Die große Begegnung

- 83 - Eine beispiellose Gefahr In der folgenden Nacht fuhr, mitten im Schlaf , schlagartig ein mächtiger Ruck durch meinen Körper, der mich sekundenschnell weckte. Im selben Augenblick erfaßte ich eine beispiellose Gefahr und riß in Todesangst meine Augen weit auf. Sie bohrten sich in das Dunkel und obwohl es stockdunkel war, sah ich einen Gorilla vor mir stehen, der seinen ungeheuren, behaarten Arm nach meinem Körper ausstreckte. Ich hatte im letzten Augenblick die Kraft um zu begreifen, was mit mir geschah: Der Teufel! Gleichzeitig wurde mir blitzartig bewußt, daß ich ihn mit keinem Gebet bannen oder verjagen konnte. Ich war ihm ausgeliefert, denn nur er konnte es sein und keine andere Seele. Da erstarkte meine Seele zu einer ungeheuren Kraft . Sie wuchs unvorstellbar über sich selbst hinaus… Ich fühlte mich so stark wie nie in meinem Leben und war bereit, es mit ihm selbst aufzunehmen. Die grauenhafte, visionäre Gestalt wich einen Schritt von mir zurück und starrte mich mit kalten, durchdringenden Blicken an. Ich spürte, wie das ganze Zimmer unter starken Schwingungen vibrierte . Da der Fußboden mit Parkett ausgelegt war, knisterten sämtliche Hölzer . Ich war das Opfer meiner Medialität, und ich kann heute begreifen, warum man im Mittelalter meine Vorgänger und Vorgängerinnen zum Scheiterhaufen geschleppt hat, um sie lebendig zu verbrennen. Sie müssen dem Teufel begegnet sein und das war ihr Verderben, denn die "hochheilige Kirche" duldet keine Zusammenkünfte mit dem Satan . Sie duldet nur Zusammenkünfte mit den Engeln , aber glaubt selber nicht an eine einzige solcher Möglichkeiten! Wer mit einem Engel spricht, ist ein infamer Lügner …Wer mit dem Teufel spricht, der ist ein Verfluchter … Ich hörte die klare Stimme in meinem hellhörigen Geiste: "Halte aus! - Gott kommt dir zu Hilfe und schickt dir seinen stärksten Engel." Meine Schädeldecke muß in Flammen gestanden haben... Ein unbeschreiblicher Schmerz bohrte sich langsam durch mein Hirn. Ich hielt krampfhaft beide Hände schützend über meinen Kopf. Das Ungeheuer wich nicht von mir, sondern sprach mit messerscharfer Stimme : "Du bist wahnsinnig, denn du weißt nicht, was du tust! Wie kannst du es wagen, so weit in jenseitige Regionen vorzudringen? Was ist in dich gefahren, mich herauszufordern, wie mich seit langem keiner mehr herausgefordert hat? Laß ab, sonst bist du verloren!" Dies war nur die Einleitung zu einem unerhörten, rasend schnell geführten Wortwechsel, der mit Gedankenschnelle geführt wurde. Ich antwortete in Gedanken, da ich wußte, daß jedes gedachte Wort verstanden wird: "Du kannst mir nichts anhaben, denn ich habe Gott zu meinem Beschützer. Du wirst nichts erreichen. Ziehe sofort ab. - Hebe dich hinweg von mir, Satan ." Eine siedende Hitzewelle zog über meinen Körper hinweg. Im Nebenzimmer knallten die Möbel . Die entsetzliche Gestalt wich tatsächlich einen weiteren Schritt von mir, verbreitete jetzt aber einen fürchterlichen Gestank nach Verwesung , oder besser gesagt, nach einer verpesteten Latrine. "Bildest du dir ein, daß du die Menschheit aufklären oder verbessern kannst? Du hast keine Ahnung, wie aussichtslos nur der Gedanke daran ist. Ich prophezeie dir den restlo- sen unrühmlichen Untergang der Menschheit - dich mit einbegriffen!" "Es gibt keinen anderen Sieger außer Gott! "

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3