Die große Begegnung

- 16 - Auf Kollisionskurs mit der Schulreligion Aufgrund meiner Schulreligion hatte ich von Himmel und Hölle eine ganz andere Vorstellung gehabt, als es sich jetzt zeigte. Ich glaube, daß meine Vorstellung auch die Vorstellung von vielen meiner Mitmenschen ist: • Zunächst war ich der Ansicht, daß der Himmel sehr weit von der Erde entfernt, irgendwo im weiten Weltall liegt, vielleicht auf einem anderen Stern. Zum Himmel rechnete ich das ganze Jenseits , und die Hölle mußte - meiner Vorstellung nach - ebenfalls in unermeßlich weiter Ferne liegen, wenn es überhaupt so etwas Ähnliches wie eine Hölle gibt. • Weiter hatte ich die Vorstellung, daß die Seele des Menschen, im Falle, daß sie tatsächlich den Körper überlebt, ebenfalls sofort in unermeßliche Fernen getragen wird , auf alle Fälle so weit wie möglich von unserer Erde entfernt. • Gott war für mich keine menschenähnliche Existenz, sondern nur eine gewaltige Naturkraft , das heißt gewisse Naturgesetze , die man zu respektieren hatte und nach denen sich alles Leben und der Lauf der Gestirne richteten. Hierzu kamen die vielen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, die Biologie, die Technik und vieles andere. • Der Teufel war für mich einfach eine Märchenfigur mit Hörnern und einem langen Schwanz, so, wie Kasperle mit ihm herumstritt. Das alles zusammengefaßt ergab eine abgerundete Welt, ja einen Kosmos, ein Weltall -, was jenseits davon lag, war nicht zu ergründen, noch zu begreifen. Das Gehirn war eben nicht mehr aufnahmefähig für derartige abstrakte Vorstellungen. Durch das automatische Schreiben , das wir gegenseitig kontrollierten, veränderte sich allmählich die Vorstellung vom Universum, von Gott und Seinem Jenseits . Wir machten verschiedene Experimente mit beschrifteten Zetteln, die wir mit der Schrift nach unten , gemischt wie ein Kartenspiel, auf den Tisch legten. Unsere gute Jenseitsverbindung war in der Lage, den Text auf diesen Zetteln schon vorher zu lesen , bevor wir uns dieselben betrachtet hatten. Das war schon etwas wie reines Hellsehen, hat aber mit dem Hellsehen nichts zu tun. Allmählich fühlte ich mich verpflichtet, diese wunderbare Verbindung nicht für mich allein in Anspruch zu nehmen, sondern andere Menschen damit zu überzeugen. Ich lud daher, völlig kostenlos und nur aus reinem Idealismus, fremde Menschen in meine Wohnung ein, um ihnen einen Beweis vom Leben nach dem Tode zu geben. Sogar meinen Hausarzt hatte ich dazu überredet. Er war ein ausgemachter Materialist und mit den allerstärksten Zweifeln ausgerüstet. Allmählich kapitulierte auch er vor diesen überaus eindrucksvol- len Mitteilungen, und schließlich kam er öfter als mir lieb war, weil er diese Verbindungen zu interes- sant fand und auch viele wissenschaftliche Fragen stellte, die ihm zu seiner vollsten Zufriedenheit beantwortet wurden. Wir mußten dabei immer wieder feststellen, daß die unsichtbaren Intelligenzen alle ihre Sinne sehr gut beisammen hatten, vor allem, daß sie sehr gut hören und sehen konnten. Ich ahnungsloses Schaf! - Ich hatte eine vollkommen falsche Vorstellung von den unsichtbaren Mächten gehabt. Ich hatte vor allem eine ganz falsche Vorstellung von Gott und dem Teufel gehabt, das sollte ich noch auf eine ganz wunderbare Weise kennenlernen.

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