Die große Begegnung
- 29 - Befehle aus dem Nichts Die Stimme begann nun zu befehlen , nachdem sie sich vergewissert hatte, daß ich nicht die Absicht hatte, gegen "Gottes Beschluß" ungehorsam zu sein. "Zunächst gehe auf die Toilette und versuche mit allen Mitteln, daß du Stuhlgang hast. Diese Voraussetzung ist sehr wichtig, wenn du dein irdisches Leben erhalten willst. Frage nicht warum, denn die Zeit eilt. Wir haben es auch sehr eilig." Ich suchte die Toilette auf und wollte alles tun, was man von mir auf so ungewöhnliche Weise ver- langte. Über allem stand die unheimliche Tatsache, daß ich hellhörig war und daß ich auf diese Weise mit einem jenseitigen Wesen in Verbindung stand. Daß es sich diesmal um keine Täuschung mehr handeln konnte, dafür hatte ich selbst den klarsten und eindeutigsten Beweis aller Beweise, die je möglich sein können, denn ich verstand jeden Befehl, der mir ein genaues Gegenteil zu meinen eigenen Gedanken zu sein schien. Es war für mich unmöglich, auf einen Befehl hin eine innere Reinigung vorzunehmen. Die Stimme war aber unerbittlich: "Nimm irgendein Mittel. Nimm Seife oder vermische Wasser mit Marmelade, denn du wirst etwas erleben, das deinen Körper in äußerste Lebensgefahr bringt, wenn du nicht alles erfüllst, was von dir jetzt verlangt wird. Außerdem kannst du vor Gott nicht beste- hen, wenn du dich sträubst." Es sah so aus, als ob man mir von überirdischer Seite aus eine schwere Prüfung auferlegen wollte… Plötzlich ging das elektrische Licht aus . Im Keller war die Hauptleitung gestört. Jetzt brannte im ganzen Hause kein Licht mehr. Zufall? - Heute glaube ich an einen Zufall nicht mehr, nachdem ich später festgestellt hatte, daß die Jenseitigen aus Steckdosen Stichflammen schicken oder eine Klingel betätigen können … Die wenigsten Menschen haben eine Ahnung, was okkulte Kräfte für eine Macht haben, wenn sie einmal richtig in Fahrt sind. Vielleicht haben es die Menschen im Mittelalter besser gewußt. Allein in meiner Wohnung haben die Jenseitigen etwa zwei Zentner emporgehoben ! Der Kurzschluß in der Hausleitung konnte durch den Hauswart nicht beseitigt werden, daher mußte die "Berliner-Elektrizitäts-Gesellschaft" einen Störtrupp entsenden, um den Schaden zu untersuchen. Die Stimme aus dem Jenseits sagte mir, daß die hervorgerufene Dunkelheit mit zur symbolischen Handlung gehöre. Da immer wieder Gottes Wille erwähnt wurde, wagte ich nicht zu widersprechen. Ich befand mich demnach in einem Zustand absoluten Gehorsams bis zur Selbstaufopferung. Ich hatte eine Kerze angezündet, um nicht in der Dunkelheit zu sein. Die Stimme ließ mich nicht mehr allein. Sie füllte jede Lücke meiner Gedanken aus und ich erkannte mit schauriger Gewißheit, wie dieser Engel alle meine Gefühle miterlebte. "Lege dich bitte ins Bett, denn du wirst den Christustod sterben, denn du weißt, daß morgen Karfreitag ist. Dieser Tod wird dich verändern, denn du mußt sterben und wieder neu geboren werden, wenn du als ein Werkzeug des Allmächtigen tätig sein willst. Du mußt vor allem Jesus Christus verstehen lernen, denn nur wenige können ihn wirklich verstehen. Habe keine Furcht vor dem Unfaßbaren, aber bei Gott ist alles möglich - und darum wird Er dich ins Leben zurückrufen, weil Er auf deine Hilfe rechnet." Es blieb mir nichts anderes übrig, als diesen Beschluß meiner Frau und meinen beiden Kindern mitzuteilen. - Sie müssen mich alle für total verrückt gehalten haben…
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