Reinkarnation

- 48 - Hieronymus fertigte eine werkgetreue Übersetzung an, die Irrlehren in "De principiis" aufde- cken sollte. Diese Übersetzung ist nicht überliefert. Teile davon finden sich in Epistula 124 des Hieronymus an Avitus. Auch Briefe anderer Gegner des Origenes lassen teilweise Schlüs- se auf den Originaltext zu, ebenso auch Schriften seiner Verteidiger. Einige Abschnitte des griechischen Originaltextes sind in der "Philokalie" zu finden, einer Anthologie, die zwischen 360 und 378 von Basilius dem Großen und Gregor von Nazianz herausgegeben wurde. 17 + 18 Einige Punkte aus "De Principiis". • Gott ist körperlos und unermeßlich. 19 • Christus besitzt nur eine Natur. Auf Seite 367-371; Bd. II, 6, 5-6 heißt es: "Vielleicht findet jemand Schwierigkeiten darin, daß in Christus eine vernünftige Seele ist, und daß die Natur einer solchen Seele, wie wir bei unsern Erörterungen immer wieder aufgewiesen haben, sowohl zum Guten wie zum Bösen fähig ist. Diese Schwierigkeit läßt sich folgender- maßen auflösen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Natur jener Seele dieselbe war wie die aller Seelen; sonst könnte man sie nicht "Seele" nennen, wenn sie nicht in Wahrheit eine Seele war. Da nun allen die Fähigkeit zukommt, zwischen Gut und Böse zu wählen, hat diese Seele Christi die "Liebe zur Gerechtigkeit" (vgl. Ps. 44 /45/, 8) gewählt, derart, daß sie entsprechend der Größe der Liebe unwandelbar und untrennbar an ihm hing; und so schloß die Festigkeit des Entschlus- ses, die überwältigende Größe der Zuneigung und die unauslöschliche Wärme der Liebe jeden Gedanken an Umkehr und Veränderung aus. Was ursprünglich von freier Entscheidung abhing, ist durch die Wirkung langer Gewohnheit jetzt zur Natur geworden. So muß man annehmen, daß in Christus zwar eine menschliche Vernunftseele war, daß sie aber keinen Gedanken an Sünde und keine Möglichkeit dazu hatte." • Der Schöpfer wird deutlich von der Schöpfung abgegrenzt . • Die erste Schöpfung war nicht materiell. • Es gibt Stufen innerhalb der Schöpfung: Verschiedene nicht materielle Ebenen und die irdisch-sichtbare Welt. • Die Engel, die der Anschauung Gottes "überdrüssig" wurden, sind in tiefere Regionen " gefallen "; so wurden sie z. B. zu Dämonen und auch zu Menschen . Mora- lisch sehr tiefstehende Menschen können manchmal auch in Tierkörpern geboren wer- den. • Die materielle Welt ist nur wegen des Versagens der Engel entstanden. • Die Erde ist eine Erziehungsstätte für die Menschen. • Jedes Schicksal ist selbst verursacht. Es hat die Funktion eines "Heilmittels" für frühe- re Verfehlungen. Die Lebensumstände auf der Erde bieten dem Menschen die Mög- lichkeit, zu lernen und sich zum Guten zu entwickeln . 17 Kirsch, Johann Peter: "Kirchengeschichte", Herder, Freiburg, 1930, Erster Band: Die Kirche in der antiken griechischen Kulturwelt. 18 Funk, Franz Xaver / Bihlmeyer, Karl: "Kirchengeschichte", Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 1926, Erster Teil: Das christliche Altertum. 19 In welchem Maße ursprünglich der Subordinatianismus (Unterordnung des SOHNES unter den VATER; Unterordnung des HEILIGEN GEISTES unter den SOHN) gelehrt wurde, läßt sich heute schwer sagen, da Rufinus besonders in diesem Punkt Veränderungen vorgenommen hat. Auch wenn der Presbyter Arius zu Alexandrien (ca. 280-336) aus der "origenistischen Linken" hervorging, so ist der Arianismus doch nicht gleichzusetzen mit der Lehre des Origenes.

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