Die große Begegnung

- 67 - Nachdem dieser betäubende Duft vorüber war, sagte die Stimme zu mir, und sie hatte diesmal eine wunderbare, ruhige Ausdrucksweise: "Hüte dich vor dem Wort 'sozial'! Ersetze dieses Wort durch die Bezeichnung 'Mensch- lichkeit' oder durch 'Nächstenliebe'. Sozial heißt 'Gemeinschaft' und Gemeinschaft ist noch keine geordnete Nächstenliebe. Der Staat sagt lieber 'Sozialisierung', als daß er das unbeachtete Wort 'Hilfsbereitschaft' gebraucht. Achte auf alle großen Staatskonferenzen und verfolge sie zurück bis ins Altertum und du wirst sehen, daß die Dämonie überall in Erscheinung tritt und daß sie sich in sophistischen Gedankenverdrehungen bewegt. Überall fehlt die höhere Erkenntnis und damit die Klarheit der Definition. Der wirklich klare Ausdruck in allen Planungen und Gesetzen heißt: Gott. Nur die Dämonie verleugnet diese Klarheit und definiert: Zufall. Die Wahrheit heißt: Verwandlung. Die diabolische Verdrehung heißt: Auflösung." "Demnach ist die Wahrheit nur in Gott zu finden. Diese Wahrheit ist unkompliziert , denn der einfachste Mensch kann sie begreifen. Aber der Satan kompliziert diese Wahrheit mit Hunderttausenden von Analysen und Definitionen, um das Denken der Menschen auf jede Art und Weise zu erschweren . Der Erfolg ist auch dementsprechend, denn niemand vermag aus diesen Kompliziertheiten noch das Fünkchen göttlicher Wahrheit zu erblicken." "Lieber Herbert, ich muß dir jetzt sagen, daß du diese Antworten zum Teil durch Sugges- tion gesagt hast. Zum Teil hast du gut reagiert und die Antwort selbst gefunden." Wieder hatte ich etwas dazu gelernt. Teils Suggestion, teils eigene Gedanken. Manchmal ganz Sugges- tion, manchmal völlig eigene Gedanken. Das alles unter der dauernden Kontrolle eines Lichtengels . Das war die göttliche Schule : Ich sollte zum eigenen , richtigen Denken erzogen werden. Ich sollte logische Schlußfolgerungen selber ziehen können. Doch der Böse ließ mir keine Ruhe. Er drängte sich in jedes übersinnliche Gespräch und wollte mit aller Kraft stören, wo er nur konnte. Daher kam er mit neuen Methoden, die nicht zu unterschätzen sind: "Lieber Herbert, da du alles so gut begreifst, lasse dir bitte noch folgendes sagen: Eine Opposition muß sein! Bedenke einmal, was wäre in der Welt los, wenn die Opposition nicht wäre. Man schimpft immer auf die oppositionellen Kräfte, als ob sie den Fortschritt verhindern oder zerstören. Ich sage dir zu deiner höchsten Belehrung, daß das Wort "Dämonie" oder ähnliche Bezeichnungen mit ganz anderen Augen gesehen werden müssen, als es der Fall ist. Der Teufel z. B. hat die hohe Aufgabe, dauernd die Schöpfung zu kontrollieren und zu korrigieren. 11 Glaube nicht, daß alles ohne ihn vollkommen und gut ist. Doch die Menschen können dieses großartige Wirken noch nicht begreifen. Aber du hast jetzt die Gelegenheit, in der Prophetenschule das alles richtig zu erkennen… "Warum unterhältst du dich schon wieder mit dem Abtrünnigen? Ich habe dich doch schon wiederholt gewarnt!" Da sollte sich noch einer auskennen… Die Bibelforscher und andere Theologen mögen aus dieser haargenauen Beschreibung ihre Schlußfolgerungen ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es den Bibelpropheten anders ergangen ist. Sie haben auch jene Stimmen aus dem unendlichen Raum gehört, aber auch sie haben nicht immer gesehen, wer zu ihnen sprach. Ich machte mir die größten Vorwürfe darüber, daß ich nicht in der Lage war, die unliebsame Einmischung in meine Geisttelepathie auszu- schalten. 11 Interessanterweise findet man genau diese oder ähnliche Ansichten über den Widersacher Gottes häufig in esoterischen Kreisen. Eine an Gefährlichkeit nicht zu überbietende Kraft wird dadurch verharmlost und dem suchenden Menschen Sand in die Augen gestreut.

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