Die Bibel
- 127 - Über die Frömmigkeit (2) (Aus den Sphären des LICHTES) Wohlan, viele unter euch sind der Meinung, daß fromme Menschen in den Himmel, das heißt, in höhere Sphären kommen. So lehrt es nämlich eure Kirche. Ich aber sage euch, daß sich jene gewaltig irren! Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Ihr werdet es kaum glauben, wenn ich euch sage, daß die vermeintlichen Frommen in den unteren Sphären sind, weil sie in ihrer Entwicklung stehengeblieben sind. • Die Frömmigkeit ist keine Eintrittskarte für die Regionen der Seligkeit . Betrachtet einmal die Frommen: Es handelt sich nicht um Selbsterkenntnis, nicht um ein charakterli- ches Höherstreben, nicht um das wirkliche Gebot der Nächstenliebe, sondern um ein unnötiges, widerliches Getue und Gehabe . Kein Gebet hat eine Wirkung, wenn es heruntergeleiert wird, aber die Frommen leiern es nicht einmal, sondern hundertmal hintereinander herunter, ohne eine Unterbre- chung. Ich frage mich: Halten diese Frommen Gott für taub , daß sie sich in solcher Weise wiederholen müssen? • Gott erfaßt schon den geringsten Funken eines Gedankens, und Er kennt das Herz eines jeden Wesens. Ich lasse den Begriff der Frömmigkeit absolut gelten. Aber wo trifft man die wirkliche Frömmigkeit an? • Um fromm zu sein, bedarf es keiner kultischen Handlungen. • Wenn du deinen Nächsten verstehst , den kein anderer verstehen will , so ist das ein Akt der Frömmigkeit . • Wenn du dich selbst kritisierst, so daß du Lehren aus deiner Vergangenheit ziehst, die zukünf- tig in Anwendung kommen, so bedeutet das, fromm zu sein. Nasse Augen und zerknirschte Gebärden bedeuten keine Reue , sondern sind dogmatische Kulthand- lungen, die euch nur vom rechten Wege abbringen. Gott hat kein Interesse daran, daß Seine Geschöpfe auf Knien vor Ihm herumkriechen. Nur der Teufel kann sich an solchen Szenen erfreuen. • Der Widersacher Gottes ist an der unnatürlichen Frömmigkeit hoch interessiert, denn sie un- terstützt seine Ziele. Wenn du gegen dich so aufgeschlossen und ehrlich bist, indem du dich nicht selbst belügst, so kannst du aufrecht stehen und Gott ins Angesicht sehen - bildlich gesprochen. Gott mag keine zerknirschten Sünder, die um Gnade betteln. Er will anständige Menschen, die sich in den Dienst der göttlichen Schöpfung stellen. Er will auch keine Versprechungen, sondern die Taten genügen Ihm vollauf. Dann gibt es noch eine Menge Leute, die in der Öffentlichkeit alle Zoten reißen, die alles Negative mitmachen - aber dann in aller Heimlichkeit ein frommes Getue an den Tag legen, welches kein Mensch, sondern nur Gott sehen soll. Das ist eine Falschheit der Gesinnung . Wenn ich sage, daß Gott euch sieht, so meine ich jene Beauftragten , die in der geistigen Welt für euch da sind, um euch zu kontrollieren. Man kann in eine Partei eintreten und das Parteibuch in der Tasche haben. Die Erfah- rung hat euch gezeigt, daß viele solcher Mitglieder überhaupt keinen Gedanken an die Partei ver- schwendet haben, obgleich sie sich den Anschein geben . So ist das auch mit den meisten Frommen. Kein Wunder, daß man sie verspottet. Natürlich muß die Menschheit religiös belehrt werden. Aber eine Belehrung, wie sie heute noch überall stattfindet, führt nicht zur Seligkeit. Frömmigkeit ist kein Getue und Gehabe. Frömmigkeit ist äußerlich überhaupt nicht sichtbar . Kein Mensch kann ersehen, wenn jemand wirklich fromm ist. Frömmigkeit ist die Schönheit des Charakters .
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