Die große Begegnung

- 30 - Regie aus dem Jenseits Nach einiger Zeit kamen meinem Sohn doch einige Bedenken auf. Er nahm den Bleistift, der durch einen Weinkorken gesteckt war, und bemühte sich um einen Jenseitskontakt mit Hilfe der automati- schen Medialschrift . Er schrieb etwa folgendes: "Habe bitte keine Angst, denn deinem Vater passiert nichts, wenn ihr alles tut, was von euch verlangt wird. Dein Vater wird zwar sterben, doch beunruhigt euch deswegen nicht, denn er wird Ostern wieder zu neuem Leben erwachen. Betet reichlich folgende Gebete, die sehr notwendig sind, um ihm zu helfen: 'Lieber allmächtiger Gott, schicke deine himmlischen Heerscharen aus, um meinem Vater (oder Mann) zu Hilfe zu kommen, denn der Teufel lauert auf seine Seele.'" Am Ostersonntag sollte nach diesen Anweisungen meine Frau mich mit einem Kuß auf die Augen erwecken und dabei beten: "Lieber Gott , erwecke meinen Mann zu neuem Leben und lasse ihn weiter auf Erden wandeln, so lange es Dir gefällt." Was meine Angehörigen von allen diesen Gebeten und Forderungen gehalten haben, kann ich mit Bestimmtheit nicht sagen. Sie müssen sehr an allem gezweifelt haben, ganz besonders an meinem Hellhören . Immerhin bestand noch so etwas wie eine Kontrolle, denn mein Sohn schrieb in automati- scher Medialschrift Erläuterungen auf, die mit meinem Phänomen in Zusammenhang standen. Die Medialität war uns allen als echt bekannt, und wir wußten sehr genau, daß wir seinen Aufzeichnungen und Zeichnungen vollen Glauben schenken konnten. Mein Sohn schrieb stets in der Richtung zum Fragesteller, auch wenn die Schrift dann Kopf stand. Sehr oft aber auch in Spiegelschrift oder rückwärts . Er schrieb in Latein , Griechisch , Französisch , Englisch , Spanisch , in Keilschrift oder Blockschrift. Ja, die Jenseitigen , vor allem jener Elias , versuch- ten alle Möglichkeiten an ihm auszuprobieren. Meine Jenseitsstimme meldete sich wieder und verlangte nun, daß mein Sohn am Karfreitag meinen Bruder aufsuchen sollte, um ihn von dem Vorfall zu unterrichten; außerdem sollte unser Hausarzt verständigt werden, um den Tod an mir festzustellen. Mein Sohn weigerte sich jedoch hartnäckig diesen Auftrag auszuführen, denn ihm war hinreichend bekannt, daß mein Bruder ein ausgesprochener Materialist war, der keinesfalls an derartige Phänomene glauben würde. Ich selbst war sehr über diese Weigerung betroffen, da sie nicht mit meiner Unterwerfung übereinstimmte. Da wurde ich plötzlich durch eine ungewöhnliche Stimme angerufen, die nicht mehr gedanklich zu sein schien, denn sie hatte eine solche Gewalt , daß ich keine Kontrolle mehr hatte, ob diese Stimme nicht tatsächlich akustisch war: "Neben dir steht jetzt Gott, dein Schöpfer. Ich bin sehr ungehalten über den Ungehorsam deiner Familie und darum werde ich ein Leben aus deiner Familie fordern." Das war eine schwere Drohung und ich würde sie hier nicht zu Papier bringen wie eine Gottesläste- rung, wenn das ganze Erlebnis nicht wahr wäre. Was sollte ich jetzt tun? - Ich wandte meine ganze Kraft auf, meine Familie zum Gehorsam zu überreden. Aber wie sollte man einen Menschen überre- den können, wenn er nicht selbst diese gewaltige Stimme gehört hat? Das Resultat bestand darin, daß meine Angehörigen mit diesem "Unsinn" nichts mehr zu tun haben wollten, denn jetzt erschien ich ihnen gemeingefährlich . Sie machten mir auch dementsprechende Vorwürfe, daß ich ihnen in einer so aufregenden Weise die Nachtruhe nehme. Ich bat "Gott" um Erbarmen und versuchte ihn davon abzubringen, das schreckliche Opfer aus meiner Familie zu fordern. Kann man mit Gott handeln?... Nun hatte ich plötzlich starke Bedenken, ob es wirklich der Allmächtige ist, der neben mir stand, denn die Stimme war heftig und laut , befehlend und

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