Die Bibel

- 48 - Das fehlende Wissen In dem schon vorgestellten Heftchen: "Ein Brief für Dich" heißt es auf Seite 43 weiter: "Die Bibel ist vollkommen. Echtes Gold wird nicht vergoldet und Rubinen werden nicht angemalt. So gibt es auch an der Bibel nichts zu verbessern. Du brauchst keine Lampe anzuzünden, um die Sonne zu sehen. Die Sonne braucht auch nicht zu beweisen, daß sie die Sonne ist, sie ist es. So ist das auch mit der Bibel. Sie trägt den Stempel Gottes." Solche bestimmenden Gedanken machen sich viele kirchengläubige Menschen, die am Buchstaben der Bibel hängen, zu eigen. In einem Brief drückte Herr W. T. aus Mettman dieses folgendermaßen aus: "Die Bibel gibt uns alles, was wir brauchen. Mehr, als in der Bibel angegeben, will ich nicht wissen. Das genügt." Gehört die Einstellung "Mehr will ich nicht wissen" zur selbstgewählten Einschränkung im Denken des Herrn W. T. , oder ist sie das Resultat eines biblischen Ratschlages? Was sagt die Bibel zu der Behauptung: "Die Bibel gibt uns alles, was wir Menschen brauchen?" Jeremia 33. 3: Rufe mich an , so will ich dir antworten und will dir anzeigen große und gewaltige Dinge, die du nicht weißt . Sirach 42. 18-22: Der Höchste hat Kenntnis von allem, bis in die fernste Zeit sieht er das Kommende. Vergangenheit und Zukunft macht er kund und enthüllt die Rätsel des Verborgenen. Es fehlt ihm keine Einsicht, kein Ding entgeht ihm. Seine machtvolle Weisheit hat er fest gegründet, er ist der Einzige von Ewigkeit her. Nichts ist hinzuzu- fügen, nichts wegzunehmen, er braucht keinen Lehrmeister. Alle seine Werke sind vor- trefflich, doch sehen wir nur einen Funken und ein Spiegelbild. Johannes 20. 30: Noch viele andere Zeichen , die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Johannes 21. 24-25: Dieser Jünger ist es, der all das bezeugt und der es aufgeschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist. Es gibt aber noch vieles andere , was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen , die man schreiben müßte . 1. Johannes 3. 2: Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden , ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, daß wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Römer 8. 18-19: Ich bin überzeugt, daß die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Philipper 43 3. 15: Das wollen wir bedenken, wir Vollkommenen. Und wenn ihr anders über etwas denkt, wird Gott euch auch das offenbaren . 43 Der Brief an die Philipper: Paulus gründete die Gemeinde von Philippi (Ostmazedonien) als erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden bei seiner zweiten Missionsreise um das Jahr 50. Die Gemeinde wuchs im besonders ans Herz. Nur von ihr ließ er sich unterstützen, auch finanziell. Den Brief an die Philipper schrieb er im Gefängnis, wahrscheinlich in Ephesus, um 55 n. Chr. Die Auffassung, der Brief sei erst in der römischen Gefangenschaft des Apostels abgefaßt worden, ist heute weithin aufgegeben. Den Anlaß des Briefs bildete der Wunsch der Christen in Philippi, von ihrem Apostel, der im Gefängnis saß, Näheres über sein Schicksal zu erfahren, sowie eine Geldspende, die sie durch Epaphroditus überbringen ließen. Auch das Eindringen von Irrlehren bewog Paulus zur Abfassung dieses Schreibens. Der besondere Wert des Briefs liegt darin, daß er Einblick verschafft in das persönliche Wollen und Denken des Menschen und Christen Paulus. Der be- kannteste und wichtigste Text ist das Christuslied. Theologisch bedeutsam ist daneben die Erwartung des Paulus im Hin- blick auf sein Ergehen nach dem Tod und auf seine Gemeinschaft mit Christus.

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