Die große Begegnung
- 14 - Wie alles begann ... Es gab eine Zeit, in der ich spiritistische Versuche anstellte, ohne ein gläubiger Spiritist zu sein. Das ganze Experimentieren hatte hauptsächlich den Zweck der Unterhaltung, obgleich ich zugeben mußte, daß unsichtbare Kräfte tatsächlich vorhanden waren. Mein Sohn Uwe , der damals 17 Jahre zählte, war ein sehr geeignetes Medium, so daß wir es zu allerlei Phänomenen brachten. Aber wir glaubten alle beide nicht an Geister . Die Gewalt der unsichtbaren Kräfte erhöhte allerdings von Versuch zu Versuch unsere Aufmerksamkeit. Wir glaubten an einen unbekannten Magnetismus, bis wir schließlich selbst von diesem merkwürdigen Magnetismus erfaßt wurden, so daß wir schließlich erkennen mußten , daß hinter dieser unsichtbaren, unbekannten Kraft , eine lenkende Intelligenz steckte. Eines Tages nahm diese okkulte Intelligenz derartig zu, daß die Hand beim Schreiben von einem auffallenden Magnetismus erfaßt und geleitet wurde. Wir wunderten uns sehr über diese Erscheinung und machten den Versuch, uns möglichst passiv zu verhalten und auch möglichst jede eigene Gedan- kenarbeit auszuschalten … Zunächst zeichnete mein Sohn in höchst vollendeter Weise: Köpfe, Kostü- me und Waffen vergangener Jahrhunderte, von denen wir keine Ahnung hatten. Wir fragten nach dem Namen des Zeichengenies und erhielten auch sofort eine Antwort. Der unsichtbare Künstler gab sich als abgeschiedene Seele zu erkennen, nannte sich "Elias" und erbot sich, meinem Sohn das freihandli- che Zeichnen auf diese Weise beizubringen. Als wir diesen Ankündigungen keinen rechten Glauben schenken wollten, ja tatsächlich daran glaub- ten, daß wir uns auf eine unbekannte, geheimnisvolle Weise selbst betrügen, schrieb der Bleistift ein unleserliches Gekritzel , das mit großer Sicherheit und Geschwindigkeit zu Papier gebracht wurde. Dann erhielten wir die Nachricht in normaler Schrift, das Geschriebene vor einen Spiegel zu halten. Wir taten wie uns aufgetragen und waren geradezu betroffen, ja fast erschlagen, von dem Wunder, daß diese Spiegelschrift so deutlich zu lesen war. Der Text besagte jedoch, daß wir uns nicht im Unglau- ben verlieren sollten, und daß die Seelen im Jenseits tatsächlich bewußt , mit allen Erinnerungen und Sinnen, ja sogar in einem Körper , den wir zwar nicht sehen könnten, weiterleben. Von diesem Tage an stellten wir die unsichtbaren Intelligenzen auf die Probe. Wir erfanden immer neue Möglichkeiten, ihre "zweifelhafte" Existenz nachzuprüfen. Nicht alle diese Spitzfindigkeiten gelangten zu unserer Überzeugung, doch mitunter gab es Beispiele von unwiderlegbarer Überzeugung. Schließlich machten wir die Beobachtung, daß in der unsichtbaren Welt Intelligenzen am Werke waren, unsere Versuche mit aller Gewalt zu stören. Nachdem wir diese Störversuche erkannt hatten, uns gegen sie zur Wehr setzten, wurden diese Störenfriede sehr erbost und äußerten sich in gemeinen Mitteilungen, Drohungen und Schmähungen schlimmster Art, ja schritten sogar zu pornographischen Zeichnungen. • Aber gerade diese Gegenaktionen waren von einem zwingenden Beweiswert. Es zeigte sich hier am besten Goethes Worte aus dem Faust: "Ich bin die Kraft, die stets das Böse will und nur das Gute schafft!"… Der Teufel wollte die Erkenntnis von der Anderen Welt verhindern , aber er überzeugte uns um so mehr von ihrer Existenz. Unzweifelhaft bildete sich bei uns durch diese Versuche die vorhandene Medialität noch stärker aus. • Die Schriftproben wurden immer komplizierter. Sie wechselten innerhalb eines Satzes mehr- fach die Schreibweise, so daß ein Wort gerade , das andere Kopf stand und die ganze Mittei- lung sich wie eine Schnecke einrollte . Dann kamen ganze Serien von Mitteilungen in anderen Sprachen , die wir nicht beherrschten, aber nach Übersetzung als vollkommen richtig erkannt wurden, mitunter aber in alter Schreibweise oder in längst vergessenen Dialekten geschrieben waren. Diese übersinnlichen Mitteilungen in fremden Sprachen , sogar in türkischen Zeichen , schlugen dem Faß den Boden aus, wie man zu sagen pflegt. Wir kamen nun zu der Überzeugung, daß wir diese göttliche Gabe nicht nur für uns allein in Anspruch nehmen durften. Wir mußten es anderen Menschen vorführen , damit sich auch andere von diesem großartigen Phänomen überzeugen konnten.
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