Die Bibel
- 21 - 3. Mose (Levitikus) 20. 27: Männer oder Frauen, in denen ein Toten- oder Wahrsage- geist ist, sollen mit dem Tode bestraft werden. Man soll sie steinigen; ihr Blut soll auf sie kommen. 2. Mose (Exodus) 5 22. 17: Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. 1. Samuel 6 28. 8-9: (Saul bei der Totenbeschwörerin von En-Dor) Da machte sich Saul unkenntlich, zog andere Kleider an und ging mit zwei Männern zu der Frau. Sie kamen in der Nacht bei der Frau an, und er sagte zu ihr: Wahrsage mir durch den Totengeist! Laß für mich den heraufsteigen, den ich dir nenne. Die Frau antwortete ihm: Du weißt doch selbst, was Saul getan hat: Er hat die Totenbeschwörer und die Wahrsager im Land ausgerottet. Warum stellst du mir die Falle, um mich zu töten? An diesen aufgelisteten Bibelzitaten orientieren sich viele Kritiker, wenn vom Okkultismus und seinen vielfältigen Erscheinungsformen die Rede ist. Die Bibelstellen werden als ausreichend angesehen, um alle Phänomene in Bausch und Bogen abzulehnen. Der Schriftleiter der "Evangelischen Volks- und Schriftenmission" Herr W. M . aus Kassel, formulierte dies in seinem Brief mit folgenden Worten: "Ich für meinen Teil allerdings - und mit mir wohl alle Baptisten - wollen sich nach wie vor an die Bibel als Gottes Wort halten ... Von daher sehen wir in der Befragung der Toten einen klaren Verstoß gegen Gottes Gebot und lehnen sie strikt ab." Folgt diese strikte Ablehnung tatsächlich einem Gebot Gottes ? Wir werden versuchen, diese Frage mit Hilfe der "Evangelisch-Katholischen Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift" herauszufinden. Im Alten Testament steht folgendes: Sirach 11. 7: Tadle nicht, ehe du geprüft hast; zuerst untersuche, dann weise zurecht. Johannes 7 7. 24: (Christusworte) Urteile nicht nach dem Augenschein, sondern urteile gerecht! Zu einem gerechten Urteil gehören die folgenden vorausgehenden Überlegungen: • Erstens sollte man sich zunächst informieren, wie das Wort "okkult" definiert ist. • Zweitens sollte man sich nicht nur solche Bibelstellen herauszusuchen, die dagegen sprechen, sondern möglichst alle berücksichtigen, die zu diesem Thema Aufklärung geben können. Nur mit einer vorurteilsfreien Einstellung läßt sich ein objektives Urteil erreichen! 5 Das 2. Buch Mose , das Buch Exodus , ist vom Buch Genesis deutlich abgehoben. Es schildert die weiteren Schicksale der Nachkommen Jakobs, die in Ägypten zu einem großen Volk werden. Das Buch trägt in der griechischen und lateinischen Bibel den Namen Exodus , das heißt Auszug, weil die Schilderung des Auszugs der Israeliten aus Ägypten unter Führung des Mose wesentlicher Bestandteil dieses Buches ist. Dazu kommen umfangreiche Gesetze, von denen die Zehn Gebote, das sog. Bundesbuch und die Vorschriften einst selbständige kleine Gesetzbücher waren. Sie alle können in ihrem Kern auf die Zeit des Mose im 13. Jahrhundert v. Chr. zurückgehen. Das Buch ist von großer theologischer Bedeutung. 6 Die Bücher Samuel sind mit einer Epoche verbunden, die als eine Zeit des Übergangs bezeichnet wird. Samuel handelt noch wie einer der Richter, er tritt aber auch wie ein Prophet auf. Unter seiner maßgeblichen Mitwirkung entsteht in Israel das Königtum. Den Autoren, die die Samuelbücher in der vorliegenden Form gestaltet haben, lagen bereits größere Werke vor, die sie aufnahmen und anscheinend nur wenig veränderten. 7 Das Evangelium nach Johannes: Das letzte der vier Evangelien wird von der altkirchlichen Überlieferung dem Apostel Johannes, dem Sohn des Fischers Zebedäus und Bruder des Jakobus zugeschrieben. Es hat erst am Ausgang des 1. Jahrhunderts seine jetzige Gestalt gefunden. Manche Anzeichen weisen darauf hin, daß dieses Evangelium einen länge- ren Entstehungsprozeß durchlaufen hat. Das Johannesevangelium mit seiner Entfaltung der Selbstoffenbarung Jesu und seinen Aussagen über die Sendung Jesu als Retter der Welt hat auf den Glauben und die Theologie der Kirche in allen Jahrhunderten größten Einfluß gehabt. Klemens von Alexandria hat es das "pneumatische" (geistige) Evangelium genannt.
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