Die große Begegnung
- 62 - Ein Psychiater hatte mich einmal gefragt, woran ich den Unterschied einer Bewußtseinsspaltung und einer echten Hellhör-Inspiration zu erkennen glaube. Ich konnte ihm nur die einzige mögliche Antwort darauf geben: • Das Wissen der fremden Gedankenstimme steht so hoch über allem eigenen Wissen und über jede gemachte Erfahrung, daß jeder Zweifel ausgeschlossen ist. Jeder Mensch wird sofort erkennen, wenn er mit einem hochintelligenten Fremden ins Gespräch kommt, daß er mit seinem eigenen Wissen unterlegen ist, und er wird sich gerne über alles belehren lassen, was von Interesse ist. 10 Allmählich kam ich zu der Überzeugung, daß es sich bei meinem Phänomen nicht um einen harmlosen Geisterspaß handelte, sondern, daß höhere , überirdische Mächte damit einen ganz bestimmten Zweck verfolgten. Der Gedanke an eine solche ungewöhnliche Berufung versetzte mich in große Unruhe, ja, Angst! Die vermutete und durch den Engel bestätigte Gott-Nähe lastete schwer auf meiner Seele. Mit Erstaunen stellte ich fest, welche ungeheuren übersinnlichen Vorgänge sich bei einem einzelnen Menschen vollziehen, von denen der Außenstehende nichts merkt. Gleichzeitig erkannte ich aber die Sinnlosigkeit einer Bibelauslegung im Sinne der Zeugen Jehovas . Jedes Wort, das durch den Engel auf meine Gedanken übertragen wurde, mußte ich genau unter die Lupe des Verstandes nehmen, da ich jeden Augenblick gegenwärtig sein mußte, einem falschen "Engel" zuzuhören… Die Wiedergabe der gesprochenen Diktate kann unmöglich völlig wortgetreu, sondern nur sinngemäß sein, so, als ob man irgendwo ein Gespräch mit angehört hat und später wiedergeben soll. Die Propheten konnten nicht für jedes Wort verantwortlich gemacht werden, denn sie waren nur Empfänger der Worte, die aus dem Unsichtbaren kamen, gleich einem Telefongespräch, dessen Sprecher man nicht sieht. Die Stimme sprach erneut zu mir: "Jeder Forscher glaubt, daß er dem Schöpfer die Hand reichen kann, dabei hat er verges- sen, dem Allmächtigen vorher die Füße zu küssen." Doch plötzlich sagte der Engel : "Diese Worte kamen nicht von mir. Du hast dich diesmal geirrt. Doch weil du es so schön gesagt hast, schickt dir Gott einen Gruß." Im selben Augenblick stand ich unter einer gewaltigen Suggestion : Ein noch nie wahrgenommener, unglaublich intensiver, wunderbarer Blumenduft drang in meine Nase. Es war, als ob ich meine Nase direkt über ein sehr starkes Parfum hielt, und doch war ein Parfum kein Vergleich zu diesem starken Rosenduft , der wie aus einem Treibhaus kam. Natürlich gibt es für die Art dieses Duftes keinen irdischen Vergleich. Er ist berauschend aber unbekannt, ja, für unsere Sinne fast zu stark. Diese außergewöhnliche Geist-Suggestion war für mich ein Erlebnis, das noch stärkeren Eindruck auf mich machte als meine Astralreise ins Sommerland . Dieses Erlebnis, auch wenn es auf Suggestion beruhte, brachte mir die Gewißheit, daß die Seele im Jenseits außergewöhnliche sinnliche Wahrneh- mungen machen kann. Darüber hinaus aber einen Beweis, daß der Mensch seine materiellen, organi- schen Sinnesorgane nicht benötigt , um etwas begrifflich wahrzunehmen. Im Gegenteil - die organische Wahrnehmung ist dagegen außerordentlich eingeschränkt . Vor allen Dingen wunderte ich mich sehr darüber, daß so viele Beschreibungen in der Bibel und im Neuen Testament der Wahrheit entsprachen ; und ich ärgerte mich sehr, daß es Menschen gibt, welche sagen, daß das Weiterleben, der Himmel und die Hölle, eine Erfindung der Pfaffen sei, damit diesel- ben gut leben können. Ich habe aber auch Theologen kennengelernt, die an diese Möglichkeit nicht recht glauben. Mag sie die Kirche verteidigen, so gut sie eben kann. 10 Hier liegt eine sehr große Gefahr, wenn der Anschluß negativ ist!
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