Die Santiner

- 83 - können und dem sie ihre Wünsche und Sorgen vortragen können. Aus diesem Grunde hat sich das ganze religiöse Denken, die ganze Andacht stets auf diese großen Interpreten des Gott- glaubens konzentriert. Es ist überall dasselbe, ganz gleich, ob es sich um einen Menschen als Märtyrer handelt oder ob es ein großer Meister war, der in irgendeiner Weise mit den Sphären des Geistigen Reiches in Kontakt stand, wie zum Beispiel Mohammed oder Buddha . Doch der wahren Existenz Gottes ist man nicht näher gekommen. Dazu fehlt ja leider auch die höhere Erkenntnis, sagen wir: die Vorbedingung eines solchen Wissens. Welches Testament erklärt z.B. ein Zustandekommen eines übersinnlichen, außerirdischen Kontaktes? Gott ist aber niemals euer Feind. Im Gegenteil - wenn Er nicht euer Vater und Freund wäre, sähe es noch viel trostloser aus. Es besteht also gar kein Grund, nach einer plausiblen Erklä- rung Gottes zu suchen, da diese Erklärung nicht zwingend notwendig ist, denn Gott tut euch nichts Böses an. Ganz anders ist es mit dem Widersacher , mit dem gefährlichen Feind , der euch nur Böses antun will. Diesen Feind ignoriert ihr vollständig. Das verstehe ein anderer, ich nicht. Wenn ihr den Teufel zum "heißen Eisen" erklärt, ist euch auch nicht mehr zu helfen. Wie oft hört man, daß Gott straft . Auf diese Weise haben die Kirchen versucht, den Menschen einzuschüchtern . Aber mit Drohungen kann man keine Liebe erzwingen. Das ist unmöglich! Doch der Mensch soll jenen Geist nicht nur verehren, sondern vertrauensvoll lieben. Wenn der Mensch vor einer Strafe Angst hat, so fürchtet er auch jenen, der die Strafe über ihn verhängt. Auf diese Weise haben es die Kirchen fertiggebracht, daß die Menschen mehr Scheu als Liebe für ihren Schöpfer haben. Aber der Mensch geht trotzdem nicht straflos aus. Er bringt sich selbst in Situationen, die für ihn eine selbstverschuldete Strafe bedeuten - diesseits und jenseits. Doch der Widersacher fragt nicht nach Gerechtigkeit, noch danach, ob es einem Menschen wehtut. Er übt seine Gewalt aus und legt seine raffinierten Netze aus. Ihr habt viele religiöse Schriften. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um diese oder jene Religion handelt. In allen Schriften wird die Gefährlichkeit des Menschenfeindes Luzifers nicht genügend herausgestellt. Das ist unverständlich . Wenn ich eine Bibel schreiben müßte, so würde ich das ganze Gewicht auf die Tatsache legen, daß die Menschheit auf die Raffinessen des Teufels hereinfällt, der es mit großem Geschick versteht, die richtigen Maßnahmen zu treffen, welche die Menschheit ins Verderben führen. Er kennt nämlich die vielen Schwächen der Menschen und nutzt sie in jeder Weise aus. Vor allem kennt er die Wünsche des Menschen und paßt sich der Entwick- lung geschickt an. Der Teufel ist sehr gefährlich, aber keineswegs einfältig oder dumm. Die Menschheit wird somit einer beispiellosen Gefahr ausgesetzt, von der sie überhaupt keine Ahnung hat. Wenn etwas für harmlos oder unwichtig hingestellt werden soll, so daß man es nicht ernst nimmt, gibt es kein besseres Mittel als die Lächerlichkeit. Man macht das Objekt so lächerlich , daß es für einen absoluten Nonsens, für ein törichtes Gerede gehalten wird. Genauso verhält es sich mit dem Widersacher . Er wird mit menschlicher Unterstützung so lächerlich gemacht, daß ihn niemand wirklich zu fürchten braucht. Das ist der große Fehler, der schwerer wiegt , als alle großen sozialen und politischen Probleme der Welt zusammengenommen . Was aus dieser Situation für Folgen entstehen, ist nicht ganz auszudenken. Jedenfalls kann ich euch nur den Rat geben, den Teufel nicht zu unterschätzen. Er ist auf gar keinen Fall eine Witz- oder Märchenfigur, wie sie in den Grimmschen Märchen vorkommt. Er gehört auch nicht zu den phantasievollen Gestalten der Science-fiction Bücher. Der Widersacher ist real , wie das ganze Universum! Wenn es eurer Wissenschaft oder euren Religionsverantwortlichen nicht gelingt, den Widersa- cher glaubhaft in das richtige Licht zu stellen, wird diese Menschheit nicht aus der Sackgasse herausfinden. Diese Menschheit weiß leider noch zu wenig vom unsichtbaren Leben. Aus diesem Grunde ist es auch unglaublich schwer, die sorglos dahinlebenden Menschen von so gewaltigen Vorgängen zu überzeugen.

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