Reinkarnation

- 57 - wenn einer nicht bekennt, daß der Gott-Logos sich entäußert hat und Mensch geworden ist – so sei er im Banne. 8. Wenn einer nicht sagt, daß der Gott-Logos, welcher eines Wesens ist mit Gott dem Vater und dem heiligen Geist, welcher Fleisch geworden und Mensch geworden ist und welcher einer aus der heiligen Dreifaltigkeit ist, wahrhaft Christus sei, sondern nur in übertragenem Sinn, wegen des Nus, wie sie sagen, der sich entäußert habe, weil dieser (Nus) mit dem Gott-Logos selbst verbunden sei und im eigentlichen Sinne Christus heiße, während jener (Logos) nur von diesem (Nus) die Bezeichnung Christus und dieser von jenem die Bezeichnung Gott habe – so sei er im Banne. 9. Wenn einer sagt: Nicht der Logos Gottes, der Fleisch wurde, ein Fleisch, das beseelt war von einer vernünftigen und geistigen Seele, sei hinabgestiegen zur Unterwelt, und derselbe sei wieder zum Himmel aufgestiegen, sondern das habe ihr sogenannter Nus getan, von dem sie in gottloser Weise sagen, er sei im eigentlichen Sinne Christus geworden durch die Erkennt- nis der Einheit – so sei er im Banne. 10. Wenn einer sagt: Der Auferstehungsleib des Herrn sei ätherisch und kugelförmig von Gestalt, und von der Art würden auch die Auferstehungsleiber der anderen sein; ferner werde der Herr selbst zuerst seinen Leib ablegen und ebenso alle anderen, und so werde die körperliche Na- tur ins Nichts vergehen – so sei er im Banne. 11. Wenn einer sagt: Das kommende Gericht bedeute eine völlige Aufhebung der Körper, und am Ende dieser erdichteten Ereignisse stehe die immaterielle Natur, und in der Zukunft werde nichts Materielles bestehen, sondern der bloße Nus – so sei er im Banne. 12. Wenn einer sagt: Die himmlischen Mächte und alle Menschen und der Teufel und die Geister der Bosheit würden sich mit dem Gott-Logos ebenso untrennbar vereinen wie jener Nus, den sie Christus nennen, der in göttlicher Gestalt war und sich, wie sie sagen, entäußerte; und es werde ein Ende des Königtums Christi geben – so sei er im Banne. 13. Wenn einer sagt: Christus werde sich in gar nichts unterscheiden von irgendeinem Vernunft- wesen, sei es im Wesen, in der Erkenntnis oder der Macht und Wirksamkeit zu allem; son- dern alle würden zur Rechten Gottes sein wie der Christus, den sie lehren, ebenso wie es in der von ihnen erdichteten Präexistenz war – so sei er im Banne. 14. Wenn einer sagt: Es werde eine einzige Einheit aller Vernunftwesen geben; gesondertes Da- sein und zahlenmäßige Verschiedenheit werde gleichzeitig mit dem Körper aufgehoben; der Erkenntnis bezüglich der Vernunftwesen folge die Zerstörung der Welten, die Ablegung der Körper, die Aufhebung der Namen, und es werde Identität der Erkenntnis ebenso wie des Da- seins geben, und in der erdichteten Wiederherstellung würden nur die bloßen Intelligenzen existieren, wie sie es auch in der Präexistenz taten, von der sie schwatzen – so sei er im Ban- ne. 15. Wenn einer sagt: Der Zustand der Intelligenzen werde dergleiche sein wie früher, als sie noch nicht herabgestiegen oder gefallen waren, so daß der Anfang gleich dem Ende ist und das En- de das Maß des Anfangs - so sei er im Banne. Neue Klagen über Origenistenstreitigkeiten in Palästina veranlaßten den Kaiser erneut, ein Schreiben an die bereits seit einiger Zeit in Konstantinopel versammelten Konzilsväter zu richten und auch hier eine Verdammung des Origenes (gestorben 253!) zu erwirken. Das Edikt Justinians enthält u. a. folgende Feststellung: "Von den geistigen Wesen ist ein Teil, wie er meint, in Sünde gefallen und zur Strafe in Leiber gebannt; nach dem Maße ihrer Sünden werden sie sogar zum zweiten und dritten Male und noch öfter in einem Leibe eingekerkert, um nach vollendeter Reinigung in ihren früheren Sünde- und leiblosen Zustand zurückzukehren." Es gibt keinen Grund, Diekamps Untersuchung in Zweifel zu ziehen, der feststellt, daß auf den acht offiziellen Sitzungen des Konzils vom 5. Mai bis 2. Juni 553 nicht über Origenes

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3