Die große Begegnung

- 19 - Ein unvergeßlicher Abend Als ich an jenem unvergeßlichen Abend im Bett lag, befand ich mich in der größten Spannung meines Lebens, denn ich hatte aufgrund der merkwürdigen Ankündigung das Gefühl, daß tatsächlich etwas Bedeutsames geschehen würde. Trotzdem war ich sehr im Nachteil, da ich mich kaum für eine Religi- on interessiert hatte, ja, ich hatte nicht einmal einen richtigen Konfirmationsunterricht gehabt. Nun stand ich machtlos vor einem religiösen Phänomen! Eine Zeitlang lag ich ruhig im Bett, ohne das etwas geschah. Im gleichen Zimmer schliefen meine 15jährige Tochter Monika-Manuela und mein 17jähriger Sohn Uwe , der als starkes Schreibmedium allerdings ein erhebliches Od ausstrahlte und neben mir lag. Es herrschte vollkommene Ruhe, bis auf die regelmäßigen Atemzüge der beiden Kinder… Nachdem ich etwa eine halbe Stunde vergeblich gewartet hatte und immer noch nichts geschah, glaubte ich schon, daß überhaupt kein Ereignis eintreten würde. Um aber ganz sicher zu gehen, hob ich meine rechte Hand in die Höhe, streckte den Zeigefinger aus und wartete erneut… Nach weiteren 10 Minuten spürte ich plötzlich einen gewaltigen Schauer , der meinen ganzen Körper einhüllte. Zur selben Zeit knisterte es heftig im Parkettfußboden und aus dem Nebenzimmer, dessen Tür geöffnet war, hörte ich ein mehrmaliges scharfes Knacken im Holz der Möbel. Meine Tochter stöhnte laut auf, warf sich gewaltsam auf die andere Seite und rief im Schlafe laut die Worte: "Jetzt komme ich!" Im selben Augenblick schoß eine starke magnetische Kraft in meinen Arm, und ich konnte es nicht verhindern, daß meine Hand große Buchstaben in die Luft malte, die ich im Geiste genau verfolgen konnte. Die geheimnisvolle Hand schrieb: "Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit, denn er ist der Erlöser. Amen." Ich wiederholte in Gedanken: Amen. - Die magnetische Macht führte weiter meine Hand. Voller Spannung verfolgte ich Buchstabe für Buchstabe und obwohl ich aus den ersten Buchstaben bereits das Wort erkennen konnte, so wollte ich keinesfalls vorgreifen, noch unhöflich sein, sondern wartete immer geduldig, bis auch der letzte Buchstabe ausgeschrieben war. Meine Hand schrieb immer schneller, so daß der Text, wie langsam gesprochen, erkenntlich wurde. "Ich bin es wieder, Ikarus, der Bote Gottes. Der Allmächtige hat mich zu dir gesandt, um dir etwas zu verkünden. Gott braucht dich als Helfer. Folge genau Seinen Anweisungen. Gott wird es dir einmal lohnen." Diese Botschaft brachte mich im ersten Augenblick völlig aus der Fassung. Ich möchte denjenigen einmal sehen, dem es nicht ähnlich ergehen würde. Auch das Alte Testament weiß zu berichten, daß die Propheten, die von dieser Stimme angerufen wurden, im ersten Augenblick ihre ganze Selbstbe- herrschung einbüßten. Ein Bote Gottes konnte, nach klarer Überlegung, nur ein Engel des Herrn sein. Doch dieser Engel schrieb weiter: "Gott möchte gerne, daß die Bibel umgeschrieben wird. Du könntest diese Arbeit für Ihn tun." Das war ein ungewöhnlich schweres Verlangen. Zunächst wunderte ich mich sehr, warum diese Arbeit gerade von mir verlangt wurde, wo ich mit der Bibel überhaupt nicht Bescheid wußte. Andererseits befand ich mich in einem unerhörten Rauschzustand, der mir einen Tränenstrom entriß… Natürlich befand ich mich in einer unvergleichlichen Ekstase. Böse Zungen haben schon immer behauptet, daß die Bibelpropheten nur in ihrer Ekstase etwas zusammengedichtet haben. Die Ekstase ist das A und O der Inspiration. Mein Beispiel zeigt jedoch, daß die Ekstase nicht das Phänomen hervorgerufen hat, sondern das Phänomen die Ekstase .

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