Medialität und Medien - Nachtrag 2

- 17 - April 1974 Fragen eines Journalisten an den Kreisleiter des MFK Berlin Frage: Man hat mir gesagt, daß es Schreibmedien in der ganzen Welt gibt. Sie bevorzugen das auto- matische Schreiben. Was verstehen Sie unter dem Begriff vollautomatisches Schreibmedium ? Speer: Es gibt verschiedene Arten von Schreibmedien. In allen Fällen wird jedoch die Hand durch eine jenseitige Energie bewegt. Der Zug der Hand sowie die Bewegungen der Finger sind unterschiedlich in der Kraft . Es kann sein, daß die Hand einen Text aufschreibt, aber daß das Medium zugleich weiß, was geschrieben wird . In diesem Falle ist das Schreibmedium nicht vollautomatisch, sondern nur ein halbautomatisches Medium. Bei einem vollautomatischen Medium weiß dasselbe nicht , was die Hand schreibt. Die Schrift muß später entziffert werden. Das Medium achtet beim Schreiben nur darauf, daß die Schriftzüge nicht ineinanderlaufen. Frage: Woran läßt sich erkennen, ob die Schrift jenseitig ist? Speer: Die Gedanken des Mediums stehen nicht still, haben aber überhaupt nichts mit dem geschrie- benen Urtext zu tun. Der Zug der Hand kann sehr stark auftreten, so stark, daß mitunter das Papier durch den Bleistift zerrissen wird. Außerdem sind die Schrifteinteilung und der Duktus der Zeilen sehr primitiv und schwer leserlich. Nach jahrelangen Kontakten haben sich der jenseitige Führer und das Medium so gut eingearbeitet, daß viele Kürzungen entstehen und angewandt werden. Der Ablauf wird flüssiger. Es ist deutlich zu beobachten, daß die Kraft eine Unterbrechung erfährt, wenn der Bleistift sich vom Blatt trennt. Die Schrift erfolgt sehr hastig in einem zunehmenden Tempo. Alle echten Medialschriften werden sehr schnell geschrieben. Die Worte sind nicht voneinander getrennt, sondern hängen in einer Art Schlange zusammen . Wenn eine neue Zeile beginnt, wird der Bleistift als ein Strich zurückgeführt. Das ganze Blatt wird also in einem Strich beschrieben. Wir haben oft erlebt, daß der jenseitige Schreiber weitere Zeilen zwischen die bereits geschriebenen Zeilen hinzufügte. Daraus ist zu schließen, daß er das Umwenden des Blattes vermeiden wollte, um einen Kraftverlust zu vermeiden. Frage: Können Sie unterscheiden, ob der Jenseitige derselbe ist? Speer: O ja, das ist gut zu beobachten. In dem Augenblick, wo der jenseitige Schreiber wechselt, ändert sich auch die Schrift . Nicht nur das, sondern die Kraft und die Geschwindigkeit sind dann anders. Frage: Erfolgen die Botschaften in der Muttersprache des Mediums? Speer: Nein, nicht unbedingt. Wir haben auch andere Weltsprachen erhalten oder Schriften mit sehr vielen Fehlern, weil der Jenseitige die Schrift und die Sprache nicht beherrschte. Einmal haben wir eine lateinische Mitteilung erhalten, deren Inhalt wir erst mit Hilfe eines Wörter- buches entziffern mußten - aber mit sehr sinnvollem Inhalt. Manchmal wurden auch Skizzen gezeichnet, die einen bestimmten Satz ausdrücken sollten. Frage: Können Sie ein Beispiel anführen? Speer: Es wurde eine Hand gezeichnet, die von oben herunterreichte. Sie bedeutet die göttliche Hilfe.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3