Die große Begegnung
- 36 - Christus ist eine reine, geläuterte Gottseele. Christus ist wie ein Erzengel, doch er wurde durch Gottes Beschluß inkarniert, um der Menschheit zu helfen. Um Christus aber vor den Menschen zu legitimieren, schickte Gott Zeichen voraus und ließ mancherlei Wunder geschehen. Ihm selbst aber gab er göttliche Gaben mit auf seinen Erdenweg. Er erhielt daher die Fähigkeit zum Hellhören, zum Hellsehen, zum Wunderheilen und Gesundbeten. Außerdem konnte er geistig die Materie überwinden, nämlich die Schwerkraft aufheben und seinen Astralkörper aussenden und abgesehen von der Suggestion und geistiger Be- einflussung noch viele, viele andere Wunder tun, die alle mit der Seele etwas zu schaffen haben. Er kannte keine Sünde und war stark genug in seinem Geiste, allen Anfechtungen und Beeinflussungen durch böse Mächte zu widerstehen. Du siehst, daß er kein Yogi, sondern eine Edelseele war, also ein richtiges Kind Gottes." Ich dachte darüber nach, und um Christus zu erfassen, mußte ich die Worte des Engels einer scharfen Kritik unterziehen. Dann sagte ich langsam, jedes Wort überlegend: "Das mag stimmen, aber wir sind heute technisch und wissenschaftlich weit voraus . Vom geistigen Standpunkt aus gesehen wissen wir heute, daß es Yogis in Indien gibt, die auf glühenden Kohlen tanzen und daß einige Menschen sogar die Schwerkraft aufheben können, wir nennen es "Levitation" . "Gewiß, aber das sind alles nur Teilerscheinungen. Jeder Mensch kann mit seiner Seele arbeiten, sie ist stärker als du annimmst. Doch Christus wurde durch eine Eigenzeugung zur Welt gebracht, durch einen Seitensprung der Natur. Dadurch übernahm er nicht das väterliche, menschliche Erbteil. Diese Lücke wurde von Gott persönlich ausgefüllt, d. h. er trat das väterliche Erbe Gottes an. Dadurch war Christus schon auf Erden mehr als ein Medium, denn er hatte die Erinnerung an seinen Schöpfer und stand mit Seinen guten Engeln in dauernder Telepathie. Als diese Telepathie plötzlich aufhörte, rief er aus: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen!" Allmählich merkte ich, daß ich meinen Glauben erheblich zu revidieren hatte. Es war eine wunderbare und gnadenreiche Belehrung, wie sie ein Mensch nur selten erleben darf. Ich wollte noch mehr darüber hören und der Engel kam meinem Wunsche sofort nach: "Höre gut zu: Jeder Mensch hat eine göttliche Seele, die vom irdischen Tod nicht aus- gelöscht werden kann. Der irdische Tod ist nur ein abwerfen des materiellen Körpers, das Ablegen eines unbrauchbaren Werkzeugs. Christus hatte ein solches Werkzeug, einen menschlichen Körper aus Fleisch und Blut. Doch die Seele des Heilands ist von einer unvorstellbaren Klarheit, sie ist ein großes, leuchtendes Gebilde aus den aller- feinsten Strahlen. Es gibt keine andere Seele, die sich mit dieser Edelseele vergleichen könnte - und darum ist sie göttlich. Auch jede andere Seele könnte mehr oder weniger göttlich sein, wenn sie allem Bösen widerstehen könnte - wenn sie suggestionsfest wäre." Ich zog es vor, lieber keine weiteren Fragen zu stellen, denn ich wollte nicht den Eindruck hervorru- fen, daß ich an der göttlichen Beschaffenheit der Christus-Seele zweifelte. Ich sagte mir, daß diese Gott-Seele kompromißlos anerkannt werden müsse, denn die Sprache weist den Geist aus und die Sprache, welche Christus geführt hatte, war eine Sprache der höchsten Moral und Nächstenliebe.
RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3