Die große Begegnung

- 15 - Aber so leicht war das nicht! Wir hatten unsere Mitmenschen leider unterschätzt, und ebenso hatten wir die jenseitigen Kräfte falsch eingeschätzt. Zunächst hatten wir es mit Ungläubigen zu tun, die tatsächlich der Meinung waren, daß wir sie betrügen wollten, obwohl wir nicht einen Pfennig Bezah- lung verlangten. Doch unter der Gewalt der spontanen Niederschriften, die oft für den Teilnehmer überraschende Einzelheiten enthielten , änderte sich die vorgefaßte Meinung schnell, zumal diese Mitteilungen in den meisten Fällen von physikalischen Phänomenen begleitet wurden. • Mitunter waren diese physikalischen Begleiterscheinungen so stark, daß das ganze Zimmer mit allen Dielen und Möbeln in starke Schwingungen kam , die geradezu beängstigend wirkten. Kein Wunder, daß im Mittelalter derartige Phänomene gefürchtet wurden und die Medien auf den Scheiterhaufen kamen. Allmählich fanden wir heraus, daß unsere Bemühungen eigentlich durch vier Jenseitige unterstützt wurden, die wir alle bei Namen kannten. Es handelte sich um eine Interessengruppe , die sehr religiös ausgerichtet war und die unser Tun in allen Einzelheiten verfolgten. Immer wieder wurden wir in Erstaunen versetzt, wenn wir feststellen mußten, wie genau man uns beobachtete und wie man unsere Gedanken lesen konnte. Es gab nichts, auch nicht ein gedachtes Wort oder ein aufkommendes Gefühl, das wir vor ihnen hatten verbergen können. - Eines Tages meldeten sich auf diese Weise verschiedene Verstorbene , die wir gut gekannt haben, auch waren Verwandte dabei, die uns die merkwürdigsten Neuigkeiten mitteilten. In kurzer Zeit hatten wir uns so eingeübt, daß wir eine sehr umfangreiche und schnelle Korrespondenz zwischen uns und dem Jenseits herstellen konnten. • Wenn die Jenseitigen etwas mitzuteilen hatten, dann gaben sie uns ein laut vernehmbares Klopfzeichen in den Möbeln, das wir bald genau kannten. Natürlich verfielen auch wir auf den Gedanken, ob es nicht möglich sei, daß man uns von der jenseiti- gen Welt materiell helfen könne . Aber bald gaben wir diese Wünsche wieder auf, nachdem wir fest- stellen mußten, daß auch die Abgeschiedenen keine Hellseher waren, oder daß sie uns gegenüber so taten, als ob sie uns in dieser Weise wirklich keinen Tip geben konnten… Mitunter schrieb ich mit einem Jenseitigen und unterhielt mich mit ihm über allerlei wichtige Fragen, denn jener war sehr gebildet und verfügte über ein erstaunliches Wissen, das mir viel Freude bereitete. Ich fragte ihn deshalb, ob der Friedenswille der Kommunisten ehrlich sei? Die Antwort lautete: "Sie wollen die ganze Welt beherrschen, um gleichzeitig über Gott triumphieren zu können. aber sie werden besiegt werden durch den wahren und einzig gerechten Glauben an ihn, den allmächtigen Gott." Ein andermal fragte ich meinen unsichtbaren, aber durchaus fühlbaren Freund , wie ich mich zu verhalten hätte, wenn ich einmal sterben müßte? Er schrieb mit meiner Hand: "Dann werde ich bei dir sein und dich mit Liebe empfangen, in der ersten Zeit deiner seelischen Dunkelheit. Aber dann werde ich dich an das "Große Licht" führen, damit du erkennst, warum Gott so vieles geschehen läßt, was ihr nicht begreifen könnt. Aber das ist alles nur zu Seinem Nutzen." Eines Abends hatte ich meinen Hausarzt eingeladen. Dieser Mediziner, ein älterer Herr, Amtsarzt a. D., sollte einmal sein Urteil abgeben: Am Anfang unserer Vorführung, sage er weder ja noch nein. Aber dann kam er aus sich heraus und begann von sich aus Fragen zu stellen. Diese Fragen drehten sich um wissenschaftliche und medizinische Fragen , mit denen er sich schon lange ernsthaft beschäf- tigt hatte. Sein Erstaunen wuchs von Minute zu Minute, denn jede Antwort war eine Sensation auf seine Fragen. Schließlich meinte er zu uns, daß wir diese Fragen niemals aus dem Stegreif hätten beantworten können, da sie ein genaues Studium erfordert hätten. Außerdem hatte er seine Fragen in Gedanken gestellt , so daß sie uns völlig unbekannt waren. Heute weiß ich, daß es angebliche Gelehrte gibt, die eine Antwort auch auf dieses Phänomen wissen wollen: Sie nennen es "unbewußte Telepa- thie", d. h. wir hätten das Unterbewußtsein des Arztes angezapft…

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3