Die Bibel

- 92 - Über das Beten Was hat das Gebet für einen Zweck? (Durchgabe aus dem Jahre 1965) Wer nicht beten will, braucht nicht zu beten. Ich verlange von keinem, daß er beten soll. Wo das Verlangen nach einem Gebet nicht vorhanden ist , ist es nur eine automatische Wiederholung bedeutungsloser Worte . Das Gebet hat aber eine Wirkung, eine spirituelle Wirkung, denn es hilft der Seele bei ihrer Entfaltung. Es ist eine irrige Ansicht, daß das Gebet ein Ersatz für Arbeit ist oder ein Mittel, um das Leben zu umgehen. Eine solche Meinung darf keinesfalls verbreitet werden. Das Gebet sollte Anreiz zur Vertiefung eurer Aspirationen (Bestrebungen) sein, eure Entschlüsse sollten dadurch gefestigt werden. Das Gebet stellt ein Mittel dar, das eure Stärke umgibt, damit ihr allen Stürmen trotzen könnt, die über euch hinwegbrausen. Was ihr betet und wie ihr betet, hängt vom Wachstum eurer Seele ab und von der Vorstellung, die ihr von der Macht habt, die hinter allem Leben steht. Das Gebet ist das Bindeglied, durch das das göttliche Fünkchen in euch eine engere Verbundenheit mit der Großen Einheit des Lebens bekommt, von der das Fünkchen ein kleiner Teil ist. Wenn ihr eure Verwandtschaft mit der Macht , die hinter jedem Leben steht, erkennt , dann habt ihr zu euch selbst gefunden. • Um den Sinn und Wert eines Gebetes richtig zu verstehen, muß man vor allen Dingen eine einigermaßen vernünftige Vorstellung vom Großen Geist haben. Durch dieses Erkennen bekommt das Gebet erst seine Kraft . Als ich auf der Erde lebte, glaubten wir alle, daß wir durch Wesen aus einer Anderen Welt geleitet werden. Dadurch konnten sich diese durch uns in einer Art manifestieren, die den Methoden ähnlich waren, die ihr bei euren Zusammenkünften anwendet. Je höher der Rang des Mitteilenden war, ein um so blendenderes Weiß strahlte er aus. So stellten wir uns vor, daß der Größte von allen auch der Weißeste sein müßte. Weil Weiß das Symbol der Vollkommenheit ist, stellten wir uns den größten Geist als den Großen weißen Geist vor, das war der größte Begriff, den wir uns machen konnten. Ich möchte dadurch ausdrücken, daß dieser Große Geist keine Person ist , kein vergötterter Mensch, kein vergöttertes Wesen, kein Individuum, das euren irdischen Leidenschaften, Ärgernissen oder stofflichen Begrenzungen unterworfen ist. Es ist der Große Ewige Geist , der Ursprung allen Lebens, die göttliche, kosmische Kraft , das Höchste aller im ganzen Universum existierenden Wesen, welches bewußt Gestalt in den menschlichen Wesen annimmt. Auch mir wird bewußt, daß es mir nicht vollständig gelingt, ein faßliches Bild der unendlichen Intelligenz zu geben, die hinter allem Leben steht. Wenigstens bemühe ich mich aber, es so darzustel- len, wie ich es weiß und nicht in der Art der Schilderungen, die zu lange in eurer Welt ihr verhängnis- volles Unwesen trieben. Wir alle müssen die Leute zu der Erkenntnis ermutigen, daß zu jeder Stunde Kräfte zur Verfügung stehen, die sie befähigen, ihrer angeborenen Göttlichkeit Ausdruck zu verleihen. Ein großer Schatz geistiger Reichtümer harret ihrer, und eine unendliche Weisheit ist für sie vorgese- hen, deren Schönheit nicht geschildert werden kann. Leider wird den Ansprüchen des physikalischen Körpers zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wir sehen, daß der überwiegende Teil der Menschheit über die Unsterblichkeit des Geistes und über die spirituellen Fähigkeiten und Möglichkeiten nichts weiß . Die meisten Menschen verbringen ihr ganzes Leben damit, für ihren physikalischen Körper besorgt zu sein, während sie sich für ihren Geist überhaupt nicht interessieren . Hier kann das richtige Gebet eine wertvolle Hilfe darstellen!

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