Die Bibel
- 22 - Die "Lexikothek" , Bertelsmann-Verlag 1972 8 definiert das Wort "Okkultismus" folgendermaßen: "Die Lehre von verborgenen, geheimen Dingen, ursprünglich auf die Mysterien bezogen; jetzt Bezeichnung für die sogenannten Grenzwissenschaften: Magie, Spiritismus, Zauberei u. ä. Wissenschaftlich beschäftigt sich die Parapsychologie mit "okkulten" Phänomenen." Nebenbei bemerkt: Auch viele Fragen auf den Gebieten der Astronomie, Elektrizität, Chemie, Medizin, Quantenphysik und Atomphysik liegen größtenteils noch im Verborgenen - sind also per Definition auch "okkult" . Hier zeigt die wissenschaftliche Forschung keinerlei Berührungsängste. Im Gegenteil! Gott, Christus, Engel, Himmel, Geistiges Reich auf der einen Seite und Tod, Dämonie, Teufel, Hölle, geistiges Totenreich auf der anderen Seite sind Begriffe, deren Sinngehalt für die Masse verborgen, geheimnisvoll, also per Definition "okkult" sind. Mit diesen Begriffen werden gute und schlechte Wertvorstellungen verbunden. Der Okkultismus besitzt also zwei gegensätzliche Aspekte, einen göttlichen und einen teuflischen. Hier zeigt die wissenschaftliche Forschung erstaunlicherweise deutliche Berührungsängste. Warum diese Furcht? Wenn man gerecht urteilen will - so wie Christus es empfiehlt - muß man sich mit beiden Seiten des Okkultismus befassen, mit der göttlichen und der teuflischen Seite und sich jeder Unausgewogenheit enthalten. Man sollte nicht - wir heute leider üblich - nur den einseitigen Sinn des Wortes "okkult" zugrunde legen, sondern seine ursprüngliche, umfassende Bedeutung sehen. Wer so verfährt, bleibt mit seiner Urteilsfähigkeit anderen gegenüber im Vorteil. • Es ist von großer Wichtigkeit, wie die Bibel gelesen wird und was man aus ihr herauslesen will! Das gilt natürlich auch für diesen Ansatz, den der Verfasser vorstellen will. Es soll versucht werden, die Bibel mit einem erweiterten und zeitgemäßen Wissen zu lesen und aus- zulegen. Ein Anstoß zu einer neuen Sichtweise - nicht mehr und nicht weniger. Die unterschiedlichen Auffassungen und Interpretationen der jeweiligen Glaubensrichtungen, die sich traditionell auf die Bibel berufen und am Buchstaben kleben , bieten erstaunlicherweise kein einheitli- ches Bild. Wäre die Bibel vollkommen, dürfte so etwas nicht passieren! Statt dessen führt die Blutspur der Zerwürfnisse und Feindseligkeiten bis in die heutige Zeit. Gottgewollt? - Wohl kaum! In neuerer Zeit gibt es in den Reihen der Theologen immer mehr Querdenker, die sich nicht mehr mit der traditionellen, dogmatischen Auslegung der Bibel zufriedengeben. Die Zeit scheint reif, neu anzusetzen . 8 In der Brockhaus Enzyklopädie läßt sich eine ähnliche Definition finden, die allerdings erheblich umfangreicher und ausführlicher gehalten ist und den Rahmen sprengen würde.
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