Die große Begegnung
- 12 - Wie auffallend jedoch die biblischen Offenbarungen mit den heutigen, noch stattfindenden übersinnli- chen Kontakten übereinstimmen, werden wir in dem folgenden Tatsachenbericht deutlich sehen. Ein Nervenarzt in Zürich, der jahrelang Leiter einer neurologischen Klinik war, kam aufgrund seiner Beobachtungen zu folgender Erkenntnis: "Es hat den Anschein, als ob eine der Wissenschaft bisher unbekannte Welt durchbrechen würde. Die Tatsa- chenberichte sind zu zahlreich , als daß man sie einfach als Schwindel abtun könnte. Die Literatur darüber ist bereits zu groß. Ich habe persönlich bei drei oder vier Menschen Telepathie , Hellsehen , Heilkraft und auch Materialisationsphänomene beobachtet, von deren Echtheit ich trotz anfänglicher großer Skepsis und intel- lektuellem Widerstreben heute überzeugt bin." 4 Auch diese Niederschrift hat nichts mit menschlicher Erfindung, Dichtung oder Phantasie zu tun, sie ist realste Wirklichkeit und mit Wahrheitsliebe geschrieben. Wie schwer es ist, diese Phänomene zu erklären, sie zu beweisen und an die Menschheit heranzutragen, habe ich bei meinen Vorträgen in den evangelischen Gemeindehäusern erfahren. Selbst die Theologen haben sich in heftige Diskussionen eingelassen, um das Für und Wider zu erörtern. Niemals aber hat man den Wert der Erfahrungen mindern können, so sehr sich der Teufel auch darum bemühte. Die breite Öffentlichkeit hat meine Darlegungen in sämtlichen Vorträgen akzeptiert und mit spontanem Applaus aufgenommen. Diese Erfolge sind ein Beweis dafür, daß der Glaube an die göttlichen Wunder noch nicht gänzlich erstickt worden ist. Der Yogi unterwirft sich den strengsten Übungen, um mit seiner Seele Berührung zur Vierten Dimen- sion zu erlangen. Die Anthroposophen mühen sich ebenfalls ab, um übersinnliche Phänomene an sich zu erproben. Es gibt eine riesige Anzahl von Sekten und religiösen Anhängern, welche alle bemüht sind, durch die unglaublichsten Beschwörungen und Übungen schon zu Lebzeiten in das übersinnliche Reich hineinzuschauen. Derartige, wirkliche Visionen finden wir in der Heiligen Schrift beschrieben, aber nichts steht davon geschrieben, wie sich derartige Phänomene im Menschen selbst zutragen , wie sie in allen Einzelheiten erlebt worden sind. Ich habe mich mit der größten Anstrengung bemüht, in dieser Weise alles zu überlegen und zu beobachten, jede Täuschung zu vermeiden und nur das wirk- lich Vernunftmäßige gelten zu lassen. Ein Theologe , mit dem ich über alles sprach, meinte zu mir: "Was andere Menschen mit Gewalt erzwingen wollen, das geschah hier als ein wirkliches Naturphänomen." Ich bin überzeugt, daß derartige Naturphänomene auch bei den biblischen Propheten aufgetreten sind und daß sie nichts mit Gewalt erzwungen haben. Ein medizinischer Sachverständiger drückte sich in folgender Weise aus: "Derartige Erlebnisse geistiger oder seelischer Art sind zumeist Folgen einer Ekstase." Auch die Propheten waren in ihren Visionen in einer religiösen Ekstase. Meine eigenen Erfahrungen, d. h. meine Selbstkontrolle, haben mir die Überzeugung gegeben, daß die Ekstase nicht vor dem Phänomen vorhanden war, sondern daß die Ekstase, das heißt eine religiöse Verzückung, erst nach dem Phänomen eintrat und daß die Ekstase keinesfalls die Gewalt des Phänomens veränderte, noch den Inhalt der "Großen Begegnung" mit dem Übersinnlichen beeinflußte. Niemals war diese Begeg- nung in der Weise gewollt, wie sie stattfand, und immer kam es ganz anders, als ich es mir hatte träumen lassen. Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich jedenfalls behaupten, daß neben der sichtbaren auch eine, für uns im irdischen Leben, unsichtbare Welt existiert. Diese unsichtbare Welt habe ich nicht vermutet, sondern ich habe sie erlebt und konkreter und realer gefunden als mir alle irdischen Dinge erscheinen. Von diesem Augenblick an verzweifelte ich aber an der diesseitigen Welt, denn ich erkannte mit ungeheurem Grauen und mit entmutigender Traurigkeit, daß wir uns in einem trostlosen Zustand der verhängnisvollsten Irrtümer befinden, die von einer ganzen Organisation von Wissenschaftlern und 4 Literatur: Th. Bovet "Die Ganzheit der Person in der ärztlichen Praxis", Rascher Verlag, Zürich.
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