Politik für wen?

- 64 - schen. Rassenhaß ist Menschenhaß! Man haßt die Menschen anderer Hautfarbe, weil sie eine andere Stellung im Sozialleben einnehmen. In Amerika will die schwarze Rasse eine Gleichberechtigung erzielen. Doch eine Gleich- berechtigung erfordert auch eine gleichwertige Entwicklung. Hier gibt es aber große Un- terschiede. Nehmen wir als Beispiel unser Geistiges Reich: Da sind auch die MEN- SCHEN unterteilt und ihren SPHÄREN zugewiesen. Nicht nach Rassen, sondern nach der verschiedenen seelischen und geistigen ENTWICKLUNG. Deshalb sehen wir aus den höheren SPHÄREN keinesfalls voller Haß auf jene Seelen, die in den tieferen SPHÄREN leben. Im Gegenteil - wir bemitleiden sie, und wir versuchen, ihnen in jeder Weise zu hel- fen. Aus dieser Tatsache sollten die auf Erden lebenden Menschen etwas lernen. Fanati- scher Haß ist völlig negativ. Aber auch die Schwarzen sollten erkennen, daß nur jene in ihrer Rasse Gleichberechti- gung haben können, die alle Voraussetzungen dafür haben. Ebenso gibt es unter den Weißen sehr viele Menschen, die sphärenmäßig zu den unentwickelten Schwarzen und Braunen gehören. Der Mensch soll sich nicht nach Farben gruppieren, sondern nach sei- ner ENTWICKLUNG. Das gleiche Bild finden wir in Südafrika. Auch dort finden Rassenkämpfe statt. Über- haupt ist der ganze Schwarze Erdteil davon angesteckt worden. Hier macht der Weiße einen großen Fehler. Man bietet eine falsche Hilfe für die unterentwickelten Menschen. Ein Hauch Zivilisation kann großen Schaden anrichten. Man sollte selbstverständlich hel- fen, aber nur so, wie es ihnen am besten bekommt. Auch der Weiße muß vom Schwarzen lernen. Der Farbige hat in manchen Dingen etwas voraus. Er weiß zum Beispiel viel mehr vom Wirken der SPIRITUELLEN WELT. Wir im Geistigen Reich verurteilen den Ras- senhaß, aber wir verurteilen auch die Gleichberechtigung. Der Mensch soll ins bessere Leben hineinwachsen. Was er verdient, soll er auch bekommen, aber nicht mit Gewalt. Frage: (1962) Welche Unterschiede trennen den Westen vom Osten, so daß es zu derartigen po- litischen und wirtschaftlichen Differenzen gekommen ist, wie wir sie heute haben? ARGUN: Der Westen hat eine viel längere Zivilisationsvorentwicklung als der Osten. Außerdem bestehen klimatische und landschaftliche Unterschiede, welche die Menschen stark beein- flussen. Auf diese Unterschiede wird nicht Rücksicht genommen. Man befaßt sich zwar mit den politischen und wirtschaftlichen Problemen anderer Länder, aber man vergißt da- bei die unterschiedliche Entwicklung. Es ist ein großer Unterschied, ob man langsam in eine Situation hineinwächst oder ob man sprunghaft in sie hineinstürzt . Für diese Unter- schiede haben die Regierungsmitglieder meistens kein Fingerspitzengefühl. Frage: Glaubst du, daß die Sowjetunion für eine Demokratie geeignet wäre? ARGUN: Für die Kommunisten, welche keine Demokratie kennen, ist der Kommunismus dasselbe, wie bei anderen die Demokratie. Alles andere ist für sie der Kapitalismus. Frage: Es stehen sich zwei große Ideologien gegenüber. Kannst du uns sagen, welchen Fehler man auf der östlichen Seite macht? ELIAS: Der größte Fehler besteht darin, daß man marxistisches Denken an die Stelle der religiö- sen Anschauungen gesetzt hat . Damit erreicht man die Unzufriedenheit der Seelen. Frage: Welchen entscheidenden Fehler macht man auf der westlichen Seite? ELIAS: Selbstherrlichkeit und Stolz auf die Demokratie. Der Stolz macht blind gegenüber ande- ren Ideologien. Der Kommunismus macht den Fehler, daß nur die Masse zählt und das Einzelindividuum bedeutungslos wird. Damit leistet man der Demoralisierung Vorschub.

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