Die Santiner

- 19 - Euer Philosoph Georges Santayana 9 hat gesagt: "Religion ist menschliche Erfahrung, gedeutet durch menschliche Phantasie." Zwar hat er damit recht, wenn er meint, daß die Bibel mittels der Phantasie falsch gedeutet ist. Aber gerade Philosophen sollten im Sprachgebrauch vorsichtiger sein. Religion ist nämlich nicht allein auf menschliche Erfahrung gegründet, sondern auf übersinnliche Inspiration und Einsprechung, sowie auf transzendente Phänomene - wie wir hier ein solches praktizieren. Aber Georges Santayana ergänzt seine Darlegungen, indem er behauptet: "Die Hoffnung auf das Übernatür- liche ist ein verzweifelter Versuch und Einsatz der Menschen, deren Glück die tiefste Ebbe erreicht hat." 10 Aus diesen Zeilen spricht tatsächlich eine bedeutende Unkenntnis auf geistigem Gebiet. Nicht nur die Universitätsverantwortlichen dulden diesen Unsinn und verbreiten ihn weiter, auch die führenden Politiker sind von diesen Worten angetan . Der daraus resultierende materialistische Gedan- ke hat die ganze Menschheit dieser Terra erfaßt, und man hat keinen echten Maßstab mehr für die wichtigen Begriffe von Glück und Hoffnung . Alle Menschen sind derart vom Materialismus erfaßt, daß sie überhaupt keinen Sinn mehr für etwas Geistiges haben. Sie wollen nur noch dem Leben mehr abgewinnen, als ihnen aufgrund ihrer Entwick- lung überhaupt zusteht. Diese Folgen zeigen sich in der ganzen Verhaltensweise der unterentwickelten Völker auf dieser Terra. Aus dieser Einstellung zum Leben entsteht unweigerlich der Haß, der von Nächstenliebe überhaupt nichts weiß, sie völlig ignoriert. Die "nordischen Barbaren" werden noch erfahren, was man ihnen zu danken hat. • Eine wirkliche Philosophie, wie wir sie auf unserem Stern entwickelt haben, beschäftigt sich speziell mit der spirituellen Geisteswissenschaft , die für uns die einzig zuverlässige Quelle der Erkenntnis darstellt. Unsere Philosophie beschäftigt sich nicht mit Rassen- oder Klassenunterschieden, sondern mit dem Verhältnis, in dem die Menschheit zur großen Welt steht. Also nur mit der Kernfrage der großartigen Schöpfungsgeheimnisse: Was ist Gott , die Natur und der Mensch? Auf dieser Welt leben tausende von hochmedialen Menschen, die sich dieser Gabe nicht bewußt sind und ihre Fähigkeiten nicht in positiver, sondern in negativer Weise einsetzen. Da diese medialen Men- schen, die sich außerordentlich gut zu menschlichen Werkzeugen eignen, sehr oft hohe Führerstellen erreichen, werden sie zu einer bedeutenden Gefahr für die übrige Menschheit. Das wird leider nicht erkannt , weil man auf diesem Gebiet zu unerfahren ist. Die akademischen Wissenschaftler, die sich in der Abhängigkeit des Staates befinden, sehen ihre Auf- gabe darin, alles Unbekannte anzuzweifeln und nichts anzuerkennen. Sie nehmen dieselbe Haltung ein, wie ein gerissener Rechtsverdreher. Sie suchen nach einer Erklärung und wenn sie noch so unlogisch und haarsträubend ist, nur um die Tatsache nicht anzuerkennen, daß es ein Leben, und zwar ein bewußtes, sehr intelligentes Leben jenseits des Grabes gibt, also eine unmittelbare Fortsetzung unseres Daseins. Diese Wissenschaftler - ich weiß nicht, ob sie diese Bezeichnung noch verdienen - finden also eine Erklärung, wie ich sie unlängst vernommen habe: "Das sind Steigrohre des Unterbewußtseins. Der Mensch tut etwas, von dem er nicht weiß, was er tut. Aber was er tut, ist hochintelligent und besitzt freiwerdende Energien, welche die Materie in Bewegung setzen." Die allgemeine Dummheit findet entweder Spaß daran oder man ignoriert das Ganze, weil es nichts mit dem Geldverdienen zu tun hat. 9 Santayana , George, eigentlich Jorge Agustín Nicolás Ruiz de Santayana y Borrás, geboren in Madrid 16.12.1863, gestor- ben in Rom 26.09.1952, amerikanischer Philosoph und Dichter spanischer Herkunft. Zahlreiche kulturphilosophische Schrif- ten; Hauptwerk: die kulturkritische Utopie ›The life of reason or the phases of human progress‹ (fünf Bände, 1905/06). Gro- ßen Erfolg hatte er mit dem Roman "Der letzte Puritaner" (1936). 10 Diese Aussage machen viele heutige Zeitgenossen, wenn sie in ihrer Unkenntnis von spirituellen Zusammenhängen hören oder lesen.

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