Die große Begegnung

- 86 - "Die Lüge, der Mord, der Betrug, die Gemeinheiten, das sind alles nur Ausdrücke, die ihr Menschen zu eurer Verständigung erdacht habt. In Wirklichkeit gehören alle diese Eigenschaften mit zum Fortschritt der Welt. 15 Wie oft ist die Lüge notwendig, um etwas Gutes zu bewirken? Was der eine für Gemeinheit hält, das findet der andere großartig und notwendig. Nun, und der Mord? Wer will von euch entscheiden, ob höhere Mächte es nicht für notwendig erachtet haben, denjenigen durch Menschenhand herüberzuholen?" "Warum unterhältst du dich mit dem Teufel?" Endlich war mein Engel da!! "Ich kann diese Unterhaltung nicht unterbinden, es ist mir unmöglich ." "Dann halte aus, bis der Morgen dämmert. Du darfst nicht aufgeben, sonst bist du verloren!" Meine Schädeldecke schien zu bersten… Der Satan schien seine ganze Macht auf meinen Schädel zu konzentrieren. Ich hatte den Eindruck, daß er durch eine Veränderung der Schwerkraft meine Blut- bahn so stark veränderte, daß mein Hirn einen schweren Schaden davontragen mußte. Es war nicht mehr auszuhalten! Es war unglaublich, unerträglich! In diesem Zustand wäre ich am liebsten gestor- ben. Doch der Engel rief mir zu: "Halte unbedingt aus, bis der Morgen graut!" Vielleicht hatte dann der Teufel seine Macht über mich verloren? Vielleicht konnte er diesen Spuk im Lichte des Tages nicht ausführen? Ich kämpfte wie ein Ertrinkender um mein Leben. Das Aller- schlimmste bestand darin, daß ich die telepathische Verbindung nicht abbrechen konnte . Außerdem war ich durch meine Pein nicht mehr imstande, eigene Gedankentätigkeit so weit zu unterhalten, daß ich den lauernden Ungeist damit verdrängte. Er stritt mit mir Stunde um Stunde, Minute um Minute… Meine Kraft ging immer mehr zu Ende… Ich versuchte es mit Zählen: Eins, zwei, drei, vier, fünf ... Bis ich nicht mehr zählen konnte. Meine Kraft war restlos zu Ende… Die Engelstimme rief verzweifelt: "Halte aus! - Wenn dich der Satan besiegt, dann hat Gott eine Schlacht verloren. Er setzt sein Vertrauen auf dich." Das kam mir wie eine Wette zwischen Gott und dem Teufel vor. Es war wie eine Vereinbarung zwischen Gott und dem Teufel , weil es sich um Hiobs Gottvertrauen handelte. Gott sollte Sein Vertrauen auf mich gesetzt haben? - Ich kannte mich nicht mehr aus. Ich sollte doch mein ganzes Vertrauen auf Gott setzen. - Was war eigentlich richtig? Was wurde auf Kosten meines Lebens und meiner Seele eigentlich gespielt? "Halte noch ein Weilchen aus. Gott kommt dir zu Hilfe!" Der Teufel gebärdete sich wie rasend… Er wollte diese Schlacht gewinnen! Er holte sich auch Verstärkung . Wer hat schon einmal das Wort "Plagegeister" gehört? Nun, es ist nicht einfach so erfunden. 15 Es gibt tatsächlich auch Menschen, die diese Meinung vertreten!

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