Die große Begegnung
- 17 - Eine Botschaft aus dem Nichts Gefährlich ist es - sehr gefährlich - sich mit so gewaltigen Mächten einzulassen, die Himmel und Erde im Wettstreit miteinander gebaut haben. Noch gefährlicher aber ist eine solche Verbindung, wenn man sich mit diesen Mächten von Wort zu Wort unterhalten kann . Vielleicht paßte es einer solchen Macht nicht in ihre Absichten, daß ich bei wildfremden Menschen derartige Bekehrungsversuche unternahm, und vielleicht erst recht nicht, daß diese Bekehrungen einen besseren Erfolg hatten als ein lebenslan- ger Kirchenbesuch. Vielleicht hatte Gott bzw. Seine autorisierten Helfer , meine durchaus ehrliche Absicht verstanden und in mein Herz geschaut, oder Seine Gnade hatte sich tatsächlich meiner in unerklärlicher Weise erbarmt, zumal ich in dieser Zeit betete, bis mir ein heiliger Schauer über den Rücken lief. • Derartige geheimnisvolle Schauer waren für mich immer ein untrügliches Zeichen , daß ich von der unsichtbaren Welt verstanden worden bin. So kam es, daß ich eines Nachts im Bett lag und vor lauter Sorgen nicht einschlafen konnte. Da stellte ich mir in Gedanken vor, welche ungeheuren Sorgen Jesus Christus zu tragen hat. Und je mehr ich darüber nachdachte, um so mehr glaubte ich, das schwere Leiden des Gekreuzigten zu verstehen. Ich hatte Kummer mit einer so kleinen Welt, Kummer nur mit wenigen Angelegenheiten. Christus trug dagegen die Leiden einer ganzen Menschheit , die ihn täglich tausendfach kreuzigt und verrät. Und trotzdem ist ihm diese Menschheit einschließlich jedes einzelnen Sünders so lieb und wert, daß er uns nicht aus den Augen läßt. Er weiß, was es bedeutet, als Mensch unter Menschen zu leben, weil er selbst im Fleische unter uns gelebt hat. Ich schämte mich bei diesen Gedanken bodenlos ob meines unberechtigten Kummers, den ich selbst verschuldet hatte , und bewunderte Christus in stiller, dankba- rer Ehrfurcht. Ich betete, wie ich in meinem Leben noch nie gebetet hatte und verzieh allen meinen Feinden. Im Gegenteil, statt daß ich mich über sie ärgerte, betete ich für ihre Unwissenheit und bat Gott , den schlechten Einfluß von ihnen zu wenden. • Da spürte ich auf einmal, daß ein eiskalter Schauer über meinen Rücken lief. Gleichzeitig hör- te ich, daß die Möbel und Dielen im Zimmer zu knistern begannen. Mein rechter Arm erhob sich von einer magischen Gewalt gezogen und schrieb mit dem Zeigefinger der rechten Hand große unsichtbare Buchstaben in die Luft, die ich mit gespannter Aufmerksamkeit gut entzif- fern konnte. Es war ein unheimliches "Mene-Mene-Tekel" , eine unsichtbare Flammenschrift. Eine Botschaft aus dem Nichts, aus dem Jenseits, aus der unsichtbaren Ultrawelt . Doch die Botschaft gab mir Trost und sagte mir, daß es keine dauernde Ungerechtigkeit gibt, selbst dann nicht, wenn unser Recht für die Dauer eines irdischen Lebens verloren geht, wir finden es im anderen Leben, das unser wirkliches Leben ist, wieder. Nachdem ich festgestellt hatte, daß die Luftschrift , ihrem Inhalt nach, niemals von mir selbst sein konnte, bat ich in konzentrierten Gedanken: Gott möge in Seiner Liebe zu uns ein Wunder geschehen lassen und meinen Feinden vergeben, wie ich es bereits getan habe. Wenige Tage darauf schrieb ich mit meinem Sohn Uwe auf automatische Weise. Wir bedienten uns damals noch des sog. Glasrückens , das stets mit erheblicher Kraft schrieb. Da erhielten wir die sonderbare Mitteilung, ich möchte am Abend, wenn ich im Bett liege, auf eine sehr wichtige Nachricht warten, denn Gott hätte wir etwas zu sagen... Wir wurden stutzig und wollten sofort nähere Angaben haben, aber eine weitere Verbindung war völlig unmöglich. Schließlich wurde unsere Beharrlichkeit damit beendet, daß wir aufgefordert wurden, den Willen Gottes nicht zu stören. Ich wagte dennoch zu fragen, wer denn dieser Schreiber sei? Die Antwort lautete: "Ich nenne mich Ikarus - und bin ein wirklicher Bote Gottes." Dieses Ereignis erschien mir biblisch und versetzte mich naturgemäß in eine heftige Unruhe. Jetzt schien die Jenseitsverbindung einen durchaus religiösen Charakter zu bekommen.
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