Die Bibel

- 63 - Die Freiheit des Geistes Johannes 4. 24: (Christusworte) Gott ist Geist , und alle, die ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 2. Korinther 3. 17: Der Herr aber ist der Geist , und wo der Geist des Herrn wirkt , da ist Freiheit. 2. Timotheus 2. 9: ... aber das Wort Gottes ist nicht gefesselt. Hier wird deutlich gesagt, daß der Geist Gottes ungebunden, frei und an nichts gefesselt ist. Somit ist Gott auch nicht an die Buchstaben der Bibel gefesselt. Wer am Buchstaben der Bibel hängt und alle anderen Glaubensrichtungen als "heidnisch" ablehnt, möchte den Geist Gottes in eine Zwangsjacke stecken. Der Mensch hat die Freiheit der Wahl. - Paulus drückt es so aus: 1. Korinther 6. 12: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles nützt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles soll Macht über mich haben. 1. Korinther 10. 23-24: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen . Den Geist Gottes zu fesseln, war weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart möglich. Es ist unmöglich! - Trotzdem wird es immer wieder versucht. Amos 47 3. 7: Nichts tut Gott, der Herr, ohne daß er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluß offenbart hat . Weil der Geist Gottes absolut frei ist, kann Gott seinen Ratschluß zu jeder Zeit und an jedem Ort offenbaren . Doch würden die Menschen diesen annehmen wollen? Wenn schon Neuoffenbarungen, dann nur durch die Mittler, die von gewissen Kreisen als "würdig" angesehen werden. Stellt sich aber später heraus, daß auch "unwürdige" Menschen, wie zum Beispiel einfache Hirtenkinder von Gott berufen wurden, sind Aufregung und Ablehnung groß. Doch wen sich Gott als Mittler aussucht, ist von menschlicher Seite aus nicht zu beeinflussen . Trotzdem wird immer wieder versucht, Einfluß zu nehmen. Diese negative Erfahrung wurde auch früher schon gemacht: Apostelgeschichte 10. 44-48: Noch während Petrus dies sagte, kam der Heilige Geist auf alle herab, die das Wort hörten. Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus ge- kommen waren, konnten es nicht fassen, daß auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen. Petrus aber sagte: Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben? Und er ordnete an, sie im Namen Jesu Christi zu taufen. Es steht keinem Menschen zu, die Entscheidung darüber zu fällen, wer Gottes Prophet sein darf und wer nicht. Das Recht der Entscheidung liegt allein bei Gott! Römer 10. 15: Wie soll aber jemand verkünden, wenn er nicht gesandt ist? 47 Das Buch Amos: Amos war von Haus aus ein Viehzüchter und Maulbeerfeigenpflanzer aus Tekoa, südlich von Bethlehem. Er wurde durch göttliche Berufung gegen Ende der Regierungszeit des politisch und wirtschaftlich überaus erfolgreichen Königs Jerobeam II. nach 760 v. Chr. als Prophet ins Nordreich Israel gesandt, wo er für kurze Zeit bis zu seiner Auswei- sung am Reichsheiligtum von Bet-El wirkte. Die Hauptanklage dieses ältesten Schriftpropheten richtet sich gegen die des Gottesvolkes unwürdigen Zustände im Staat, in der Verwaltung, im Gerichtswesen und in der Wirtschaft. Weil die oberen Schichten die Menschen niederer Herkunft und ungesicherter sozialer Lage zu bloßen Objekten ihres Erwerbs-, Macht und Genußtriebs herabwürdigen und so das Gottes- recht brechen, muß Amos das Todesurteil Gottes für das Reich Israel verkünden. Amos kündigt einen Tag des Herrn an, der Finsternis bringen wird und nicht Licht. Höchstens ein Rest wird gerettet werden.

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