Die Bibel
- 32 - Tote und Blinde Bei dem Wort "Totenbefragung" , denken viele an das Befragen von Verstorbenen. Doch schauen wir in die Bibel, ob pauschal alle "Verstorbene" gemeint sind oder ob es noch andere "Tote" gibt. Weisheit 21 1. 11: Hütet euch also vor unnützem Murren, und verwehrt eurer Zunge das Verleumden! Denn euer heimliches Reden verhallt nicht ungehört, und ein Mund, der lügt, tötet die Seele. Epheser 22 2. 1: Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden . 1. Timotheus 23 5. 6: Wenn eine (Seele) jedoch ein ausschweifendes Leben führt, ist sie schon bei Lebzeiten tot. Sprichwörter 24 2. 18-19: (Von einer Fremden, die verführerisch redet) ... Ihr Haus sinkt hinunter zur Totenwelt, ihre Straße führt zu den Totengeistern hinab. Wer zu ihr geht, kehrt nie zurück, findet nie wieder die Pfade des Lebens. 21 Das Buch der Weisheit: Diesen Titel trägt dieses Buch in der lateinischen Bibel; in der griechischen Bibel heißt es "Weisheit Salomos". Das Buch stammt aus der jüdischen Diaspora in Ägypten, wahrscheinlich aus Alexandria, dem be- rühmten Zentrum hellenistischer Wissenschaft. Es ist das späteste Buch des Alten Testaments. Die Verfolgung gesetzes- treuer Juden durch abgefallene Juden weist in die Zeit zwischen 80 und 30 v. Chr.; damals hatte auch die Weltmacht Rom den Juden ihre Gunst entzogen. Der Verfasser ist stolz auf seine jüdische Religion und auf sein Volk; er ist aber auch hellenistisch gebildet und offen für die Schönheit der Natur. Er versteht es, sich in seiner griechischen Muttersprache klar und genau auszudrücken. Indem er in der Person des Königs Salomo spricht, stellt er sich in die Reihe der Weisheitslehrer Israels. Er nennt Salomo jedoch nicht mit Namen, wie er auch sonst keine Namen nennt, dadurch bekommen die biblischen Ereignisse, auf die er sich bezieht, eine weitreichende, umfassende Bedeutung. Durch seine klare Lehre von der Unsterb- lichkeit, die erhabene Schau des göttlichen Wirkens im Zusammenklang von Allmacht, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit und durch die Aussagen über die aus Gottes Wesen hervorgehende und mit ihm aufs innigste verbundene Weisheit ist das Buch der krönende Abschluß der alttestamentlichen Weisheitsliteratur und führt an die Schwelle des Neuen Testaments heran. Paulus spielt besonders im Römerbrief öfter an Texte dieses Buches an. 22 Der Brief an die Epheser: Beim Epheserbrief handelt es sich wohl um einen Rundbrief, da die Erwähnung von "Ephesus" in zahlreichen Handschriften fehlt. Die Empfänger sind sehr wahrscheinlich die Christen Kleinasiens oder eines noch größe- ren Gebiets. Als Abfassungsort kommt Ephesus in Frage. Das Schreiben ist zwar wie ein Brief gestaltet, stellt aber nach Stil und Inhalt eher eine feierliche Predigt dar. Manche Forscher nehmen daher an, daß dieses Schreiben von einem Paulus- schüler verfaßt wurde, der im Namen des Apostels schrieb. Ein bestimmter Anlaß für die Entstehung des Schreibens ist nicht erkennbar. Der Epheserbrief enthält die bedeutendsten theologischen Aussagen im Neuen Testament über die Kirche. 23 Die Briefe an Timotheus: Der 1. und 2. Timotheusbrief und der Titusbrief werden als "Pastoralbriefe" bezeichnet. Sie sind nicht an Gemeinden gerichtet, sondern an die Hirten (lateinisch: pastores), die Vorsteher der Gemeinden. Sie enthalten Anweisungen des kurz vor dem Tod stehenden Apostels zur Ordnung und Leitung der Gemeinden. Der Gedanke an eine baldige Wiederkunft Christi ist in den Hintergrund getreten. Die Kirche und der einzelne Christ haben sich für eine längere Zeit auf das Leben in der Welt einzustellen. Timotheus, in der Apostelgeschichte und in den Paulusbriefen oft genannt, war der Sohn eines heidnischen Vaters und einer christlichen Mutter. Etwa seit dem Jahr 50 n. Chr. ist er Mitarbeiter des Pau- lus. Er ist der Beauftragte des Apostels für die Kirche von Ephesus. Im 2. Timotheusbrief weist Paulus auf sein eigenes Vorbild als das eines christlichen Zeugen hin, der für die Botschaft sein Leben einsetzt. Die Hinweise des Paulus auf seine Lage werden oft als Beweise für die Echtheit des Briefs angeführt. Die neuere Forschung neigt zu der Annahme, daß in diesen persönlichen Notizen zuverlässige mündliche Nachrichten über die Spätzeit des Apostels Paulus verwendet worden sind. Der Brief hat den Charakter eines Testaments. 24 Das Buch der Sprichwörter: Sprichwörter sind bei allen Völkern sehr verbreitet und nehmen besonders in den Literaturen des Alten Orients eine bedeutende Stelle ein. Im alten Israel war es vor allem der wegen seiner Weisheit berühmte König Salomo, dem zahlreiche Lieder und gelehrte Aussprüche zugeschrieben wurden. Ausdrücklich wird er als Verfasser der beiden Hauptsammlungen genannt. Weil in den Sammlungen seiner Sprichwörter schriftlich und mündlich überliefertes Material zusammengetragen und fortlaufend erweitert wurde, ist es nicht möglich, den Anteil Salomos an den beiden Hauptsammlungen herauszuschälen. Für die Endfassung des Buchs kommt etwa der Zeitraum 500-200 v. Chr. in Frage. Herkunft und Alter der einzelnen Teile und erst recht der einzelnen Sprichwörter können sehr verschieden sein. Das ganze Buch hat eine erzieherische Tendenz; daher spricht besonders in den ersten neun Kapiteln der Weisheitslehrer wie ein Vater zu seinem Sohn. Die eigentlichen Sprichwörter, die den größten Teil des Buches ausfüllen, haben ihre Wurzel im Volksmund und bieten alltägliche und allgemeine menschliche Lebenserfahrungen. Der Vorteil und der materielle Nutzen der Weisheit werden im Sprichwort besonders stark betont. Einige Sprichwörter sind auch in den deutschen Sprachschatz eingegangen.
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