Die Bibel
- 9 - Der Islam Der Islam ist eine universelle Religion, das heißt, seine Glaubensaussage wendet sich an alle Völker und erstreckt sich auf alle Lebensbereiche. Der Islam verkündet den Glauben an einen einzigen Gott und gehört damit wie das Christentum und das Judentum zum Monotheismus. Der Islam gründet sich auf das Buch der Offenbarung , den Koran , sowie auf das Vorbild des Prophe- ten Mohammed , der im 7. Jahrhundert n. Chr. in Arabien lebte. Das arabische Wort "Islam" bedeutet "Ergebung in den Willen Gottes"; in dieser Haltung soll der Gläubige dem Vorbild Abrahams folgen, welcher in Mekka , wo er die Kaaba stiftete, das folgende Gebet sprach: "O unser Herr, mache uns zu Muslimen (muslimun, "Unterwürfige"), und mache aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde von Muslimen!" (Koran II, 122) Die Kaaba ist ein uraltes Heiligtum in Mekka. Es birgt den schon in vorislamischer Zeit verehrten schwarzen Stein . Die Kaaba ist ein kubusförmiger Bau, der sich etwa im Zentrum der großen Moschee von Mekka, der heiligen Stadt des Islam, befindet. Die koranische Offenbarung, sechs Jahrhunderte n. Chr., übernimmt viel aus der hebräischen Bibel und den Evangelien, denn sie spricht sehr oft von der " Thora " und dem " Evangelium ". Es ist fast vierzehn Jahrhunderte her, das Mohammed sich zur Meditation in eine Klause in der Umgebung Mekkas zurückgezogen hatte. Dort empfing er - wie geschrieben steht - durch Vermittlung des Erzengels Gabriel von Gott eine erste Botschaft, auf die nach langer Unterbrechung eine Reihe weiterer Offenbarungen folgte, annähernd 20 Jahre lang. Die einzelnen Offenbarungen wurden bereits zu Lebzeiten des Propheten sowohl aufgeschrieben als auch von einer wachsenden Anzahl Gläubiger in seiner unmittelbaren Umgebung auswendig gelernt . Nach seinem Tode, im Jahre 632 christlicher Zeitrechnung, wurden die einzelnen Teile zu jenem Buch zusammengestellt, das seither "Koran" genannt wird. Die erhalten gebliebenen Manuskripte aus dem ersten Jahrhundert islamischer Zeitrech- nung decken sich - nach Aussage der Exegeten - vollständig mit dem heutigen Text. Eine Besonderheit, die gerade den Koran auszeichnet, ist die Vielzahl von Überlegungen zu jeglicher Art von Naturphänomenen, welche die Allmacht Gottes veranschaulichen: das reicht von der Astro- nomie über die Erde mit Flora und Fauna bis zur Fortpflanzung des Menschen , ganz zu schweigen von dem, was der Koran über den Schöpfungsakt berichtet. Der Koran betont die besondere Stellung, welche die Gesandten Gottes in der Geschichte der Offenba- rung eingenommen haben, wie Noah , Abraham , Moses und Jesus , der unter den Propheten einen ganz besonderen Rang einnimmt. Die Geburt Jesu wird vom Koran wie auch von den Evangelien als übernatürliches Ereignis geschildert. Im Koran wird auch Maria ganz besonders erwähnt. Die 19. Sure des Koran trägt sogar ihren Namen. Diese Tatsachen aus dem Islam sind im Westen allgemein unbekannt. Dies ist nicht erstaunlich, wenn man weiß, was viele Generationen über die religiösen Probleme der Menschheit gelehrt wurde und in welcher Unwissenheit sie gehalten wurden - und noch gehalten werden. Doch Fakten setzen sich immer durch , auch gegen den Widerstand jener, die ein solcher Beweis verlegen macht, ärgert oder schockiert.
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