Die große Begegnung
- 20 - Ich wußte nicht, was ich dem Engel , jenem Ikarus , antworten sollte. Natürlich konnte er alle meine Gedanken mit Leichtigkeit lesen. Um nicht den ganzen Auftrag zu verwerfen, bot ich einen Vergleich an: Ich wollte gut und gerne nach allen Kräften bemüht sein, den göttlichen Willen in Romanen und Kurzgeschichten zum Ausdruck zu bringen. Ikarus blieb bei seinem Thema. Mein Finger schrieb seine Antworten, die kraftvoll, Buchstabe für Buchstabe, in die Luft, das heißt in die Finsternis geschrieben wurden. Ich war gezwungen auf jede Bewegung zu achten, um nicht den Text zu verlieren: "Gott setzt Seine Werkzeuge in ein Amt. Du bist keinesfalls auf dich allein angewiesen, denn alles, was zu deiner Aufgabe gehört, gibt dir der Allmächtige so reichlich, daß du keinen Mangel daran haben wirst. Du könntest die Bibel sehr gut umschreiben. Aber Gott zwingt keinen Menschen etwas zu tun, das er nicht aus Liebe von sich selber tut." "Warum soll die Bibel geändert werden?" "Sieh dir das Buch der Bücher an: die Bibel ist schwarz gebunden. Sie enthält einen gro- ßen Teil an falschen Übersetzungen und Schwarzer Magie. Es ist nicht Gottes Wille, die Menschen damit zu erschrecken, noch damit zu drohen. Gott ist barmherzig und liebevoll ohne alle Grenzen. Ein Buch des Allmächtigen soll keine Schandtaten enthalten es soll trösten und belehren." "Warum ergeht dieser Auftrag nicht an die Theologen? Luther hat doch die Bibel bearbeitet." "Die Theologen sind schwarz gekleidet. So ist ihr heutiges Denken in vielen, vielen Fällen. Doch wenn sie höher stehen, dann sind es noch lange keine Medien, und damit keine Werkzeuge der Anderen Welt." Ich bat Ikarus um einen zusätzlichen Verstand, um mit einer solchen Aufgabe fertigzuwerden. Außer- dem konnte ich mir kein besseres Geschenk ausdenken als einen Verstand, der alles klar erkennt und beurteilt. Ikarus hörte meine Gedanken ab und versprach mir, dafür zu sorgen, daß mein Wunsch in Erfüllung gehe. "Sei heute Nacht bei Gott zu Gast." Ich erschrak bei diesen Worten bis ins Innerste und dachte sogar an ein Sterben. "Gott hat dich eingeladen. Aber du wirst dich an nichts erinnern können, wenn du von deiner Astralreise zurück bist. Habe keine Angst, denn dein Körper wird von einem sehr starken Engel bewacht werden. Dieser Engel wird so lange in deinem Körper Wohnung nehmen." Dies war der Anfang wie zu einem Märchen aus "Tausend und einer Nacht". Ich hatte nie geglaubt, daß derartige übersinnliche Mitteilungen möglich sind. Doch später habe ich erfahren müssen, daß die unsichtbare Macht noch ganz andere Vorstöße in unser Leben unternimmt. Der Leser wird begreifen, daß ich in dieser Nacht kein Auge zumachen konnte. Ich war einfach zu aufgeregt. Diese merkwürdige Unterhaltung konnte ich nicht so einfach begreifen… Nachdem ich mit vielen qualvollen Gedanken schlaflos im Bett gelegen hatte, wagte ich erneut einen Kontakt mit der unsichtbaren Welt herzustellen. Sofort schrieb meine Hand: "Du sollst ruhig schlafen. Mache dir bitte keine Sorgen. Lege dich auf den Rücken und habe vor Gott keine Furcht, sondern nur Ehrfurcht. Gott ist die Endsumme aller Geduld. Er hat Zeit genug, auf deinen Schlaf zu warten."
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