige , davon 14 Millionen in den Vereinigten Staaten. Quäker ("Gesellschaft der Freunde") Diese Bewegung entstand seit 1647 in England, wo George Fox (1624-1691) ein Christentum predig- te, das sich nicht auf die Autorität von Menschen oder auf heilige Bücher gründet, sondern auf das "Innere Licht" , die innerlich wahrgenommene "Stimme Gottes" . Die Quäker, die hauptsächlich in den Vereinigten Staaten verbreitet sind, besitzen weder ein formelles Glaubensbekenntnis noch ein Kirchensystem oder eine Gottesdienststruktur. Pazifismus und soziales Engagement sind weitere Merkmale der heute etwa 200.000 Quäker . Adventisten Diese Kirche entstand aus der Predigt des Amerikaners William Miller (1782-1849), der die Wieder- kunft Christi für 1844 ankündigte. Trotz seines Nichterscheinens zog sie mit ihrem Messianismus aber weiterhin Gläubige an. Der Name "Siebenten-Tags-Adventisten" wurde 1860 gewählt, um die Heiligung des Sonnabends (Sabbat) als gottgesegneten Ruhetag hervorzuheben. Die Adventisten glauben an die Inspiration und die Autorität der Bibel, messen den biblischen Prophezeiungen große Bedeutung bei und vollziehen die Erwachsenentaufe durch Untertauchen. Es gibt etwa 4 Millionen Adventisten, davon viele in den Entwicklungsländern. Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) Diese Kirche wurde 1830 von dem Amerikaner Joseph Smith (1805-1844) gegründet. Dieser hatte 1827 angeblich von einem Engel namens Moroni eine Schrift erhalten, die er als Buch Mormon herausgab. dieses eine ganz auf Amerika bezogene Geschichtstheologie enthaltende Buch und die Bibel sind die heiligen Schriften der Mormonen. Die Mormonenkirche versteht sich als wiederherge- stellte Urkirche und wird von einem Propheten geleitet, der die von Christus in Offenbarungen erhaltenen Anweisungen weitergeben soll. Er ist umgeben von einem Apostelkollegium. Die Mormo-
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