Die Bibel
- 50 - Jesus und die Apostel haben mehrfach gesagt, daß es noch höhere Wahrheiten als die damals verkün- deten gibt, die aber zur damaligen Zeit noch nicht verstanden worden wären. Wem die Bibel als Wissensquelle ausreicht, bleibt auf diesem Niveau stehen! Wer über die biblische Wissensebene hinaussehen will, möchte wissen: erstens was damals noch unausgesprochen bleiben mußte und zweitens was der angekündigte Geist der Wahrheit uns heute zu sagen hat. Wie kann man sich aber für höhere Erkenntnisse aufnahmefähig machen? Die Apostel weisen einen gangbaren Weg: Römer 12. 2: Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert eu- er Denken , damit ihr prüfen könnt , was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist. Epheser 1. 17: Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung , damit ihr ihn erkennt . Es macht wenig Sinn, heilige Neuoffenbarungen aus der geistigen Welt Zeitgenossen an die Hand zu geben, die nur darauf aus sind, diese auseinanderzunehmen , zu verdrehen und in den Dreck zu ziehen. Dies wurde auch von Matthäus deutlich gesagt: Matthäus 7. 6: Gebt das Heilige nicht den Hunden , und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor , denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sie umwenden und euch zerreißen. Im Matthäus-Evangelium werden die folgenden Goldenen Regeln genannt: Matthäus 7. 12-14: Alles, was ihr also von anderen erwartet , das tut auch ihnen! Darin bestehen das Gesetz und die Propheten. Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng , und der Weg dahin ist schmal , und nur wenige finden ihn. Von den über 5,5 Milliarden Menschen, die derzeit auf der Erde leben, gehen nur etwa 200 Millionen den spiritualistischen Weg. In seinen Briefen schreibt der Apostel Paulus unter anderem: Kolosser 44 2. 3-4: In ihm (Christus) sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. Das sage ich, damit euch niemand durch Überredungskünste täuscht . 2. Korinther 3. 4-6: Wir haben durch Christus so großes Vertrauen zu Gott. Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unse- re Befähigung stammt vielmehr von Gott. Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes . Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. 44 Der Brief an die Kolosser: Kolossä war eine Stadt im westlichen Teil Kleinasiens (Phrygien), am Oberlauf des Flusses Lykos. In diesem Gebiet missionierte nicht Paulus, sondern in seinem Auftrag Epaphras, der im Brief lobend erwähnt wird. Paulus ist der Gemeinde persönlich nicht bekannt. Der gedankliche Abstand zu den älteren Paulusbriefen macht es wahr- scheinlich, daß der Brief spät, entweder in der Gefangenschaft des Apostels in Cäsarea um 57-59 oder in Rom nach 59-60 n. Chr. , abgefaßt wurde. Manche Forscher halten den Brief für das Schreiben eines Paulusschülers. Den Anlaß des Schreibens bildete eine in die Gemeinde eingedrungene Irrlehre, die eine merkwürdige Frömmigkeit in Verbindung mit Schicksalglauben und Verehrung von Gestirnen vertrat, den Christusglauben jedoch bestehen ließ. Durch den Brief soll die Gemeinde zu der durch Epaphras vermittelten apostolischen Lehre zurückgeführt werden. Für den Glau- ben der Kirche gewann der Brief Bedeutung wegen seiner Aussagen über Christus, die im Christuslied zusammengefaßt sind.
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