Medialität und Medien - Nachtrag 2

- 14 - Mai 1973 Fragen an den Kreisleiter des MFK Berlin, Herrn Herbert Viktor Speer. Frage: Können Sie uns den Vorgang der Inspiration erklären? Speer: Der Begriff " Inspiration " bedeutet eigentlich "Eingebung von außen ". Heute macht man den Fehler, daß man darunter einen eigenen Einfall bzw. Gedanken versteht, also nichts, das von außen kommt. Wenn ein Maler etwas hinkleckst, über das man sich wundert, weil es mit normalem Verstand unbegreiflich erscheint, so spricht der Maler von seiner " Inspiration ". In Wirklichkeit hat hier eine Inspiration überhaupt nicht stattgefunden, sondern nur eine unkon- trollierte Gedankenfunktion. Frage: Haben Sie eine Erklärung für eine echte Inspiration ? Speer: Eine echte Inspiration ist eine Zusammenarbeit zwischen einem medialen Menschen und einem Geistwesen , das sich für die Arbeit des Menschen auch interessiert. Frage: Kommen diese Intelligenzen zu dem Medium, z. B. einem Künstler, indem sie sagen: "Hier bin ich. Ich will dir bei deiner Arbeit helfen"? Speer: Nein, so ist es im allgemeinen nicht. Der jenseitige Geist arbeitet mittels der Telepathie und sendet geistige Impulse, Begriffe , die das Medium empfängt, aber selbst in sprachliche Begrif- fe übersetzen muß. Daher glaubt das Medium, daß es sich um eigene Einfälle handelt. Die jen- seitige Hilfe wird nicht erkannt, obwohl es eine echte Inspiration ist. Die jenseitige Hilfe kann jedoch so stark werden, daß die Hand oder der Arm des Mediums automatisch geführt wird. Das ist bei großen Künstlern oft der Fall gewesen. Frage: Gibt es Fälle, wo der Mensch wahrgenommen hat, daß er geistig unterstützt wurde? Speer: Die einfachste Form ist die Wahrnehmung eines Gedankens, der nicht mit den eigenen Ge- dankengängen übereinstimmt. Man spricht im Volksmund von " Innerer Stimme ". Diese Innere stimme ist jedoch die äußere Stimme , mitunter auch die Stimme des Gewissens ; denn auch die- se Stimme , die nicht akustisch wahrnehmbar ist, ist eine reine Inspiration . Inspiration kann aber auch verbal werden. Der Reiseschriftsteller Karl May hat diese Form in seiner Autobio- graphie "Ich" sehr gut beschrieben. Die Geisteswissenschaft nennt diesen Vorgang Hellhören . Es erfolgt ein Diktat , das wie aus einem Radiokopfhörer empfangen wird und jede Silbe deut- lich wiedergibt. Auf diese Weise erfolgt eine Dauerinspiration , die sich monatelang hinziehen kann. Nur so war es möglich, daß Karl May über Länder und Dinge schreiben konnte, die ihm gar nicht bekannt waren. Karl May wußte, daß er von außen angesprochen wurde. Er versuch- te diesen Prozeß zu erklären, fand aber nirgends Verständnis, weil die Wissenschaft keine Ahnung vom Spiritualismus und der Inspiration hat. Frage: Karl May hatte große Schwierigkeiten. Sind diese Schwierigkeiten auf die Gefahren einer Inspiration zurückzuführen? Speer: Die Inspiration kann selbstverständlich auch von sehr negativen Geistwesen herrühren. Darin bestehen die Gefahren. Wenn Künstler z. B. Rauschgift nehmen, so schaffen sie damit die Möglichkeit einer sehr dämonischen Inspiration . Es liegt am Menschen selbst, zu welcher Seite er sich hingezogen fühlt und hergibt. In dieser Sache sind die meisten Menschen noch völlig unaufgeklärt.

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