Die Bibel

- 20 - Die folgenden Bibelauszüge verstehe der Leser bitte als einen Ansatz , die Auslegung der Bibel einmal aus einer anderen Sicht zu wagen. Zuerst soll der Frage nachgegangen werden, welche Stellen in der Bibel gegen den Okkultismus und den Spiritismus sprechen: Sirach 1 34. 5: Wahrsagung, Zeichendeuterei und Träume sind nichtig: Was du erhoffst, macht das Herz sich vor. 3. Mose (Levitikus) 2 19. 31: Wendet euch nicht an die Totenbeschwörer, und sucht nicht die Wahrsager auf; sie verunreinigen euch. Ich bin der Herr, euer Gott. 3. Mose (Levitikus) 20. 6-8: Gegen einen, der sich an Totenbeschwörer oder Wahrsa- ger wendet und sich mit ihnen abgibt, richte ich mein Angesicht und merze ihn aus seinem Volk aus. Ihr sollt euch heiligen, um heilig zu sein; denn ich bin der Herr, euer Gott. Ihr sollt auf meine Satzungen achten und sie befolgen. Ich bin der Herr, der euch heiligt. 5. Mose (Deuteronomium) 3 18. 10-12: Es soll bei dir keinen geben, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, keinen, der Losorakel befragt, Wolken deu- tet, aus dem Becher weissagt, zaubert, Gebetsbeschwörungen hersagt oder Totengeister befragt, keinen Hellseher, keinen, der Verstorbene um Rat fragt. Denn jeder, der so etwas tut, ist dem Herrn ein Greuel. 2. Könige 4 21. 6: (König Manasse von Jerusalem) Er ließ seinen Sohn durch das Feuer gehen, trieb Zauberei und Wahrsagerei, bestellte Totenbeschwörer und Zeichendeuter. So tat er vieles, was dem Herrn mißfiel und ihn erzürnte. 2. Könige 23. 24: (König Joschija von Jerusalem) Auch Totenbeschwörer und Zeichen- deuter, die Hausgötter, Götzen und alle Greuel, die im Land Juda und Jerusalem zu sehen waren, fegte Joschija hinweg. So führte er die Worte des Gesetzes aus, die in dem Buch niedergeschrieben waren, das der Priester Hilkija im Hause des Herrn gefunden hatte. 1 Das Buch Jesus Sirach: Als Verfasser des Buches wird ein Weisheitslehrer namens Jesus, Sohn Eleasars, des Sohnes Sirachs genannt. Die hebräisch-jüdische Bezeichnung des Buches lautet kurz Ben Sira ; die griechische Bibel nennt es Siracides , die lateinische Liber Ecclesiasticus . Nach dem Vorwort des griechischen Übersetzers, eines Enkels des Verfas- sers, kommen als Abfassungszeit die Jahre um 180 v. Chr. in Betracht; Abfassungsort ist Jerusalem. Inhaltlich handelt es sich um eine lockere Sammlung von Lebens- und Verhaltensregeln. Als spätes Werk fand dieses Buch keine Aufnahme mehr in den jüdischen Kanon. Die Kirche übernahm es wie die anderen deuterokanonischen Bücher als Heilige Schrift. Im Neuen Testament, besonders im Jakobusbrief, sowie in den frühchristlichen Schriften stehen zahlreiche Anspielungen oder sogar Zitate aus dem Buch Jesus Sirach. Nahe an die Zeit des Verfassers reichen einige wertvolle, freilich nur kurze hebräische Fragmente heran, die neuestens in Qumran und in Masada ans Licht kamen. 2 Das 3. Buch Mose trägt in der griechischen und lateinischen Bibel den Namen Levitikus , weil es fast ganz aus Vorschriften für den Kult und für die Priester aus dem Stamm Levi besteht. Durch die strenge Befolgung der levitischen Gesetze hat das Judentum bis heute seine Identität bewahrt und ist nicht im Völkergemisch des Mittelmeerraums aufgegangen. 3 Das 5. Buch Mose, das Buch Deuteronomium, erzählt von den letzten Lebenstagen des Mose. Vor seinem Tod verkündete Mose noch einmal das Gesetz vom Sinai. Daher trägt dieses Buch in der griechischen und in der lateinischen Bibel den Namen Deuteronomium (Zweites Gesetz) Das Buch Deuteronomium enthält zum Teil sehr alte Texte. Im Jahre 622 v. Chr. verpflichtete König Joschija von Jerusalem sein Reich auf ein im Tempel gefundenes Gesetz. Dieses dürfte eine Fassung des deuteronomischen Gesetzes gewesen sein. Das Buch stellt sich jetzt als eine Sammlung von Mosereden dar. 4 Die Bücher der Könige enthalten die Geschichte der Könige bis zum Babylonischen Exil. Die beiden ersten Kapitel von 1 Könige bilden den Abschluß der Geschichte Davids und gehören inhaltlich noch zu den Samuelbüchern. Deshalb wurden die Samuel- und Königsbücher vielfach als Einheit verstanden, für die man die gemeinsame Bezeichnung Bücher der Könige gebrauchte. Die Zuverlässigkeit eines Geschichtswerkes beruht auf den Quellen, die bei seiner Abfassung zur Verfügung standen. Die Königsbücher selbst erwähnen eine Chronik Salomos , eine Chronik der Könige von Juda und eine Chronik der Könige von Israel als Werke. Viele Anzeichen sprechen dafür, daß noch andere Quellen, z. B. Urkunden, Listen, Prophetengeschichten, Volkserzählungen vorlagen, aus denen einzelne Abschnitte ganz oder in Auszügen übernommen wurden. Das letzte Ereignis, das in den Königsbüchern erwähnt wird, ist die Begnadigung des Königs Jojachin um 560 v. Chr. Das Ende des Babylonischen Exils war demnach noch nicht eingetreten, so daß die Zeit zwischen 560 und 538 v. Chr. als Entstehungszeit der Bücher anzunehmen ist. - Ihr Verfasser ist unbekannt.

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