Die Bibel
- 125 - Über die Macht des Glaubens (Durchgabe aus dem Jahre 1967) Wohlan, ihr habt schon einmal von der Macht des Glaubens gehört? Andere sagen sich: "Wie kann ein Glauben Macht haben, wenn er doch nur auf Einbildung beruht?" Der Begriff "Glauben" ist heftig umstritten. Aber es geht gar nicht so sehr um den Glauben, sondern vielmehr um das rechte Wissen . Das Kirchendogma fragt nicht viel nach diesem Unterschied und doch ist dieser Unterschied sehr wichtig. Ein blinder Glaube kommt einem blinden Gehorsam gleich. Ein Soldat darf nicht danach fragen, ob der Befehl gut oder schlecht ist, er hat ihn zu befolgen. In ähnlicher Weise verfahren auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften. Ein Christ darf zum Beispiel nicht danach fragen, ob das Dogma richtig ist. Er hat es zu glauben . Wenn nicht, dann ist es eben eine Sünde. Da sich der Christ aber vor der Sünde bewahren möchte, so glaubt er alles in absoluter Folgsamkeit. • Ganz anders verhält es sich, wenn es um das Wissen geht, denn das Wissen verlangt keinen blinden Gehorsam, sondern ein Studium . Wissen beruht nicht auf Vermutungen oder Analogien. Das Wissen beruht auf Erfahrungen , auf Tests , auf Experimenten , Beobachtungen und logischen Vergleichen . Dementsprechend ist das Wissen etwas Reales , während der Glaube eine Zumutung an die Bereitschaft des Menschen ist. Wenn also der Glaube eine Macht besitzt, nämlich die Macht , etwas im Menschen zu verändern, so ist das Wissen diesem Glauben weit voraus . Also ist die Macht des Wissens wesentlich stärker . • Wenn der religiöse Glaube Heilkraft hat, so muß das religiöse Wissen eine weitaus größere Heilkraft besitzen. Es ist tatsächlich so! Zum religiösen Wissen gehört die erfahrene Feststellung, daß die menschliche Seele als etwas Selbständiges den körperlichen Tod des Menschen überlebt . Der Glaube drückt sich nicht so genau aus. Er läßt Zweifel aufkommen. Überdies spricht er nicht von einem persönlichen Überleben sondern vom "Jüngsten Tag" , den der Glaube nicht erklären kann. • Wenn der religiöse Glaube den Menschen verändern kann, so geschieht das durch das höhere Wissen erst recht. In diesem Wissen liegt eine ungeheure Kraft , die nichts mit einer Suggesti- on zu tun hat. Der Mensch kann tatsächlich von vielen Leiden geheilt werden - nicht von allen - aber wenigstens von allen Leiden, die psychosomatisch sind.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3