Die Bibel
- 26 - Mit dem Töten einzelner Menschen gibt sich der Widersacher Gottes nicht zufrieden. Die Massenvernichtung ist sein erklärtes Ziel. Geschickt bleibt er im Hintergrund und inspirierte mit Hilfe seiner geistigen Vasallen die folgenden Gedanken als "Worte Gottes": Jeremia 14 46. 1 und 10: Das Wort des Herrn gegen die Völker, das an den Propheten Jeremia erging: ... Doch jener Tag ist ein Tag der Rache für den Herrn, den Gott der Heere; er rächt sich an seinen Gegnern. Da frißt das Schwert, wird satt und trunken von ihrem Blut. Denn ein Schlachtfest hält der Herr, der Gott der Heere, im Land des Nordens am Eufratstrom. Johannes 13. 34-35 (Christusworte): Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebet einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben . Daran werden alle erken- nen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt. 2. Mose (Exodus) 15. 2-3: Meine Stärke und mein Leid ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen; den Gott meines Vaters will ich rühmen. Der Herr ist ein Krieger, Jahwe ist sein Name. 1. Thessalonicher 15 5. 23-24: Der Gott des Friedens heilige euch ganz und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt. Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun. * * * 14 Das Buch Jeremia: Jeremia ist der Prophet, über dessen Leben und Gotteserfahrung man am besten unterrichtet ist. Im Jahr 605 v. Chr. hat er seinem Sekretär und Jünger Baruch eine erste Sammlung von "Worten über Jerusalem und Juda und alle Völker von den Tagen Joschijas an bis heute" diktiert. Jeremia stammt aus einer Priesterfamilie in Anatot unweit von Jerusalem. Seine Berufung erfährt er als junger Mann um 628 v. Chr. unter König Joschija (641-609). Zunächst wendet er sich gegen die aus der Zeit des ruchlosen Königs Manasse noch nachwirkenden religiösen und sittlichen Mißstände. Als Joschija sich um 622 v. Chr. von dem zerbrechenden Assyrerreich unabhängig macht und eine tiefgreifende Reform des Jahwe-Glaubens durchführt, schweigt Jeremia. Joschija fällt 609 v. Chr. in der Schlacht gegen die Ägypter bei Megiddo. Als unter seinem Nachfolger Jojakim (609-597 v. Chr.) die Reform teilweise rückgängig gemacht wird und wieder heidnische Sitten eindringen, kämpft der Prophet leidenschaftlich dagegen an; er überwirft sich mit dem König und wird von ihm ver- folgt. In tiefer Enttäuschung über den Mißerfolg seiner Verkündigung, über die Verfolgung durch Jojakim und über die Nachstellungen durch seine eigene Verwandten und Landsleute ist er der Verzweiflung nahe und wird an Gott fast irre. Von der Verschleppung Jojakims und eines Teils der Einwohner Jerusalems durch Nebukadnezzar 597 v. Chr. bleibt er ver- schont. Während der Belagerung Jerusalems 587/86 v. Chr. wird der Prophet des Verrates verdächtigt, verhaftet und im Wachhof des Königspalastes gefangengehalten. Selbst dort schweigt er nicht. Nach dem Fall der Stadt 586 v. Chr. wird er von der Verschleppung ausgenommen. Nun versucht er sein Volk zu trösten. Als aber gegen seinen Rat die Zurückgeblie- benen nach der Ermordung des Statthalters Gedalja nach Ägypten fliehen, zwingt man ihn und Baruch mitzugehen. In Ägypten stirbt der Prophet. Seine Botschaft aber wirkt weiter, nicht zuletzt durch die Verheißung des "neuen Bundes". 15 Die Briefe an die Thessalonicher: Der erste Brief an die Gemeinde von Thessalonich ist der älteste der erhaltenen Paulusbriefe. Paulus hatte auf seiner zweiten Missionsreise zusammen mit Timotheus die Gemeinde von Thessalonich um das Jahr 50 n. Chr. gegründet, mußte aber nach kurzem Wirken die Stadt verlassen. Von Athen aus schickte er Timotheus nach Thessalonich zurück, um sich über den Stand der jungen Gemeinde zu unterrichten. In Korinth traf er mit Timotheus wieder zusammen und schrieb den ersten Brief. Anlaß für den zweiten Brief ist das Auftreten von Irrlehren in der Gemein- de. Diese haben die Gemeinde in große Verwirrung gebracht mit der Behauptung, daß der Tag der Wiederkunft Christi schon da sein. Der Brief warnt die Thessalonicher vor diesen Schwärmern und belehrt sie über die Geschehnisse, die nach dem Plan Gottes dem Ende vorausgehen müssen. Die Bedeutung des Briefs ist vor allem darin zu sehen, daß er ange- sichts der sich verzögernden Wiederkunft Christi dazu auffordert, im Glauben nicht nachzulassen und vor schwärmerischer Endzeiterwartung warnt .
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