Die große Begegnung

- 5 - Kürzlich las ich ein Buch von Billy Graham , einem der erfolgreichsten Evangelisten unserer Zeit. Billy Graham widmete seine ganze Konzentration dem Satan und schilderte ihn in allen seinen Eigenschaften. Er tat recht daran und es wäre jammerschade, wenn die Leser an dem Teufel gewissen- los vorübergehen sollten, denn er ist absolut keine Märchenfigur , seine Anwesenheit keine Legende und sein Wirken ebenso real wie uns die Sonne bescheint. Meine persönlichen Erlebnisse haben mich überzeugt, daß Billy Graham in keiner einzigen Zeile und mit keinem Wort eine Unwahrheit gesagt hat, sondern diese gefährlichste aller Existenzen noch viel zu milde behandelt hat. Bevor wir nicht gelernt haben, seine Mystik, seine Schwarze Magie, seine angeblichen Märchen, seine verspottende Harmlosigkeit oder die in unserem Bewußtsein eingeprägte Teufels-Einbildung richtig kennenzulernen und seine Existenz neben alle täglichen Erscheinungen stellen, die mit allen unseren Sinnen erfaßt werden, wird es keinen wirklichen Frieden auf Erden geben, denn er hat die Wasserstoff- und Atombomben in seinen Händen, und er hat als Befehlsgeber die Gewalt über seine menschlichen Helfershelfer , die er von Gott , dem allmächtigen Schöpfer , weggerissen hat. Billy Graham nennt ihn "den besten Diskussionsredner der Welt". Ich weiß nicht, ob er ihn so kennen- gelernt hat, nämlich so persönlich Auge in Auge, von Wort zu Wort, aber ich bewundere Billy Gra- ham trotzdem, denn er hat ihn richtig bezeichnet. Der Satan ist, so wie ich ihn höchst persönlich kennengelernt habe, tatsächlich die Intelligenz , mit der man zu keinem Schluß kommt, die immer das letzte Wort hat, ja, das allerletzte und zwar so lange, bis Gott allein das wirklich allerletzte Wort spricht und ihn damit zum Schweigen bringt. Vor allen Dingen möchte ich einem verbreiteten Irrtum begegnen: Es ist nicht notwendig , daß ein Prophet oder ein Heiliger unbedingt ein Mensch ohne Sünde sein muß. Diese "Große Begegnung" hat das Gegenteil bewiesen, denn ich war sündig bis auf die Knochen und mein Glaube beruhte auf der ehernen Säule des absoluten Unglaubens . Ein gleiches Beispiel finden wir in der Bibel, wo aus einem Saulus , durch Gottes Hilfe, ein Paulus wurde und beide waren stark in ihrem Eifer. Ein weiterer, unverzeihlicher Fehler besteht darin, daß die Kirchen die Wunder, welche vor tausenden von Jahren stattfanden und nur durch die Überlieferung bewiesen werden, voll akzeptieren ; aber die Wunder, welche auch heute noch geschehen und nicht durch Überlieferungen, sondern durch den lebendigen Menschen bewiesen werden, ablehnen . Nur einige seltene Ausnahmen sind bekannt, aber auch bei diesen Ausnahmen hat man das Wunder, solange der Wundermensch lebte, nicht gewürdigt. Heute gibt es eine ganze Reihe von christlichen Vereinigungen, die das spirituelle Phänomen zum Grundstein ihrer Anbetung machen. Doch es gibt Kirchenväter und geistliche Allgewaltige auf unserer Erde, die derartige Phänomene mit dem Bannstrahl ihrer ganzen Verachtung bekämpfen und alle Anhänger in die Hölle wünschen. Aber diese Kämpfer für die Wahrheit und Gerechtigkeit im Glauben an Gott sind nicht anders als die Inquisitoren des Mittelalters; sie glauben dem Höchsten zu dienen und sind dabei die allerbesten Werkzeuge des Satans .

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3