Die große Begegnung

- 63 - Wissen macht nicht immer glücklich. Wissen kann ganz ungeheuerlich belasten und ich spürte bereits durch meinen Ärger, wie sehr schwer ich schon belastet war. Nicht umsonst heißt es: Die Hand Gottes lastet auf dem Propheten... Erstens erinnerte ich mich daran, daß ich eine Aufgabe hatte, eine Aufgabe, die mir nicht von Menschen aufgegeben war, noch, die ich aus eigenem Antrieb übernommen hatte; sondern eine Aufgabe, die aus dem übersinnlichen Raum an mich herangetragen worden ist. Und zweitens wußte ich bereits, daß es fast unmöglich war, dieser Aufgabe gerecht zu werden, daß ich nirgends auf Verständnis, am allerwenigsten auf Glauben stoßen würde. Inzwischen habe ich tatsächlich die Feststellung gemacht, daß sich die Menschheit kaum um derartige Dinge kümmert, wie ich sie erlebt habe, noch, daß sie geneigt ist, daran zu glauben. Selbst ein gewich- tiger Theologe hat mir einmal gesagt: "Menschen, welche heute mitunter daran glauben, daß sie von Gott berufen sind oder behaupten, daß sie mit Engeln ein Gespräch führen, denen fehlt eine anständige Tracht Prügel und ein paar Eimer Wasser auf den Kopf." Nun, meine Aussichten stehen nicht gerade günstig. Aber dennoch - mir hilft nichts anderes, als mit allen Mitteln und Wegen zu versuchen, der Sache gerecht zu werden. Wie das einmal werden soll, ist mir selbst noch unverständlich, aber vielleicht hilft der große Schöpfer etwas nach. Der Sieg liegt doch bei Ihm allein… Ich tröste mich zunächst mit der Tatsache, daß man eine Bernadette verfolgt und lächerlich gemacht hatte, obgleich sie der Menschheit einen großen Dienst als Mittler geleistet hat. Auf alle diese Gedanken, die ich mir schon damals machte, antwortete mir die Stimme des Unsichtba- ren : "Es ist leider so, wie du es sagst und es hat sich seit Jahrtausenden wenig daran geän- dert. Trotzdem sage ich dir, daß du den Mut nicht sinken lassen darfst. Gott kann nur starke und opferbereite Seelen gebrauchen. Denke an die vielen Märtyrer! Denke daran, daß es mediale Menschen gegeben hat, denen Gott besondere Kräfte und Fähigkeiten verliehen hatte. Diese Unglücklichen sind durch die Unvernunft der heiligen Kirchen auf die unmenschlichste Art und Weise um ihr Leben gebracht worden. Und glaube mir, daß diese Unglücklichen heute zu den Glücklichsten zählen, denn Gott nimmt kein Ihm gebrachtes Opfer umsonst an. Ich gebe zu, daß du es nicht leicht haben wirst, denn du kämpfst gegen eine Organisation des Unnennbaren. Gott mag ihn strafen… Deine Aufgabe besteht vor allem darin, der Menschheit zu beweisen, daß der Glaube kein Glaube ist, sondern daß der Glaube ein Wissen ist. Nur das Wissen macht den Menschen glücklich -, nicht der Glaube." "Gehört zu diesem Wissen auch das Wissen über Technik und andere Wissenschaften?" "Nein, dieses Wissen gehört zur permanenten Schöpfung. Das Wissen, das ich meine, ist das Wissen um die großen überirdischen Mächte, um ihren gegenseitigen Kampf um die höchste Herrschaft. Es ist wirklich sehr erstaunlich, wie wenig ihr geneigt seid, darüber mit Vernunft nachzudenken. Ihr sucht das Glück in der Erde, aber ich sage dir, daß das Glück nur im Himmel liegt. Die Wahrheit findest du niemals in der Materie, sondern einzig und allein nur im Geiste Gottes." "Das wird mir sehr schwer fallen", stöhnte ich. "Ich weiß, daß ich nicht in der Lage sein werde, die Menschheit mit Erfolg zu überzeugen, das haben schon größere Seelen vor mir versucht. Swedenborg hat man den 'Erzphantasten' genannt. Karl May unterhielt sich mit den Unsichtbaren . Und viele, viele andere Medien hat man für 'schizophren' erklärt. Die- sen Gefahren hätte ich mich auch auszusetzen." "Der Herr sprach: Ich will dir zeigen, was du leiden mußt um meines Namens willen. Bedenke, was jene vor dir zu leiden hatten und wie gering dagegen dein eigenes Opfer ist. Darum sage ich dir, daß dein Opfer völlig sinnlos ist. Du hast vollkommen Recht, denn es

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