Die große Begegnung
- 51 - Da ich die bunten Fische sah, die meines Wissens sonst nur in den tropischen Gewässern vorkommen, fragte ich Veritas auf telepathischem Wege, ob es hier auch Affen gäbe, zumal ich so viele Papageien sah, die in allen Regenbogenfarben leuchteten. Veritas sah mich ganz entrüstet an: "Nein, Affen gibt es im Sommerland nicht, denn sie gehören nicht in die göttliche Schöpfung." Ich wunderte mich sehr und sagte: "Da bin ich aber sehr überrascht! So viel ich weiß, sind die Affen in Indien heilig. Außerdem ist Indien in geistiger Beziehung doch ein fortschrittliches Land." "O nein", meinte Veritas, "da irrst du dich gewaltig. So fortschrittlich ist Indien in mancher Beziehung nicht. Und was die Affen betrifft, so begehen sie damit die größte Unwissenheitssünde. Der . . . hat versucht, den Menschen nachzuformen, aber es ist ihm nicht ganz gelungen. Dann wollte er sein eigenes Ebenbild ins Leben rufen, auch das ging ziemlich daneben. Aber er ist hartnäckig in allen Dingen, darum hat er sehr viele dieser Versuche angestellt. Schließlich hat er es doch einigermaßen zustande gebracht." Mir fiel dabei auf, daß Veritas in diesem Land nicht einmal das Wort "Böse" aussprach, geschweige denn ein anderes Wort für den großen Ungeist . Er ersetzte dieses Wort durch eine abweisende Hand- bewegung. Ich fragte Veritas nach dem Ebenbild des Fanatikers . "Es ist der Gorilla", sagte Veritas ernst . Unwillkürlich mußte ich mich von einem gelinden Grauen erfaßt schütteln… Ich sah, daß die herrli- chen Vögel fortflogen … Auch die Fische im Bergsee fuhren erschreckt auseinander , als wenn ein Stein ins Wasser gefallen sei… Das gab mir viel zu denken, aber die Schönheit, die mich überall umgab, führte meine Gedanken zum Guten zurück. Nun beschäftigte mich wieder die Neugier. Ich konnte noch immer nicht die Tatsache begreifen, daß das Astralland so überaus real war. Entweder war es eine Suggestion, dann war es Einbildung. Oder es war eine andere Art von Halluzination, dann war es Fiebertraum. Für mich war es unbedingt existent. Veritas kam meinen Überlegungen zu Hilfe. Er sagte: "Ich sehe, wie du dich abquälst, eine Erklärung für das Bestehen dieser Sphäre zu finden. Dieses Land ist keine Suggestion, es ist auch keine Halluzination. Dieses Land ist eine Schöpfung Gottes. Du wirst mich fragen, worin denn der Unterschied zwischen irdischer und außerirdischer Existenz besteht? Nun, ich will es dir sagen: alles, was du auf Erden im körperlichen Leben wahrgenommen hast, das ist einzig und allein nur existent durch die Art der Wahrnehmung, nämlich durch eine organische Wahrnehmung, die ins Trans- zendente übertragen wird. Hier im Sommerland, wie auch in allen anderen Sphären, ist es genau umgekehrt. Alles, was du hier je wahrgenommen hast im geistigen Leben, ist einzig und allein nur existent durch die Art der Wahrnehmung, nämlich durch die geistige Wahrnehmung, die ins Organische übertragen wird. Es handelt sich also um zwei ver- schiedene Wahrnehmungsarten und gleichzeitig um zwei verschiedene Schwingungs- arten." Die Auskunft war sehr lehrreich. Natürlich war sie nur ganz kurz erläutert. Aber das Prinzip gab den Stoff, um später noch viele Betrachtungen darüber anzustellen… Nun fragte ich Veritas , ob es dem- nach auch Häuser und Städte gebe, die auch auf diese andere Wahrnehmungsart existierten? "Es gibt kein Atom im ganzen Weltall, das nicht in einer der übersinnlichen Sphären sein Gegenstück hätte. Demnach kannst du mir glauben, wenn ich dir jetzt sage, daß alle Din- ge, die auf der sogenannten Erde existieren, hier bei uns eine Parallele besitzen… Wir haben große Künstler, die für Gott die besten und schönsten Neuschöpfungen oder Veränderungen entwerfen. Ein Teil dieser Modelle findet auf der Erde eine Nachahmung. Der weitaus größere Teil findet auf anderen Sternen materielle Gestaltung. Das Sommer-
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