Die große Begegnung

- 41 - Im selben Augenblick fiel mir ein Stein, nein, eine ganze Welt vom Herzen. Wie großartig und barmherzig, wie hochherzig und mitfühlend ist doch der Allmächtige , der mich aus dieser furchtbaren Situation gerettet hat. "Aber Gott läßt es nicht zu!"… Was unmittelbar nach dieser Auseinandersetzung folgte, kann ich nicht mehr sagen, da mir jede Erinnerung daran fehlt. Diese Begegnung mit dem Teufel hatte mich derartig mitgenommen, daß meine Seele sicher in einen tiefen Schlaf gefallen war - oder Gott hatte mir die Erinnerung an das weitere Geschehen ausgelöscht. Jahrelang habe ich später über dieses Erlebnis in einer Anderen Welt nachdenken müssen: Wenn diese Astralreise eine symbolische Bedeutung haben sollte, die durch ein kleines Passionsspiel eingeleitet wurde, so mußte auch die Große Begegnung mit dem Bösen eine größere Bedeutung haben. Ich erlaube mir daher, noch einmal die Frage zu stellen: Was hatte Christus in der Hölle, im Reiche des Teufels zu suchen, wenn er Gottes Sohn ist? Meine Erlebnisse haben den Sinn gehabt, alles aufzuschreiben , damit es der Menschheit erhalten bleibt. Es ist also gewissermaßen auch eine Offenbarung, obgleich ich kein Heiliger bin, noch ein Theologe. Aber ich spreche als Laie doch die Vermutung aus, daß meine Erlebnisse mit der Höllen- fahrt Christi vielleicht identisch sind. Vielleicht hat Christus die gleiche Auseinandersetzung gehabt und sich erboten, an Stelle des Teufels in die Verdammnis zu gehen, um damit sein Erlösungswerk noch weiter auszudehnen? Dieses Geschehen sollte am besten von Bibelforschern gut überlegt wer- den. Vor meinem übersinnlichen Scheintod hatte man mir doch angekündigt, daß meine okkulten Erlebnisse dieser Art den Zweck hatten, um Christus wirklich zu verstehen . Nun, ich persönlich glaube, daß ich ihn verstanden habe. Ich habe eine Abneigung gegen die Bezeichnung "Parapsychologie". Dieses Wort ist nicht geeignet , den überaus großen Wert der jenseitigen Erlebnisse auszudrücken. Wir dürfen keineswegs die jensei- tige Welt verächtlich machen , denn sie überragt unser diesseitiges, materielles Leben in einer sehr bedeutenden Weise. Was wäre unser Körper zum Beispiel ohne den geistigen Inhalt, ohne unser Bewußtsein oder ohne unser Denkvermögen? Eine vollkommen falsche Beurteilung, auch von wissenschaftlicher Seite, hat dazu geführt, das Gesamtbild vom Menschen zu entstellen . Der Irrtum besteht darin, daß die meisten Menschen der Ansicht sind, daß die seelischen Tätigkeiten, also Sinnestätigkeiten, Wahrnehmungen, Gefühle und Denkvermögen, vom Körper abhängig sind - demnach nur vom Körper hervorgerufen und ermöglicht werden, so etwa, als wenn eine Maschine eine Energie erzeugt. Meine okkulten Erlebnisse, ganz besonders das Hellhören , haben mir gezeigt und bewiesen, daß hier ein Irrtum vorliegt , der mit aller Anstrengung bekämpft und ausgerottet werden muß. Jeder Mensch, auch der beste Wissenschaftler, würde sich voller Scham an den Kopf fassen, wenn er nur fünf Minuten einen übersinnlichen Kontakt hätte, wie ich ihn monatelang unterhalten habe, ohne ihn aus eigener Kraft trennen zu können. Die Wissenschaft und Technik haben uns in dieser Bezie- hung nicht weitergebracht. Im Gegenteil - sie haben die höheren Erkenntnisse einer Anderen Welt weit in den Hintergrund verdrängt. Die bedeutendsten Forschungsergebnisse einer materiellen Welt dürfen nicht auf die Verhältnisse einer geistigen Astralwelt angewendet werden.

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