Die Bibel

- 145 - Das oberflächliche Denken (Durchgabe der Teile 1 und 2 aus dem Jahre 1961) Um es ganz ehrlich zu sagen: Das positive Geistige Reich wundert sich sehr über das oberflächliche Denken, das fast der ganzen Erdenmenschheit eigen ist. In den meisten Fällen lernen die Seelen erst in den jenseitigen Sphären logisch denken, da der Gedanke im Reich des Herrn eine weitaus größere Rolle spielt als im Diesseits. Übrigens können wir aus unserer Perspektive zum Diesseits sehr gut "Das Jenseits" sagen, während die Seelen im Diesseits leben. Jenseits und Diesseits sind also - wie ein großer Denker einmal sagte - relativ . Der Erdenmensch will nicht alles so hinnehmen, wie er es wahrnimmt. Er möchte hinter die Geheim- nisse kommen, die sich hinter allen Dingen verbergen. Deshalb durchdenkt er alle Naturvorgänge und vergleicht sie mit seinen bisherigen Erfahrungen. Aber alle Erfahrungen können nicht immer auf Dinge und Vorgänge angewandt werden, die ihre eigenen Gesetze haben, welche euch noch unbekannt sind . Diese halten keinem Vergleich dieser Art stand. Dem fortschrittlichen Denken steht aber ein mächtiger Fels entgegen, der kaum von einem Erdenmen- schen bezwungen werden kann. Dieser Stein heißt: Traditionelles Festhalten an versteinerten Ansich- ten. Aus diesem Verhalten des menschlichen Denkens entsteht im persönlichen Ich des Menschen ein blinder Gehorsam, nur so zu denken, wie es das versteinerte Festhalten an den traditionellen Ansichten zuläßt . Das Ergebnis solchen Denkens ist zwar eine allgemeine Betrachtungsweise, aber es kommt keinesfalls aus der selbstgezogenen Grenze heraus. Ein solches Urteil ist nicht logisch, sondern begrenzt. Ich will euch ein Beispiel sagen, wie es nach unserer eigenen überirdischen Betrachtung in den irdischen Gotteskirchen aussieht: Eine versteinerte Tradition hat die Bibel so eingegrenzt , daß es nicht möglich ist, das Geschriebene und Gedruckte dieser Lehren abzuändern oder als Irrtum auszusondern. Die großen Glaubenskirchen eurer ganzen Welt haben sich einen solidarischen Gehorsam erzwungen. Dieser Gehorsam wurde, genau wie im politischen Leben, mit Drohungen und mit der Vernichtung des physischen Lebens erpreßt. Die Gläubigen sind zum Teil blutige Wege gegangen und haben erst im Reich Gottes das Unrecht erkannt. Nicht einmal Gott verlangt vom Menschen einen solchen Kadavergehorsam , wie ihn die Kirchen verlangen! Gott läßt dem Menschen seine volle Individualität und seinen eigenen Willen . Er verlangt nur Achtung der Gesetze , aber ohne jegliche Drohung, sondern Er warnt nur vor den Folgen einer Gesetzwidrigkeit , die selbst Gott nicht mehr ändern kann, ohne das ganze Universum in ein Chaos zu stürzen. Was geht nun aber in den Kirchenbeamten unter diesen Umständen vor? Der ganze organisatorische Aufbau und die Gliederungen dieser Kirchen unterscheiden sich nicht von einer Wehrmacht - nur die "Waffen" sind anders. Der Kadavergehorsam ist derselbe, von den "Kirchenrekruten" bis hinauf zum "Kirchengeneralfeldmarschall". Ein Soldat im Dienst des Staates wird so gedrillt und erzogen, daß er sein eigenes Urteilsvermögen und seine noch verbliebene Logik restlos zu Gunsten des Staates aufgibt und nur noch einen blinden , völlig unselbständigen Gehorsam zeigt, der ihn bei gegebenem Befehl zum Massenmörder werden läßt. Er geht auf dem irdischen Plan straflos aus, weil ihn der Staat nicht nur schützt, sondern als brutaler Auftraggeber zum Helden seiner Mordtaten macht. In der Kirchengarde ist es nicht anders: Ein gewöhnlicher Geistlicher wird vom Priester gedrillt und für den Kadavergehorsam reif gemacht. Der Bischof hat noch größere Macht und zwiebelt den Priester und Kaplan. Der Erzbischof läßt sich über den blinden Kadavergehorsam Bericht erstatten. Hin und wieder gibt es Unterrichtsstunden wie beim Militär. Wehe, wenn ein "Kirchensoldat" gegen den eingebläuten Gehorsam reagiert. Auch die Kirchen verstehen genauso wenig Spaß wie das Militär. Wer nicht genau nach den Vorschriften denkt und handelt, der wird strengstens bestraft. Auch jeder Geistliche, ob Christ oder Buddhist, ganz gleich welcher Konfession, wird um sein eigenes Denken ärmer gemacht.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3