Die Bibel
- 96 - Warum Beten? (Durchgabe aus dem Jahre 1964) Ich bete, weil ich danach strebe, mich mit dem Höchsten , das mir erreichbar ist, in Einklang zu bringen, nämlich mit dem Großen Geist . Das Gebet ist mir ein Mittel der Selbstkontrolle . Es gibt mir die Möglichkeit, mich auf das Sehen zu konzentrieren und den Scheinwerfer der Selbstkritik nach innen suchen zu lassen. • Das wirkliche Gebet besteht nicht in Bitten nach Erfüllung selbstsüchtiger Motive. Wir wissen, daß der Große Geist alle unsere unausgesprochenen Gedanken kennt . Unsere Sorgen und Nöte sind Ihm bekannt, noch ehe wir sie zum Ausdruck bringen. Nichtsdestoweniger ist ein Gebet das Hilfsmittel, sich mit den höheren Mächten , die um und über uns walten, in Harmonie zu setzen. Es befähigt uns, für eine Weile still zu sein und uns in eine empfängliche Stimmung des Geistes und der Seele zu versetzen. Die Ruhe unserer Natur erlaubt den höheren Kräften , uns während dieses passiven Stadiums zu erreichen - und so stellen wir die Verbindung her, durch die unseren wirklichen Erforder- nissen begegnet werden kann. Selbstsüchtiges Beten ist nur eine Zeitverschwendung , sowie eine Verschwendung von Worten und mentaler Energie , denn es hat keine Macht und erzielt keinen Erfolg. • Wenn ein Individuum in aller Aufrichtigkeit wünscht, für einen großen Dienst bereit zu sein, aber bei einem Blick nach innen erkennt, daß es dazu zu schwach ist und zu unvollkommen - und um Mut und Stärkung zur Erfüllung dieses Dienstes bittet , dann wird das Gebet das Gewünschte gewähren und alles wird sich zum Guten wenden. Was und zu wem sollt ihr beten? Hier ist eine Schwierigkeit vorhanden, denn jedes menschliche Wesen ist nach verschiedenen Arten geformt. Es ist natürlicherweise von der eigenen mentalen Begrenzung abhängig. Es kann sich nichts Größeres vor Augen halten, als das, was ihm bekannt ist. Ich habe mich bis zu einem gewissen Ausmaß dem Grade des Wissens anzupassen, das eurer Welt gewährt wird . Ich muß meine Zuflucht zu herkömmlichen Mitteln nehmen. Das Medium dient mir zum Sprechen und selbst die Worte, welche die Gedanken übermitteln sollen, sind eine Behinderung die Ideen in ihrer reinsten Form zum Ausdruck zu bringen. Nach weiteren tausend Jahren werden die, die dann auf der Erde wohnen, sich ein bedeutend besseres Bild des Großen Geistes machen können, als dies der jetzigen Generation möglich ist. Deshalb muß stets darauf hingewiesen werden, daß die Religion nicht von dem abhängig ist , was in der Vergangen- heit geschah. Die Vergangenheit wird nicht dadurch geheiligt, weil sie die vergangene Zeit ist. • Jeder Versuch, die Macht des Geistes auf das zu beschränken, was sich gestern ereignete, muß fehlschlagen, denn es wird die große Tatsache ignoriert, daß die Macht des Geistes Seine im- merwährende gegenwärtige Wirklichkeit darstellt. Wo die Mittel vorhanden sind , kann diese Macht in jeden Winkel eurer Erde herabsteigen. • Die Vergangenheit hat zwar Geschichtswert , aber sie enthält nicht die Endgültigkeit aller Offenbarungen . • Der Große Geist fährt in den Enthüllungen Seiner Vollkommenheit in dem Maße fort, in dem Seine Kinder das Wissen aufnehmen können. Alles wächst und dehnt sich aus, es steht nie still. Eure Welt sagt ja, daß ein Vakuum mit der Natur unvereinbar ist.
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