Die große Begegnung
- 74 - Das 11. Gebot Du sollst deine Mitmenschen, die deine Schwestern und Brüder sind, nicht versklaven, denn sie sind aus einem Fleisch und aus einem Geist geboren. Das soll heißen: Versklavt wurden die Menschen schon immer. Von Rassen und Nationen ist keine Rede, sondern von Gottes Ebenbild. Versklavt werden nicht nur einzelne Men- schen, sondern ganze Völker. Sie versklaven sich gegenseitig und schicken ihre besten Söhne in den Tod. Die Politik, die Gesetze, die Gerichte, die Behörden, der Unternehmer, das Familien- oberhaupt, die Ehefrau, die Geliebte, der Stärkere in jedem Falle, alle versklaven denje- nigen Mitmenschen, der es sich gefallen lassen muß, weil er wirtschaftlich, geistig oder körperlich der Schwächere ist und sich darum der Mehrheit unterwerfen muß. Ein Konzentrationslager, ein Gefängnis, Verbannung oder Zwangsarbeit, sogar Todesstrafe, das alles sind sichtbare und auffallende Fälle der Versklavung, eines göttlichen Ebenbil- des unwürdig und eine große Sünde gegen den Geist Gottes. Aber da sind noch tausend andere Arten der Versklavung, die nicht so stark ins Auge fallen, da euch die Klarheit Gottes fehlt. Aus diesen Arten der Versklavung entstehen aber soundsoviele andere Haupt- und Nebensünden. Es genügt schon eine Kränkung oder ein einziges böses Wort, das man seinem Mitmenschen zufügt oder es geschehen läßt, daß andere es ihm zufügen. Schon habt ihr gegen das 11. Gebot gesündigt, denn ein Schimpf- wort ist erstens ein Fluch und zweitens geschieht es immer in der Absicht, den Schwäche- ren zu beleidigen und zu unterdrücken, den Versuch zu wagen, ob man dem Mitmenschen zumindest in bösen Worten überlegen ist. Ihr sollt nachsichtig und vorbildlich gegen eure Kinder sein, die euch allen anvertraut sind. Ihr sollt die Kinder nicht mit Gewalt erziehen, sie nicht überfordern, denn sie kön- nen sich gegen eure Versklavung nicht wehren. Wenn ihr die Kinder versklavt, werden sie euch versklaven, wenn sie euch überlegen sind, denn sie handeln nach Erfahrung und Erinnerung. Doch versklavte Kinder und Jugendliche werden später ihre eigenen Kinder versklaven, weil ihr es ihnen beigebracht habt. Ihr züchtet mit der Versklavung die Erbsünde! Ihr züchtet gegenseitigen Haß. Darum spricht Gott, der Herrscher über alle Welten: Der Mensch, der sich von seinen Leidenschaften treiben läßt, indem er seine Mitmenschen, seine Schwestern und Brüder - ganz gleich, mit welchen sichtbaren oder versteckten Mitteln - versklavt, wird durch Gott versklavt werden, wenn er an der Reihe ist. Darum hütet euch vor der Versklavung in jeder Form, denn Gott ist der Stärkere in jedem Falle!" Meine erste übersinnliche Verbindung bedachte mich mit dem Auftrag, daß ich die Bibel ändern sollte. Nun, ich wollte sie nicht ändern, aber nach diesen Zeilen mußte ich gestehen, daß sie tatsächlich wenigstens ergänzt werden muß. Aber das ist nicht meine Aufgabe. Ich bin nur der "Bleistift" des Engels . Ich hatte keine Zeit zu langen Überlegungen… Die Stimme rief: "Schreibe!"
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