Die große Begegnung
- 80 - Ich lebte in beiden Welten Infolge der anhaltenden Jenseitsverbindung erlahmten meine Kräfte . Leute, die von meiner übersinnli- chen Verbindung nichts wußten , sagten glatt heraus, ich hätte einen "überirdischen Blick". Man sah mir also das Mysterium an. Ein paarmal bekam ich einen heftigen Nervenkollaps , der mich niederwarf. In diesen Augenblicken dachte ich daran, daß es mit mir zu Ende geht, bevor meine erste Zeile an die Öffentlichkeit dringt. Die Dämonen lagen auf der Lauer und benutzten meine Schwäche, um über mich herzufallen. Es waren Wölfe , die ein angeschossenes Wild hetzten. Sie verhöhnten mich und grölten mir in die Ohren. Sie riefen triumphierend: "Deine Seele hat sich endlich gelockert. Sie wird gleich davonfliegen. Du wirst diese Nacht nicht überleben! Bitte Gott, daß er dich von deinen Qualen erlöst, daß er dich zu sich nimmt." Immer wieder kamen sie auf denselben Satz zurück. Mit einer unglaublichen Beharrlichkeit wieder- holten sie: "Bitte Gott, daß er dich erlöst!" Und ebenso hartnäckig habe ich dieses Verlangen von mir gewiesen. - Ich vermutete aufgrund ihrer Hartnäckigkeit eine Falle, eine geistige Falle , die man mir stellen wollte. Und allmählich kam es mir zum Bewußtsein, wie ernst und realistisch dieser geistige Streit wurde. • Der inkarnierte Mensch soll sein Leben hier auf Erden unter keinen Umständen aufgeben , sondern sein Leben für seine Berufung und Aufgabe einsetzen und verteidigen . Es war nach dieser Einsicht einfach unmöglich, Gott zu bitten, mir Berufung und Aufgaben zu erlas- sen und mich als einen Sonderfall zu behandeln. Es wäre eine geistige Sünde gewesen, wenn ich auf diese unsauberen Geister gehört hätte, nämlich gleichbedeutend mit einer Selbstmordabsicht . Ich kämpfte auf der Seite Gottes . Die anderen kämpften auf der Seite Satans . Aber ich war einbezogen in eine Fehde , die nur mit geistigen Waffen ausgetragen werden konnte und von deren Ausmaße sich keine irdische Seele eine richtige Vorstellung machen kann. Es war ein dialogreiches Streiten auf dem Wege der übersinnlichen Telepathie , ein Geisteskampf ohnegleichen. Ich durfte nicht verlieren, wenn ich nicht selbst verloren sein sollte… Ungeheure Gewalten waren über mich hereingebrochen. Eine Niederlage wäre gleichzeitig eine Niederlage Gottes gewesen. Dieser Gedanke war untragbar! Darum kämpfte ich gegen diese dämonische Unterwelt an, wie es mit keiner Silbe zu beschreiben ist. In diesem ungeheuerlichen faustischen Drama war ich als lebender Mensch ganz allein den Furien der Hölle ausgesetzt, die meine physische Schwäche nutzten, um mich zur Strecke zu bringen. Ich konnte keine Kraft mehr aufbringen, diesen Anfeindungen zu widerstehen. Es war der bitterste Ernst, der jemals an mich herangetreten war… Das alles vollzog sich für die Außenwelt kaum wahrnehmbar. Was war eine Völkerkonferenz, eine Kriegsgefahr gegen diese ungeheure, infernalische Auseinander- setzung zwischen den übersinnlichen Großmächten Gut und Böse ? Und in der Tat, die übersinnlichen Stimmen machten mich auf diesen geistigen Kampf besonders aufmerksam: "Dieser Kampf ist ein religiöses Geschehen, das kein lebender Mensch auf Erden ermessen kann. Nicht einmal du bist in der Lage, die Größe dieser Auseinandersetzung zu begreifen, noch an sie zu glauben. Es handelt sich um ein überirdisches Geschehen, das nur im "Buche Hiob" einen kleinen Vergleich findet. Du wirst es nicht glauben wollen
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