Die große Begegnung

- 54 - ist aber etwas Geistiges. Der Mensch aber, der durch seinen Geist, durch die Kraft seiner Seele ein sympathisches Gefühl erzeugt, der ist auf dem richtigen Wege der wirklichen Liebe. Alles andere geschieht auf unnötigen Umwegen. Doch Umwege führen meistens von der Wahrheit fort." Ich dachte daran, daß die Japaner den öffentlichen Kuß als eine Unsitte empfinden. Auch einige andere Völker kennen das Küssen nicht. Veritas mußte es ja wissen, auch wenn ich dazu neige, seine Ansicht nicht ganz zu teilen. Heute weiß ich, daß ich meinen Astralleib aus meinem irdischen Körper herausmaterialisiert hatte. Vielleicht hatte Buddha etwas Ähnliches erlebt. Inzwischen habe ich viel vom "Doppel-Ich" gelesen. Obwohl ich völlig bei klarem Verstande war, so erschien mir dieses Phänomen damals noch unglaub- licher als es einem Leser erscheinen mag. Vor allen Dingen kann ich bis heute noch nicht ganz begreifen, wie es möglich war, daß ich meinen Körper so "auf Urlaub" verlassen konnte. Es ist gegen alle Gesetzmäßigkeiten, daß ich in einen entseelten Körper zurück konnte. Aber finden wir diese Beispiele nicht im Neuen Testament? Christus weckte Tote auf! Die Menschen konnten dieses Phänomen damals auch nicht begreifen. Ich finde mich heute mit der Erklärung ab, daß bei Gott nichts unmöglich ist , wenn Er sich einschaltet und es Sein Wille ist. Es tut mir leid, daß ich dem Leser nicht mehr über das Jenseits berichten kann, wenn man schon einmal drüben war. Aber meine Astralreise hatte eben auch gewisse Grenzen, die nicht zu überschrei- ten waren. Veritas sagte mir ja, daß ich noch nicht reif genug dazu war… Ich habe mich aber über alles so gut aussprechen können, daß ich diesen Bericht auf eine andere Weise gut fortsetzen kann, um das zu ergänzen, was ich nicht mit eigenen Seelenaugen wahrnehmen konnte. • Anschließend an meine Astralreise habe ich noch etwa 100 Tage und ebenso viele halbe Nächte unausgesetzt mit Jenseitigen eine phantastisch gute Verständigung über das Hellhören gehabt. Ich bin der Auffassung, daß mein Jenseitserlebnis in einer großartigen Weise meine Sinne auf das Überirdische angeregt und geschult hat. Oft habe ich geradezu ein Doppelleben geführt, das heißt, daß ich gleichzeitig meine unsichtbare Umgebung wahrgenommen habe und mich mit ihnen gut unterhal- ten konnte, ja, so gut, daß ich ihre eigenen Unterhaltungen mit anhören konnte . Wie ich in meinen materiellen Körper zurückgelangte, kann ich mit Sicherheit nicht sagen. Ich weiß nur noch, daß es dunkler und dunkler um mich wurde . Gleichzeitig erfaßte mich eine unwiderstehliche Müdigkeit, die unbedingt durch eine sehr starke Suggestion hervorgerufen sein mußte. Plötzlich spürte ich auf der Stirn meines irdischen Körpers wieder den starken Sog auf der Stirn , nur, daß dieser Sog diesmal in umgekehrter Richtung war… Ganz langsam machte ich Versuche, meinen Körper zu bewegen. Diese Bewegungen begannen zuerst bei den Fingern und ganz zuletzt bei den Füßen. Als ich meine Augen öffnete, war es heller Tag. Die Ostersonne schien hell und warm ins Zimmer. Eine übersinnliche Stimme hatte mich aufgefordert, wach zu werden , gleich einem Hypnotiseur, der sein Medium weckt. Auf dem Fensterbrett saß ein bunter Vogel und zwitscherte ein fröhliches Liedchen... "Du befindest dich von heute ab in Gottes Prophetenschule", sagte die innerlich gehörte Stimme mit großer Deutlichkeit zu mir. Diese Stimme konnte meine eige- nen Gedanken nicht ausschalten, denn ich konnte über alles genau so gut nachdenken wie im normalen Zustand. Aber ich hörte geistig die deutliche Stimme so, als ob der Sprecher neben mir stand: "Es ist ein sehr schwieriger Unterricht", fuhr er mit seiner Rede fort, "aber ich glaube, du wirst alle Aufgaben richtig lösen - bis auf eine."

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