Die Seelen

- 21 - Unzufriedenheit ist Seelenpein (Durchgabe aus dem Jahre 1958) Die Hölle ist ein Zustand . Man kann schon in dieser Welt in einen höllischen Zustand kommen. In der jenseitigen Welt allerdings noch andauernder und viel qualvoller. • Die jenseitige Hölle ist ein Zustand, den sich eine unentwickelte Seele selbst schafft . Aber auch die diesseitige Hölle ist selbstverschuldet und bereitet sehr viel Seelenpein. In einen sol- chen Zustand kommt man am schnellsten durch die Unzufriedenheit . Diese kann sich derartig steigern, daß der Mensch zum Selbstmord schreitet, um diese Seelenpein loszuwerden, die ihm unerträglich erscheint. Doch der Selbstmord macht ihn von diesem Zustand nicht frei. Im Gegenteil - der unzufrie- dene Zustand wird nach dem Tode noch schlimmer und es ist dem Selbstmörder ganz unmöglich, sich außer der Entkörperung noch weiter umzubringen. Die Unzufriedenheit kann sich unendlich vielseitig beschäftigen. Es sind gesteigerte Wünsche aller Art, die das ganze Denken und Empfinden beherrschen. Auch Mord und Totschlag, ja, im Superlativ sogar der Weltkrieg rühren aus der gesteigerten Unzufriedenheit her. Nun ist die Menschheit besonders darauf erpicht, die Unzufriedenheit im Menschen in jeder nur mög- lichen Weise zu fördern und daraus Profit zu ziehen . Unzufriedene Menschen werden allmählich krank, und viele seelische, besonders aber psychosomatische Krankheiten sind dann die absolute Fol- ge. Aus einer seelischen Vergiftung durch Unzufriedenheit erfolgt durch die körperliche Verzahnung unbedingt auch eine organische Vergiftung , die einwandfrei nachgewiesen werden kann. Der labile Mensch wird gefährlich unzufrieden, wenn er zum Beispiel seinem erotischen Trieb nicht folgen kann, oder wenn er den Gegenstand seiner angeblichen Liebe nicht bekommt. Er kann sein ganzes Begehren auf einen Menschen richten. Er kann aus Egoismus unendlich hassen, weil seine Unzufriedenheit zu einer grenzenlosen Seelenpein wird. Es ist sehr wichtig, diesen Zustand von der geistigen Warte aus zu übersehen. • Sehr unzufriedene Menschen sind überwiegend gottlos und darüber hinaus auch gänzlich glaubenslos . Solche Menschen können sehr leicht besessen werden, d. h., sie können von un- zufriedenen Seelen aus dem Jenseits überfallen werden. Normalerweise würde die Unzufriedenheit nicht ganz so gefährlich sein, wenn die Industrie und Wirt- schaft hier nicht geistig freveln würden. Das Abzahlungssystem befriedigt zunächst den Wunsch und damit die Unzufriedenheit. Aber das dauert praktisch nur ein paar Wochen, denn dann steigert sich die Unzufriedenheit in beängstigende Ausmaße. Der Wunsch wird durch einen neuen abgelöst und das Abzahlungssystem peinigt den Kreditnehmer von Tag zu Tag. So kommt es, daß der Abzahler mit einem Bündel Zahlkarten zur Post geht, um seine Schulden zu tilgen. Der höllische Zustand ist da und der Mensch lebt im Vorschuß auf sein Sündenkonto. Doch die Hölle hält fest! Leider sieht die Menschheit dieses Übel nur von einer finanziellen Seite. Jedoch die Gerichte können über alle Neben- erscheinungen genügend Auskunft geben. Noch wichtiger ist die Beurteilung aus geistiger Perspektive. Labile Seelen sind im Jenseits den Gefahren mehr ausgesetzt als auf dieser Erde. Auch die Wünsche steigern sich im Jenseits bis zur dämonischen Phantastik. Die Unzufriedenheit steigert sich zu wahren Höllenqualen. Darum ist es für jeden geistig strebenden Menschen wichtig zu wissen, daß er seine Wünsche in ein normales Verhält- nis zum Erwerb bringen muß. Dinge zu besitzen, die noch nicht erarbeitet worden sind, führen unweigerlich zur peinvollen Unzufriedenheit und leider zur Dämonie. Man kann also wirklich sagen: Die Ratensysteme sind bereits Wege zur Hölle. So manche Seele hat geglaubt, einen Platz im Himmel auf Abzahlung erwerben zu können. Doch schon nach der ersten Rate gingen sie ins Geistige Reich, wo sie nun um Erlaß ihrer Schulden betteln.

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