Die große Begegnung
- 18 - Doch, was ist der Mensch? Ein unverbesserlicher Zweifler! - Kein Wunder, daß die Hölle jeden, auch den allergeringsten Zweifel ausnutzt: War es überhaupt möglich, daß der allmächtige Schöpfer , die höchste Intelligenz im ganzen Universum, mir auf diesem merkwürdigen Verständigungsweg, mit Hilfe einer Medialität, etwas sagen wollte? Konnte es nicht eher sein, daß gewisse Seelen Abgeschie- dener sich aus Langeweile einen Jux, einen Zeitvertreib machen wollten? Ich wußte nur zu gut, daß jenes Jenseits , das mich umgab, voller Seelen war, die uns schon mehr als einmal faustdick belogen hatten. Wer sollte sich jetzt auskennen, ob hier die Wahrheit oder die Dämonie ihre Hand im Spiele hatte? Was aber, wenn Gott mir wirklich etwas zu sagen hatte, mußte ich mich dann ob meiner Zweifel nicht in Grund und Boden schämen? Waren meine Zweifel dann nicht eine unerhörte Schmähung des Allerhöchsten ? Kein Mensch, selbst der allerbeste Prophet vermag mir auf diese Fragen eine Antwort zu geben. Doch Mose sah wenigstens einen brennenden Busch. Ich sah nichts anderes als meine eigenen Luftbuchstaben, jenes "Mene-Mene-Tekel". Mir wurde mit unheimlicher Deutlichkeit bewußt, daß die Bibelpropheten sich in vielen Mitteilungen geirrt haben könnten , denn eine Stimme aus dem Jenseits genügt nicht allein zu einem eindeutigen Gottes-Willen . Sogenannte zuchtlose Geister können mächtig foppen. Der Psychiater glaubt noch weniger an derartige übersinnliche Mitteilungen. Er glaubt vielmehr an eine ausgewachsene "Schizophrenie". Nach seiner einstudierten Ansicht vermag das unbekannte Unterbewußtsein die unglaublichsten Gedanken und Fähigkeiten heraufzuzaubern . Mit Hilfe der Auslegung eines Psychologen mußte ich gefährlich krank sein , ja vermessen wahnsinnig. Auch die christliche Theologie blinzelt mit einem Auge und ist sehr geneigt, der Psychologie mehr Glauben zu schenken als einem unbekannten Medium. Wenn ich mich mit Theologen darüber unter- hielt, so glaubten sie keinesfalls an derartige Wunder, denn ihrer Meinung nach sind die Propheten ausgestorben! Weder Gott noch Christus haben uns noch etwas zu sagen. Und überdies: was es noch zu sagen gibt, das gibt Gott den Seinen, also den Theologen , im Schlafe, die es dann von der Kanzel predigen können. Ich will keinem Menschen etwas mit Gewalt aufzwingen. Jeder vernünftig denkende Mensch möge selbst entscheiden , was er von meinen Worten hält: Wahrheit? - Literatur oder Märchen? Persönlich bin ich der festen Überzeugung, daß die gesamte Bibel in dem Augenblick zum Märchen wird, wenn meine Erlebnisse nicht ebenso echt sind. Doch der Teufel lacht dazu! Wer sich mit ihm intuitiv verbunden fühlt, der lacht noch lauter . Die Gesetze im Jenseits sind sehr streng, und dennoch besteht die Möglichkeit, daß der Teufel sich für Gott ausgibt . Wir werden es noch sehen, mit welch raffinierten Mitteln er arbeitet… • Die größte Schwierigkeit besteht darin, absolut wahrheitsgetreu in der Wiedergabe der Erleb- nisse zu sein, das heißt sie für die Allgemeinheit nicht auszuschmücken. Eine gewisse Nüchternheit in der Berichterstattung möge man mir, zu Gunsten der Wahrheitsliebe, verzeihen. Auf gewisse wissenschaftliche Erklärungen möchte ich jetzt verzichten. Ich kann nur betonen, daß es genug Menschen gibt, die meinem Phänomen mit einer gewissen Ehrfurcht zuge- stimmt haben, und es waren sowohl Ärzte , Theologen als auch andere Wissenschaftler unter ihnen. Meine hier beschriebenen Erfahrungen sind zwar parapsychologisch , aber sie haben trotzdem einen gewissen Anspruch in bezug auf den Begriff einer wirklichen Inspiration . Es gibt genug ähnliche Beispiele: von der Bibel angefangen, sowohl das Neue Testament , als auch Nostradamus , Swedenborg , die Seherin von Prevorst , Sokrates , Goethe , Karl May und viele andere.
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