Die große Begegnung
- 50 - Wir befanden uns in einer Landschaft, in einem Garten Eden. Doch ich sah die Sonne nicht , trotzdem war der ganze Himmel mit ihrem hellen Licht erfüllt. Ebenso gewahrte ich, daß es keinen Schatten gab, jedenfalls nicht so, wie wir ihn auf Erden sehen können. • Der Schatten in diesem "Traumland" ist ein ganz zartes Violett , ja, es gibt dort überhaupt kein Schwarz , weil es keine wirkliche Dunkelheit gibt. Selbst im dunkelsten "Schatten" besteht noch ein zartes Leuchten. Weiter stellte ich fest, daß ich atmen konnte , obgleich auch diese notwendige Eigenschaft sehr unter- schiedlich vom irdischen Lufteinatmen ist. • Ich konnte das Atmen ohne die geringsten Beschwerden unterlassen , aber ich konnte auch tief Luft holen - und solche Atemzüge erzeugten stets ein süßliches, berauschendes Gefühl , weil mit jedem Atemzug eine starke Geruchswahrnehmung einherging. Veritas fragte mich, ob ich in der Lage sein werde, all das Empfundene und Geschaute zu behalten und später noch zu beschreiben . Sofort erkannte ich die große Schwierigkeit, da jede menschliche Vorstellungskraft von der Erfahrung abhängig ist. Aber allen Menschen, die noch auf Erden waren, fehlte in dieser Beziehung die Erfahrung. Ich teilte Veritas diese Bedenken mit. Er antwortete mir, daß ich sehr gut überlegt hatte, denn es wäre tatsächlich so; aber er und viele andere gute Lichtboten hätten trotzdem Vertrauen zu mir. Das Ganze kam mir wie eine Studienreise vor, doch damals hatte ich an eine Art Studienreise nicht gedacht. Meine Unwissenheit war so groß, daß ich nichts von der Möglichkeit einer Astralreise wußte. Heute, nachdem ich überall versucht habe, irgendwelche Vergleiche mit meinen Erlebnissen zu finden, weiß ich, daß einige andere Menschen schon derartige geistige Wanderungen erlebt hatten. Vor allem sind es die Bibelpropheten gewesen. Ich glaube auch, daß Swedenborg mit dazu gehörte. Selbstverständlich ist es außerordentlich schwer, mit unseren begrenzten Erfahrungen, an derartige Phänomene zu glauben. Ich selbst war überaus erstaunt über die gewaltige Reichweite solcher Austritte aus dem Körper. Noch unverständlicher bleibt mir bis heute noch die Tatsache, daß es eine Rückkehr in diesen Körper gab. Es hat allerdings viele Wochen gedauert, bis ich mit dem Körper wieder richtig verzahnt war, und ich hatte auch starke Beschwerden zurückbehalten , die sich beson- ders auf der Schädeldecke bemerkbar machten. Doch dies soll hier nicht die Beschreibung stören. Das Sommerland ist ein viel zu großes Erlebnis gewesen, und meine Darstellung mag vielen Men- schen einen Ansporn geben, jenes große Ziel zu erreichen, denn es gibt keine Weltreise, die auch nur annähernd das zu bieten hätte, was so einfach möglich ist. Zu einer solchen Endstation gehört kein Geld oder Name , sondern nur ein anständiger Charakter - das, was wir einen "guten Kern" nennen. • Die "Fahrkarte" dorthin ist einzig nur der gute, gerechte Glaube an Gott und Seine Bevoll- mächtigten , zu denen Christus an erster Stelle gehört. Veritas nahm mich an die Hand und führte mich an einen Bergsee . Hierzu muß ich sagen, daß ich die Hand meines Begleiters wirklich spürte , sie war auch nicht kalt . Doch durchrieselte mich ein Schauer bei dieser Berührung. Weiter muß ich erklären, daß der Bergsee mit einer klaren Flüssigkeit angefüllt war, die nach meiner Wahrnehmung nur Wasser sein konnte. Ich schöpfte mit den Händen daraus, um festzustellen, ob es einen Unterschied zu unserem bekannten Wasser zeigen würde. Aber es hatte alle Eigenschaften, die unser irdisches Wasser auch hat. Veritas mußte meinen Zweifel erfaßt haben, ebenso machte ihm mein großes Erstaunen einigen Spaß. Er deutete in die Tiefe des Wassers und zeigte mir die herrlichsten Fische . Da waren bunte Schleier- schwänze , so groß wie ausgewachsene Karpfen und viele andere "Tropenfische" der seltsamsten Art.
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